VSV Oelsnitz verliert vor Rekordkulisse

Keine Punkte gab es am Samstagabend für die Gastgeber beim 1:3 im Duell mit dem VC Zschopau. Nur für einen Satz fand der Tabellendritte in eigener Halle zu seiner gewohnten Form.

Oelsnitz.

Das Erzgebirge hat das Duell mit dem Vogtland in der Dritten Volleyball-Liga Ost gewonnen. In der Partie zweier Tabellennachbarn verlor Aufsteiger VSV Oelsnitz am Samstagabend klar 1:3 (20:25, 15:25, 25:21, 20:25) gegen den VC Zschopau. Die Vogtländer bleiben mit 17 Punkten aber Dritter, die Gäste sind nun als Vierter bis auf zwei Zähler herangekommen. Ausgerechnet vor der neuen Punktspiel-Rekordkulisse von 510 Zuschauern boten die Oelsnitzer ihre bisher schwächste Leistung in einem Heimspiel in dieser Saison.

Ob es nun die hohe Erwartungshaltungshaltung der gewaltigen Kulisse war oder ob die Oelsnitzer "einfach zu viel wollten", wie deren Sportlicher Leiter Alexander Krug vermutete: Die Gastgeber wirkten fast über die gesamte Spielzeit hinweg fahrig und unkonzentriert und machten Fehler über Fehler. Bereits im ersten Satz zeigten die hoch motivierten Gäste ihre Stärken und lagen von Beginn an in Führung. Lediglich beim zwischenzeitlichen 15:16 schienen die Sperken kurz Oberwasser zu bekommen. Auch wenn das Publikum - zum zweiten Mal in dieser Saison mussten auf dem Parkett der Sporthalle Oelsnitz zusätzlich Stühle aufgestellt werden - alles versuchte, um die Heimmannschaft nach vorn zu pushen, brachten die Zschopauer den Satzgewinn mit 25:20 Punkten unter Dach und Fach.

Der zweite Abschnitt begann mit der einzigen Oelsnitzer Führung in den ersten beiden Sätzen. Doch nach diesem 1:0 übernahmen wieder die Erzgebirger die Regie und profitierten von zahlreichen Unkonzentriertheiten im Spiel der Gastgeber. Diese lagen beim 11:23 sogar zwölf Zähler hinten. Auch die eine oder andere strittige Entscheidung der Schiedsrichter hatte Unruhe aufs Feld gebracht, das die Zschopauer mit einem klaren 25:15-Erfolg verließen. "Es kann eigentlich nur noch besser werden", sagte zu diesem Zeitpunkt Alexander Krug mit ein wenig Galgenhumor am Spielfeldrand. Doch er behielt recht: Oelsnitz schien nun seinen schweren Rucksack abgelegt zu haben. Wieder gingen die Hausherren 1:0 in Führung, bauten diese aber nun aus. Fast durchweg zwei bis drei Zähler in Front, holten sich die Sperken den dritten Satz 25:21.

Und die Gastgeber blieben auch im vierten Abschnitt vorerst in der Spur, lagen 4:1 und 9:7 vorn. Aber erneut schlich sich der Schlendrian in ihr Spiel ein. Zschopau holte sich die Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr her. Nach dem 25:20 feierten die Erzgebirger mit ihren Fans. Aber auch die Einheimischen wurden mit viel Applaus in die Kabine begleitet. "Glückwunsch an die Zschopauer zu einem verdienten Sieg", gratulierte der sichtlich niedergeschlagene VSV-Trainer Jan Pretscheck. "Ein großer Dank an die Fans, die alles versucht haben, uns zu helfen. Aber wir sind natürlich schwer enttäuscht."


"Das ganze Drumherum ist professioneller geworden"

Stefan Timm spielte von 2008 bis 2013 für den VSV Oelsnitz und ist nun in Zschopau. Mit dem 30-Jährigen sprach am Samstagabend Thomas Gräf.

"Freie Presse": Glückwunsch zum Sieg. Es war sicher ein besonderes Spiel für Sie.

Stefan Timm: Sicher. An meiner alten Wirkungsstätte aufzulaufen, an der ich fünf Jahre aktiv war, und dann noch zu gewinnen, das ist schon etwas ganz Besonderes. Und dann noch vor dieser imposanten Kulisse.

Wie sieht es in dieser Hinsicht bei ihrem aktuellen Verein aus?

Bei uns in Zschopau hat sich die Zuschauerzahl nach einer ähnlichen Euphoriewelle nun auf um die 150 eingepegelt. Das kann hier auch irgendwann passieren. Aktuell hat der VSV mit diesen Fans einen tollen Rückhalt, auch als Gästespieler genießt man die Kulisse wahnsinnig.

Sie haben vor fünf Jahren die erste Spielzeit des VSV in der 3. Liga miterlebt. Wie fällt der Vergleich aus?

Wir haben damals viel Lehrgeld bezahlt und nur ein Spiel gewonnen. Die heutige Oelsnitzer Mannschaft hat da sicher mehr Erfahrung und Qualität und auch das ganze Drumherum ist professioneller geworden.

Also beste Voraussetzungen, um den Klassenerhalt zu schaffen?

Ja, da bin ich mir sicher. Die Oelsnitzer sind auf einem guten Weg und haben absolut das Zeug dazu, sich längerfristig in dieser Spielklasse zu etablieren.

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