Dramatisch bis in Nachspielzeit

Wenn die beiden Ortsrivalen aufeinandertreffen, geht es nicht nur um Tore und Punkte. Ein Erfolg im Crimmitschauer Derby ist eine Frage des Prestige.

Crimmitschau.

Steve Schröder vom FC Crimmitschau war am Ende des Stadtderbys der 1. Fußball-Kreisklasse sicherlich der Held. Denn der Schlussmann parierte Sekunden vor dem Abpfiff in der Nachspielzeit einen von Frank Wittkowsky getretenen Foulstrafstoß und rettete seiner Mannschaft den knappen, aber nicht unverdienten 2:1 (0:1)-Sieg gegen den SV Fortschritt.

"Ich hätte den Elfer halt einfach reinmachen müssen, die Derbyniederlage geht auf meine Kappe", sagte der Spielertrainer des SV Fortschritt Crimmitschau, der bereits in der ersten Halbzeit einen Elfmeter verwandelt hatte. Wittkowsky selbst holte den fünf Minuten vor der Pause heraus und schoss seine Mannschaft anschließend in Führung. Allerdings waren der Schütze und die Verantwortlichen des FC Crimmitschau über die Entscheidung von Schiedsrichter Detlef Sülflow (Heinrichsort/Rödlitz) geteilter Meinung.

Bis zur Fortschritt-Führung sahen die 100 Zuschauer bei Dauerregen auf dem schwer bespielbaren Geläuf im Frankenhausener Stadion ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Frank Wittkowsky vergab nach einer Viertelstunde die erste Möglichkeit zur Führung, Lars Bartels machte es in der 30. Minute nicht besser. Auf der anderen Seite scheiterte Thomas Tawaszi zweimal an Torhüter Dominik Wagner (24., 42.), der auch gegen Michael Waldenburger der Sieger blieb (35.).

"Zu unserem Glück haben die Jungs in der zweiten Halbzeit gezeigt, was sie können und haben den Rückstand schnell wieder ausgebügelt", meinte Jörg Ulrich, der Trainer des FCC, dessen Schützlinge nach Wiederbeginn zunächst klar das Geschehen bestimmten. Die erste Chance zum Ausgleich vergab in der 49. Minute Philipp Haenel, dessen platzierten Schuss Dominik Wagner noch zur Ecke klären konnte. Sechs Minuten später hatte der Fortschritt-Keeper weniger Glück: Nach einem Freistoß aus knapp 25 Metern konnte er das Leder nur abprallen lassen, was der frei davorstehende Matthias Ißbrücker zum Ausgleich nutzte. Der Gastgeber drückte weiter und hatte eine Viertelstunde vor dem Ende das notwendige Glück. Zunächst wurde Sebastian Modes von einem Fortschritt-Verteidiger im Strafraum etwas übermotiviert zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Tobias Ulrich souverän. Allerdings sollte dieser Treffer unverständlicherweise auch das Ende der Offensivbemühungen des FC Crimmitschau sein. Die Platzherren ließen sich immer mehr in die eigene Hälfte drängen, sodass Fortschritt bereits vor dem zweiten Wittkowsky-Elfmeter einige gute Chancen zum Ausgleich hatte.

Durch den Derbysieg kletterte der FC Crimmitschau in der Tabelle der 1. Kreisklasse, Staffel 2 auf den 2.Platz (18 Punkte) hinter Lok Glauchau-Niederlungwitz (22).

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