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Laura Seidel.

Foto: Joachim Thoß

Sprinterin freut sich auf Halle

Laura Seidel von der LSG Auerbach startet nächste Woche erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft. Dabei setzt die 16-jährige Leichtathletin auf schnelle Füße und ihre Lockerheit.

Von Monty Gräßler
erschienen am 14.02.2018

Auerbach. Laura Seidel ist ein absoluter Wettkampftyp. "Sie kann, wenn es drauf ankommt, noch mal zehn Prozent drauf packen", erzählt ihre Trainerin Juliane Horn. Die beiden sind deshalb guter Dinge, was den ersten Start der jungen Sprinterin der LSG Auerbach bei einer Deutschen Meisterschaft anbelangt. "Ich will die 60 m im Bereich meiner Bestzeit laufen", sagt die 16-Jährige und erntet ein bestätigendes Kopf-nicken der Trainerin: "Bestzeit zum Höhepunkt, ja das klingt gut."

Um in anderthalb Wochen bei der Hallenmeisterschaft der Jugend (U 20 ) in Halle wieder deutlich unter acht Sekunden zu bleiben, wird im Training momentan nur noch an Details gefeilt. Dabei geht es zum Beispiel um die Explosivität beim Start, der gerade auf den kurzen Sprintdistanzen eine wichtige Rolle spielt, oder um Reserven bei der Schrittlänge. Die technischen Feinheiten können einige Hundertstel oder gar Zehntel ausmachen. Die Substanz und das Talent für eine Top-Zeit dagegen bringt Laura Seidel mit. "Sie hat unglaublich schnelle Füße, sonst würde sie mit zweimal Training in der Woche nicht so schnell laufen", sagt die Trainerin.

In der Tat dürfte die junge Vogtländerin nächste Woche unter den Sprinterinnen der großen Leichtathletikclubs eher eine Ausnahme sein. Doch ein Wechsel kommt für Laura Seidel aktuell nicht in Frage. "Ich habe natürlich schon mal darüber nachgedacht. Aber ich habe einen Verein, der für mich wie ein zweites Zuhause ist und meine Freunde hier. Es zwingt mich nichts, wegzugehen", sagt die Falkensteinerin, die seit 2009 bei der LSG Auerbach trainiert. Neben Juliane Horn haben deren Eltern Ines und Alexander Horn sowie ihr Freund Marco Schneider Anteil an der tollen Entwicklung der Sprint-Hoffnung.

Ihre bisher größten Erfolge feierte Laura Seidel mit Medaillengewinnen bei der Sachsen- und der Mitteldeutschen Meisterschaft. 2017 wurde sie ins Team Vogtland berufen. In der Hallensaison knüpfte sie nahtlos an ihre Leistungen an und knackte im Dezember beim ersten Wettkampf mit 7,91 s über 60 m auf Anhieb die Norm für die Deutsche Meisterschaft, bei der sie in der U 20 auf deutlich ältere Kontrahentinnen treffen wird. Im Januar wurde sie Landeshallenmeisterin in ihrer angestammten Altersklasse U 18 und krönte den Titel mit einer persönlicher Bestzeit von 7,83 s.

Diese Erfolge sind umso beachtlicher, da Laura Seidel in Auerbach keine Sprinthalle fürs Training zur Verfügung hat. In der Sporthalle der Seminarschule, wo die Leichtathletin die zehnte Klasse besucht, reicht es aber zumindest für Startübungen und die ersten Meter. Dabei profitiert Laura Seidel von einer funktionierenden Trainingsgruppe mit vier etwa gleichaltrigen Mädels, in der mit Weitsprung oder den langen Sprints über 200 und 400 m auch mal andere Reize gesetzt werden. Dazu kommt neben Trainingsfleiß und Zielstrebigkeit nicht zuletzt ihre lockere Art. "Ich denke es ist ganz gut, nicht allzu verbissen ranzugehen", sagt sie.

Bei der Frage nach ihrem Vorbild zeigt Laura Seidel auf ihre Trainerin. Juliane Horn war vor wenigen Jahren mehrfache Mitteldeutsche Meisterin im Sprint und hat mit dem Team des LAC Erdgas Chemnitz sogar einen Deutschen Meistertitel im Mehrkampf gewonnen. Aktuell ist sie Laura Seidel noch leicht voraus, denn ihre Bestzeit im 100-Meter-Sprint liegt bei 12,42 s, die der aktuellen Nummer 1 der LSG Auerbach knapp drüber. Die Frage scheint nur, wie lange noch.

 
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