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Kevin Kampl fasst sich an den Kopf.

Foto: Marius Becker

Last-Minute-Transfer: Kampl über Umwegen bei RB Leipzig

Ralf Rangnick hat endlich seinen Wunschspieler Kevin Kampl - nur zwei Jahre später. Schon 2015 wollte er den Mittelfeldspieler vom Schwesternclub RB Salzburg nach Leipzig transferieren, ehe Dortmund dazwischen grätschte. Nun gelang der Coup kurz vor Transferschluss.

Von Frank Kastner, dpa
erschienen am 31.08.2017

Leipzig (dpa) - Mit einem Last-Minute-Transfer hat RB Leipzig einen langjährigen Wunschspieler doch noch bekommen. Kurz vor Ende der Wechselfrist an diesem Donnerstag verpflichtete der Champions-League-Starter den slowenischen Fußball-Nationalspieler Kevin Kampl von Bayer Leverkusen. Der 26 Jahre alte Mittelfeldakteur habe einen Vertrag bis 2021 unterschrieben, teilte der Club aus Sachsen mit. Der Vize-Meister zahlt laut Medienberichten etwa 18 Millionen Euro an den Werksclub. Der in Solingen geborene Kampl wäre damit der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte.

Kampl war frühzeitig ein Favorit auf der Einkaufsliste von Ralf Rangnick, der diesen Coup nur wegen des Verkaufs von Oliver Burke nach West Bromwich Albion kurzfristig realisieren konnte. «Ich bin sehr froh, dass sich unsere Bemühungen gelohnt haben. Ich musste ihn damals schon schweren Herzens ziehen lassen, es war aus sportlicher Sicht nicht realisierbar», sagte der RB-Sportdirektor und lobte die «anarchische Art, Fußball zu spielen» bei Kampl. Schon vor zwei Jahren wollte Rangnick, der damals parallel noch Sportchef in Salzburg war, den agilen Spielmacher vom RB-Schwesterclub nach Sachsen lotsen. Doch Borussia Dortmund grätschte mit seinem Champions-League-Startrecht dazwischen und sicherte sich für 12 Millionen Euro die Dienste. Leipzig spielte damals nur in der zweiten Liga.

Entdeckt hatte Rangnick den Offensivspieler schon 2012 beim VfR Aalen - prompt zahlte er aus dem Budget der Salzburger drei Millionen Euro Ablöse. Pikant: Trainer in Aalen war damals ausgerechnet Ralph Hasenhüttl (2011 bis 2013), bevor er über Ingolstadt (2013 bis 2016) nach Leipzig wechselte.

Kampl wurde in Dortmund nicht wirklich glücklich und ging nach nur einem halben Jahr weiter nach Leverkusen, wo er unter Neu-Trainer Heiko Herrlich nur ein Reserve-Dasein fristete. Der Frust war zuletzt groß. Zudem war im Sommer ein Wechsel nach China gescheitert, weil man sich nicht über die Ablösemodalitäten einigen konnte. Rund 27 Millionen Euro Ablöse standen damals im Raum. Rangnick spielte nun auf Zeit und drückte die Ablöse weiter nach unten.

Kampl hat das sogenannte RB-Gen bereits verinnerlicht. Denn sowohl in Salzburg als auch in Leverkusen unter Roger Schmidt spielte er das laufstarke Pressing bestens. Daher machte Rangnick wohl beim selbstverordneten Alterslimit von 24 Jahren eine Ausnahme für den 26 Jahre alten Spieler: «Okay, er ist ein kleines bisschen älter, daher galt die Devise: jetzt oder nie. Er hat seine besten Jahre aber noch vor sich.»

Auch Hasenhüttl hat taktisch klare Vorstellungen: «Ich sehe Kevin vor allem auf der Zehner-Position, er kann aber auch die Sechs spielen. Es ist ein Supertransfer, der uns in der intensiven, anstehenden Zeit super weiterhelfen wird», betonte der Cheftrainer. Er gab zu, dass der damalige Weggang Kampls von Aalen nach Salzburg für den ehemaligen VfR-Coach «eine große Enttäuschung war».

Kampl wird Anfang der kommenden Woche bereits in das Mannschaftstraining einsteigen. Die Länderspiele der slowenischen Nationalmannschaft hat er abgesagt. «Ab Montag freue ich mich wieder auf Vollgas-Fußball. Ich mag diese Spielart», meinte Kampl und sieht keine Anpassungsprobleme: «Ich kenne ja schon acht Spieler aus der Mannschaft, mit denen ich schon zusammengespielt habe.»

 
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