Bronze-Jubel an der Goldküste

Zum Saisonfinale haben sie es in Katalonien auf den dritten Rang geschafft. Im Gesamtklassement fehlten zum Podestplatz nur wenige Pünktchen.

Salou.

Den Pokal in der Hand, die schwarz-rot-goldene Fahne über die Windschutzscheibe gelegt. Zur Siegerehrung der 53. Rallye Catalunya auf dem palmengesäumten Platz im Küstenstädtchen Salou an der Costa Daurada durften sich Julius Tannert aus Lichtentanne und sein österreichischer Beifahrer Jürgen Heigl feiern lassen. Beim Finallauf der Junioren-Weltmeisterschaft landeten der 27-Jährige und sein Co-Pilot im Ford Fiesta R2T hinter dem Spanier Nil Solans und Terry Folb aus Frankreich auf dem 3. Platz der Junioren-WM-Wertung (Gesamt-32.).

Nach dem ersten von drei Wertungstagen, an dem auf Schotter gefahren wurde, nahm Tannert noch den 4. Platz ein. An den beiden folgenden Tagen auf Asphalt konnte sich das Duo auf Rang 3 vorkämpfen. "Ich freue mich über unseren Podestplatz in Spanien", sagte der Lichtentanner. "Diese für uns wiederum neue Rallye ist sehr speziell und verlangte mit ihren anspruchsvollen Prüfungen und bei Temperaturen an die 30 Grad alles von uns ab."

Die Rallyefahrer bekamen auch die starken Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien zu spüren. "Ja, beim Training", berichtet Tannert. Für Verzögerungen sorgte während der offiziellen Streckenbesichtigung der Generalstreik, ausgelöst durch die politischen Spannungen in der Region. "Als wir die Prüfungen abgefahren sind, hatten die Bauern in Gandesa mit ihren Traktoren die Straße blockiert - für alle, und damit auch für uns. Wir mussten außen herum fahren. Es war ein bisschen chaotisch an dem Tag, aber es ging eigentlich." Während der Wertungsprüfungen waren die Straßen von vielen enthusiastischen Fans mit katalanischen Flaggen gesäumt. "Die haben ihrer Fahrer natürlich hochleben lassen", erzählt Tannert. Der Sieg des Katalanen Nils Solans, der nach Korsika, Sardinien und Polen in dieser Saison bereits zum vierten Mal in der Junioren-WM triumphierte, erfüllte die Einheimischen mit ganz besonderem Stolz.

Im Abschlussklassement der Junioren-WM belegen Julius Tannert und Jürgen Heigl hinter dem Spanier Nil Solans sowie den Franzosen Nicolas Ciamin und Terry Folb den 4. Platz. Damit sind die beiden das beste Einsteigerteam. In der Addition der Ergebnisse fehlen ihnen bloß zwei Pünktchen zum Bronzerang. Weil aber das schlechteste Resultat gestrichen wird, beträgt der Rückstand zu Terry Folb acht Zähler.

Der 27-jährige Sachse kann auf eine gelungene Debütsaison in der Junioren-WM zurückblicken. Bei den sechs Läufen des Jahres schaffte es der Lichtentanner dreimal aufs Podium: bei der Rallye Deutschland stand er ganz oben, bei der Rallye d"Italia Sardegna und der Catalunya fuhr er auf den Bronzerang. Bei der Tour de Corse und der Rallye Finnland wurde er jeweils Vierter, in Polen belegte er Platz 5. "Dass wir dieses Jahr gleich dreimal auf dem Podest waren, freut mich besonders. Es war eine gute Saison für uns, und wir konnten uns von Rallye zu Rallye steigern", zieht der Förderpilot der ADAC-Stiftung Sport ein erstes Resümee. "Besonders auf Schotter konnten wir wichtige Erfahrungen sammeln und kennen nun fast die Hälfte aller WM-Läufe."

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