Fußballduell der Partnerstädte erzeugt Gänsehautstimmung

Borussia Dortmund sorgte für Champions-League-Flair im "Schwanennest". Im ausverkauften Stadion feierten 10.134 Zuschauer ein tolles Fußballfest.

Zwickau.

Was für ein wunderbarer Fußballabend in Eckersbach. Neben dem 4:4 (2:1) gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund konnten sich die Verantwortlichen des FSV Zwickau über die Einnahme von rund 150.000 Euro freuen, die der Drittligist benötigt, um die Lizenzauflagen des DFB zu erfüllen. Die Gäste zeigten sich nicht nur bei den Toren spendabel, sondern übergaben auch einen 15.000-Euro-Scheck für den Nachwuchs des Vereins.

"Schön, dass in dem schmucken Stadion solche Spiele möglich sind. Dortmund ließ es locker angehen und war hinten sehr offen. Ein Kompliment an eine frech aufspielende Zwickauer Mannschaft", betonte Werner Bräutigam, der 1975 mit der BSG Sachsenring DDR-Pokalsieger wurde und ein Jahr später mit den Westsachsen das Halbfinale des Europapokals erreichte.

Das erste Mal Gänsehaut pur gab es, als kurz vor dem Anpfiff die Fußballhymne "You'll never walk alone" über die Eckersbacher Höhe tönte. Der bewegendste Moment folgte in der 78. Minute, als es bei der Einwechslung der BVB-Legende Roman Weidenfeller stehende Ovationen im ganzen Stadion gab. "Eigentlich wollte ich gar nicht spielen und war nur als Reserve mitgereist, falls sich Dominik Reimann verletzt", erklärte der 37-Jährige, der seine Laufbahn beendet. Weidenfeller hatte seine Rechnung aber ohne die Zuschauer gemacht. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Rufe immer vielstimmiger und lauter: "Wir wollen den Roman sehen." Weidenfeller wollte kein Spielverderber sein und den Leuten ein Dankeschön aussprechen: "Zwickau war nochmal ein ganz tolles Erlebnis am Karriereende. Diese hohe Wertschätzung hatte ich hier nicht erwartet. Dieses Spiel bleibt bei mir länger hängen als viele Bundesligaschlachten."

Sinan Tekerci, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft und der wohl nicht in Zwickau bleiben wird, konnte mit einem Doppelpack viel Eigenwerbung betreiben. Mit Undiszipliniertheiten und manchmal auch mit mangelndem Teamgeist war der 24-Jährige unter dem inzwischen beurlaubten Trainer Torsten Ziegner in Ungnade gefallen. "Die Saison lief für mich nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Sicher habe ich auch Fehler gemacht", räumte Tekerci ein und hofft, dass er mit seinem starken Auftritt neue Türen geöffnet hat. In der Schwebe hängt die Zukunft von Nico Antonitsch. Der 26-Jährige, der diesmal als rechter Außenverteidiger zum Einsatz kam, hat mehrere Anfragen vorliegen, darunter von Erstligisten aus den Niederlanden und Schottland. Antonitsch betonte nach dem Dortmund-Spiel erneut, dass es ihm "in Zwickau überragend gut gefällt. Als Profi muss man aber auch an seine Karriere denken." Bundesliga hautnah gibt es heute, 18.30 Uhr, gleich nochmal, wenn der VfB Stuttgart zu Gast ist. Vor dem Anpfiff werden alle Spieler würdig verabschiedet, die den FSV verlassen. Da wird Antonitsch noch nicht dabei sein. Morgen hat er ein finales Gespräch mit Sportdirektor David Wagner.

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