Kampfrichterin wird überrascht

Gestern war der Tag des Ehrenamtes. Dieser wird international begangen. In Sachsen sind rund 50 Frauen und Männer ausgezeichnet worden - darunter auch eine Crimmitschauerin.

Crimmitschau/Dresden.

Die Überraschung war groß, als der Brief aus Dresden ins Haus flatterte: Thea Lindner las von der Einladung in den Sächsischen Landtag. "Ich konnte mir nicht erklären, wie ich dazu gekommen bin", sagt die Crimmitschauerin. Sie ist eine von mehr als 50 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern, die vor wenigen Tagen aus den Händen der Sozialministerin Sachsens, Barbara Klepsch, und des Landtagspräsidenten Matthias Rößler in einer Feierstunde eine Ehrenurkunde überreicht bekamen.

Thea Lindner gehört seit Jahrzehnten dem Crimmitschauer Eislaufverein (CEV) an. Dort ist sie als Kampfrichterin verantwortlich für zahlreiche Wettkämpfe. Und: Ihre Arbeit beschränkt sich nicht nur auf den Dunstkreis des Vereins. Seit 1984 ist sie beim internationalen Verband ISU (die internationale Eislauf-Union) als Eisschnelllauf-Schiedsrichterin tätig. Auch im Bereich des Sächsischen Eissportverbandes war sie in der Sparte Eisschnelllauf für das Kampfrichterwesen tätig. Sie fungierte zudem als Referentin für Kampfrichter der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Von 1992 an bis ins vergangene Jahr hinein lenkte und leitete sie die Aus- und Weiterbildung im Eisschnelllauf-Kampfrichterwesen der DESG und hielt den Kontakt zur technischen Kommission der ISU. Insgesamt kommt die rührige Crimmitschauerin auf weit mehr als 1500 Einsätze an den Eisbahnen in Deutschland.

Inzwischen hat Thea Lindner einen Schlussstrich unter ihr Sportengagement gezogen. "Ich werde ja auch nicht jünger. Und bevor einer sagt, ich solle doch nun endlich mal für Jüngere Platz machen, gehe ich, weil ich es möchte. Man muss ja nichts erzwingen", sagt die mittlerweile 80-Jährige. "Thea Lindner hat jahrelang bei uns im Vorstand mitgewirkt und sich um die Belange des Vereins gekümmert, deshalb haben wir sie für diese Auszeichnung im Landtag vorgeschlagen", sagt CEV-Vorstandsmitglied Uwe Ackermann. Bereits Anfang dieses Jahres musste der Vorschlag für die Ehrung der Ehrenamtlichen eingereicht werden. Und bis jetzt wurde im Verein dicht gehalten, keiner hat verraten, dass eine solche Auszeichnung auf die Crimmitschauerin wartet.

"Die Veranstaltung war sehr schön gemacht, es wurde nicht jeder Geehrte einfach so abgehakt, sondern es war sehr herzlich und überhaupt nicht aufdringlich", sagt Thea Lindner. Landtagspräsident Matthias Rößler bezeichnete die Ehrenamtlichen als die stillen Helfer. "Sie warten nicht darauf, dass der Staat oder der Arbeitgeber sie beauftragt, sondern sie packen selbst an und machen unser Sachsen ein bisschen besser. Das verdient Anerkennung."

Die Ehrenurkunde soll einen besonderen Platz bei Thea Lindner bekommen. Auch die Einladung wolle sie aufheben. "Das war ein würdiger und schöner Abschluss für meine jahrzehntelange Kampfrichtertätigkeit."

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