SVV fiebert Saisonstart entgegen

Nach über zwei Monaten harter Vorbereitung sind die Plauener Wasserballer morgen auswärts beim Aufsteiger aus Köln gefordert. Mit viel Spannung schaut das Team auch schon auf das erste Heimspiel.

Plauen.

Unbekannter Gegner, unbekannte Schwimmhalle - so ist die Ausgangslage für die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen zum Saisonstart in der B-Gruppe. Morgen Abend ab 18 Uhr gehen sie bei Aufsteiger SGW Rhenania/BW Köln ins Wasser. "Wir sind gewarnt, die Sache nicht zu leicht zu nehmen. Teams aus dem Ruhrgebiet haben den Vorteil, dass dort viele Wasserballer auf kleinem Gebiet leben", sagt SVVTeammanager Jörg Neubauer. Bei ihm, Trainer Istvan Kelemen und der gesamten Mannschaft sei die Vorfreude auf den Start groß: "Wir haben alle das Gefühl, dass es jetzt endlich mal losgehen muss."

Seit Anfang August haben die Spieler im Wasser und im Kraftraum viel für ihre Kondition getan, aber auch regelmäßig Kleinfeldfußball in der Halle gespielt. In Ungarn, einer der führenden Wasserballnationen weltweit, gehört das laut Istvan Kelemen bei vielen Mannschaften zum Trainingskonzept. "Es ist ein guter Ausgleich. Und man muss auf dem kleinen Feld schnell entscheiden, ähnlich wie bei uns im Wasser", erklärt der Ungar, der morgen in Köln auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann. Zu dem gehört mit Bence Hegedüs nur ein neuer Spieler. Der 23-Jährige wechselte im Sommer vom ungarischen Erstligaverein Miskolc nach Plauen.

Das Bundesligateam ergänzen werden auch vier Nachwuchsspieler des SVV. Sie alle sind Jahrgang 2001 und trainieren bereits regelmäßig mit der Mannschaft, zwei von ihnen waren beim Turniersieg im September in Neustadt dabei. "Wir denken ganz positiv über unseren eigenen Nachwuchs und wollen ihn schrittweise immer weiter in die erste Mannschaft integrieren", betont Kelemen. Die schwierige TorhüterSituation - nach dem Abgang von Mihaly Peterfy und dem vorläufigen Rückzug von Nachwuchshoffnung Yannic Baumgärtel steht dem Team vorerst nur Gianmarco Serio zur Verfügung - bringt den Trainer nicht aus der Ruhe. "Wer mit 18 Jahren schon in der 1. Bundesliga hält, muss sehr begabt und talentiert sein. Marco hat eine Menge Potenzial und beim Turnier in Neustadt absolut überzeugt", lobt Kelemen den Schlussmann.

Auch der Stimmung im Team hätten die Veränderungen im Kader keinen Abbruch getan, sagt SVV-Kapitän Alexander Fritzsch. Mit Blick auf die Konkurrenz geben er und die Verantwortlichen vorerst das Ziel Top 3 nach der Hauptrunde aus. "Das wird schwer, ist aber auf jeden Fall möglich. Die anderen Teams haben sich zum Teil schon gut verbessert", so Fritzsch. Trainer Istvan Kelemen ergänzt, dass man am 28. Oktober abends mehr wisse. An diesem Tag gastiert der Duisburger SV 98 zum ersten Heimspiel des SVV in Plauen. Seit Sommer ergänzen zwei Nationalspieler den Kader. "Nach Expertenmeinung hat Duisburg die stärkste Mannschaft der B-Gruppe", sagt Kelemen. Doch egal, wie die Partie ausgeht, der Aufstieg ist in diesem Jahr nicht das erklärte Ziel des SVV, wie Teammanager Jörg Neubauer erklärt.


Kommentar: Aufstieg wäre unvernünftig

Der Sommer beim SVV Plauen war turbulent. Erst verlässt Torhüter Mihaly Peterfy das Team, dann muss der Verein den Rückzug von Nachwuchshoffnung Yannic Baumgärtel hinnehmen. Und im Hintergrund gilt es, nach dem vorläufigen Abschied des Sponsorenbeauftragten Thomas Wolf die Arbeit neu zu verteilen. Nach außen lassen sich Spieler und Verantwortliche die einschneidenden Veränderungen nicht anmerken und strahlen weiter Optimismus aus. Vom Ziel Aufstieg in die A-Gruppe, vergangene Saison noch deutlich formuliert, aber hört man derzeit nichts. Heimrecht im Halbfinale, das will der SVV erreichen. Dass der Verein das so nach außen kommuniziert, ist gut. Denn in der B-Gruppe eine gute Rolle zu spielen, das muss der Anspruch für die Plauener sein. Mit ihrem Umfeld - ohne andere große Wasserballvereine in der Nähe oder Großsponsoren im Rücken - wäre alles andere unvernünftig.

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