Top-Läuferin wird Ehrenmitglied

Die Leichtathleten des VfB Lengenfeld haben ihr langjähriges Aushängeschild überrascht. Romy Lindner-Dörfel blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück, aus der eine EM-Medaille und ein Meistertitel herausragen.

Lengenfeld.

Emotionaler Augenblick für Romy Lindner-Dörfel: Für ihre großen Erfolge im Laufdress des VfB Lengenfeld ist die 48-Jährige anlässlich der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied der Abteilung Leichtathletik des VfB Lengenfeld ernannt worden. "Ich war im ersten Moment erstaunt und habe mich dann natürlich sehr darüber gefreut. Das macht einen stolz", sagt die Sportlerin, um die es in den vergangenen Jahren ruhiger geworden war. Aufgrund anhaltender Fersenprobleme läuft sie mittlerweile keine Rennen mehr, sondern ist auf's Mountainbike umgestiegen.

Höhepunkt Hamburg-Marathon

Romy Lindner-Dörfel blickt auf eine ungewöhnliche Laufbahn zurück. Nachdem sie erst als 22-Jährige bei Blau-Weiß Auerbach mit der Leichtathletik begonnen hatte, gelang ihr nur kurze Zeit später mit einer Zeit von 3:23 h in Nürnberg ein überragendes Marathon-Debüt. "Dabei hatte ich bis dahin ohne Plan trainiert", erinnert sich die Vogtländerin. Das änderte sich, nachdem zunächst der LAC Chemnitz, für den sie fortan einige Jahre startete, und später auch der ehemalige Marathon-Bundestrainer Dietmar Pöhlitz auf sie aufmerksam wurden.

Nach dessen Plänen bereitete sich Romy Lindner auf den Hamburg-Marathon 1996 vor, bei dem sie einen ihrer größten Erfolge erzielte. Sie lief in 2:37:19 h eine internationale Spitzenzeit und wurde damit Deutsche Meisterin. In diese Zeit fielen unter anderem auch drei Siege beim Rennsteiglauf-Marathon und der Triumph bei einem Mitternachtsmarathon in Norwegen. Die Erfolge kamen allerdings nicht von ungefähr: Die Vogtländerin spulte bis zu 230 Kilometer in der Woche ab und trainierte mitunter zweimal täglich. "Da haben die Füße natürlich drunter gelitten", sagt Romy Lindner-Dörfel.

Auf Anhieb Deutsche Meisterin

Nach einer Verletzung verhalf ihr der Zufall beim Wechsel in die Berglauf-Szene, denn sie wurde beim ersten Start gleich Deutsche Meisterin. In den Folgejahren gehörte die inzwischen für den VfB Lengenfeld startende Sportlerin regelmäßig zur Deutschen Nationalmannschaft im Berglauf, mit der sie es im Jahr 2000 in Polen zur Silbermedaille bei der EM gebracht hatte. "Das hat Spaß gemacht und keine ganz so großen Umfänge im Training erfordert", erzählt sie heute.

In Sachsen machte sich Romy Lindner-Dörfel mit Landesmeister-titeln auf allen möglichen Distanzen und Siegen bei vielen bedeutenden regionalen Rennen einen Namen. Sie hält bis heute beispielsweise die Streckenrekorde beim Neujahrsberglauf in Falkenstein, beim Göltzschtalmarathon in Lengenfeld und beim Aschberglauf in Klingenthal. Die Sportfans in der Region wählten sie mehrfach zur "Vogtlandsportlerin des Jahres". Doch nicht nur deshalb denkt sie gerne an ihre aktive Zeit zurück. "Allein wenn ich daran denke, wo ich durch den Sport überall hingekommen bin, Madeira, Malaysia, La Reunion. Da gibt es viele schöne Erinnerungen", sagt die mit ihrer Familie inzwischen in Ellefeld lebende Frau.

Auch auf dem Rad erfolgreich

Dass der Sport bis heute eine wichtige Rolle im Leben von Romy Lindner-Dörfel spielt, hat mehrere Gründe. Zum einen gehört die Einzelhandelskauffrau seit vielen Jahren zum Team von Intersport Hopfmann in Falkenstein. Zum anderen ist nach der Hochzeit mit dem einstigen Nordisch Kombinierten Andreas Dörfel der Funke auch auf Sohn Paul (12) übergesprungen, der Fußball spielt, Rad fährt und Ski läuft. Dazu kommt, dass die 48-Jährige auch als Mountain-Bikerin durchaus erfolgreich unterwegs ist. Im vergangenen Herbst gewann sie zum Beispiel das Radrennen beim Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock.

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