Zahnarzt zieht der Konkurrenz den Zahn

Zum 18. Werdauer Herbstmarathon sind gestern 253 Läufer in den beiden Hauptdisziplinen sowie 49 Wanderer und Walker auf den Beinen gewesen.

Werdau.

Christian Flegel von der SG Adelsberg ist eigentlich weniger der Marathonläufer. "Normal laufe ich zehn Kilometer, fahre Radrennen oder starte mal bei einem Triathlon", erzählte der junge Mann, welcher den Sport lediglich als Ausgleich zu seiner Arbeit sieht. Und weil der Zahnarzt eine Alternative für den ausgefallenen Glauchauer Herbstlauf suchte, entschied er sich für den Werdauer Herbstmarathon.

"Weil es den Halbmarathon nicht als Einzelkonkurrenz gab, bin ich halt den langen Kanten gelaufen", erklärte Christian Flegel, dem bei seinem ersten Wettkampf durch den Werdauer Wald ein Start-Ziel-Sieg gelang. "Nach dem ersten Anstieg bin ich alleine an der Spitze gelaufen, was über die kompletten 42 Kilometer eine schwere Nummer war", räumte der Gesamtsieger ein. Nach 2:46:06 Stunden lief er ins Ziel und hatte gegenüber Torsten Hentschel von der HSG Turbine Zittau mehr als fünf Minuten Vorsprung. Auch der Mann aus Ostsachsen hatte sich zum ersten Mal in die Startliste des Herbstmarathons geschrieben. "Dieser Lauf war für uns ein optimaler Saisonabschluss", sprach der Mann aus Olbersdorf gleich für seine beiden Mitstreiter Kristin Zimmermann und Paul Hentschel aus der Zittauer Laufgruppe. Die hatten übrigens in 2:52:33 Stunden den Marathonpaarlauf für gemischte Mannschaften mit knapp 18 Minuten Vorsprung auf den Zweiten gewonnen.

Im Marathon-Paarlauf der Frauen war kurz zuvor der erst ein Jahr alte Streckenrekord gefallen, woran erneut Juliane Meyer vom SC DHfK Leipzig ihren Anteil hatte. Zusammen mit Elke Musial war sie bei ihrem dritten Werdauer Sieg in Folge mit 2:50:53 Stunden fast dreieinhalb Minuten schneller als vor zwölf Monaten mit Sandra Boitz. "Für mich war es dieses Jahr auch neu, dass ich die zweite Runde gelaufen bin und nicht so die Übersicht über die Platzierung hatte", resümiert die junge Frau, die mit ihrer reinen Laufzeit theoretisch auch über die Halbmarathondistanz einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte. Den Paarlauf der Männer gewann das Geraer Team Torsten Kunath/Sebastian Harz in 2:35:43 Stunden mit mehr als 17 Minuten Vorsprung vor den Werdauern Denny Albert/Marcus Zschiegner.

Die schnellste Marathon-Läuferin war gestern Franziska Jung von der BSG Chemie Leipzig. Die 30-Jährige kam nach 3:23:37 Stunden ins Ziel und war von ihrer Leistung sichtlich überrascht. "Eigentlich wollte ich die landschaftlich tolle Strecke zusammen mit meinem Freund laufen, doch der bekam unterwegs einige Probleme und schickte mich weg", meinte die Leipzigerin und lief den Sieg mit fünf Minuten Vorsprung vor Kathrin Fürbringer vom SSV Fortschritt Lichtenstein nach Hause. Dort hatte sie lobende Wort für die Veranstalter parat: "So wie dieser Lauf organisiert ist, daran können sich Großveranstaltungen locker eine Scheibe abschneiden."


Organisationschef schwört auf sein bestens eingespieltes Team

Peter Schmidt vom SV Rot-Weiß Werdau hielt auch am 18. Herbstmarathon die Fäden in den Händen. Thomas Michel sprach mit dem 65-Jährigen.

Freie Presse: Wie ist der diesjährige Herbstmarathon aus der Sicht des Veranstalters gelaufen?

Peter Schmidt: Sehr gut. Durch den witterungsbedingten Ausfall des Glauchauer Herbstlaufes haben wir insgesamt eine sehr gute Teilnehmerzahl zusammenbekommen. Von den 253 Läufern haben einige einfach noch einen Lauf für ihr Startbuch gebraucht, den sie bei uns absolviert haben. Wir sind sehr zufrieden.

So eine Laufveranstaltung organisiert sich nicht von allein. Wie viele ehrenamtliche Helfer sind zum Herbstmarathon im Einsatz?

Ich habe schon über Jahre ein gut eingespieltes Team, in dem jeder seine Aufgaben gut bewältigt. Zusammen mit den Streckenposten im Wald sind wir 40 Leute, die im Meldebüro, bei der Zeitnahme oder am Ziel im Einsatz sind. Nicht zu vergessen die Sanitäter vom DRK, die hoffentlich wenig zu tun hatten.

In diesem Jahr gibt es noch den Silvester-Waldlauf, bevor dann 2018 mit dem 40. Werdauer Waldlauf das große Jubiläum ansteht. Laufen dafür schon die Vorbereitungen?

Na klar, die Vorbereitungen für das Jubiläum sind angelaufen. Wir sind stolz darauf, dass wir durch die gute Zusammenarbeit mit der Sportschule und dem Forst die Veranstaltung schon so lange haben durchführen können. Es gibt sogar schon die ersten Anmeldungen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...