Lauf-Kultour-Sportler in Dresden ausgeraubt

Ein Fahrzeug der Gruppe ist in der Landeshauptstadt aufgebrochen worden. Dass es überhaupt zu diesem ungeplanten Zwischenstopp kam, war einem Felssturz geschuldet.

Mittlerweile könnten alle Sportler der Lauf-Kultour wieder lachen, berichtete Projekt-Koordinator Eric Pertermann gestern Nachmittag. Am Tag zuvor sei das noch anders gewesen. Da hatten einige der Läufer eine unruhige Nacht hinter sich, mussten die Polizei rufen und um ihr Hab und Gut bangen.

Was war passiert? Nach ihrem Start am Mittwochabend in Chemnitz erreichte die zwölfköpfige Gruppe in der Nacht auf Donnerstag die Landeshauptstadt und das Elbsandsteingebirge. Dort wartete der erste Stolperstein auf die Chemnitzer - ein 70 Tonnen schwerer Stolperstein. Der hatte sich am Dienstagmorgen im Kirnitzschtal gelöst, war auf die Straße gestürzt und hatte diese blockiert. Für die Läufer sei das kein Problem gewesen, sagt Pertermann, wohl aber für die fünf Begleit-Wohnmobile, in denen die Läufer während ihrer Pausen unter anderem schlafen. "Das Navi hatte uns angezeigt, dass wir für eine Umleitung mindestens eineinhalb Stunden einplanen müssten. Das ist aber zu lang, da wir ja stündlich die Läufer wechseln."

Also habe sich ein Team samt Wohnmobil zu Freunden in Dresden begeben, um dort in Ruhe und mit schneller Internetverbindung eine kürzere und schnellere Alternativroute rauszusuchen, berichtet der Projektkoordinator: "In der einen Stunde, in der sie dort waren, sind sie ausgeraubt worden." Handys, Führerschein, die Teamkasse und sogar die Laufkleidung hätten der oder die Täter aus dem Fahrzeug mitgehen lassen. "Es gab kaum Spuren am Fahrzeug, die Polizei meinte, dass es eine Einbruchserie in Fahrzeuge gegeben habe und die Täter sehr professionell vorgegangen seien." Da auch die Führerschein gestohlen worden sei, stand die Weiterfahrt der Gruppe kurzzeitig vor dem Aus. Da allerdings halfen die Polizeibeamten: "Sie waren sehr freundlich. Sie haben den Läufern ein Schreiben ausgestellt, mit dem sie weiterfahren durften."

Also setzte der Tross seine Reise fort. Noch im Laufe des Donnerstags ereilte die Gruppe allerdings ein Anruf der Dresdner Polizei: "Sie hatte unsere Lauf-Kleidung wiedergefunden." Daraufhin hätten die betroffenen Sportler kehrt gemacht, um sich diese abzuholen, sagt Pertermann: "Sie haben aufgrund dieser Geschichte eineinhalb Tage so gut wie nicht geschlafen." Da die anderen Wertsachen verschollen blieben, habe man die Läufer nun mit Geld und einem Ersatz-Handy ausgestattet, berichtete der TU-Student, der den Vorfall gelassen nahm: "Wir haben ja jedes Jahr irgend einen Zwischenfall. Das war allerdings das erste Mal, dass wir bestohlen wurden."

Jetzt freue man sich auf ein ruhigeres Laufen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sagt Pertermann: "Anfangs hatte es geregnet und es war kalt. Mittlerweile sind die Bedingungen aber sehr gut", berichtete der Koordinator, der seinem Team eine gute Fitness bescheinigt. Bis auf einen Läufer, der sich etwas erkältet habe, gehe es allen gut.

Die zwölf Läufer und ihre acht Begleiter seien nach anfänglichen Schwierigkeiten auch wieder im Zeitplan, befanden sich gestern Abend in der Region um Frankfurt/Oder, berichtete der Projektleiter. "Im Zittauer Gebirge mussten wir ein bisschen kämpfen, weil die Wege bergauf und bergab etwas aufgeweicht waren. Das konnten wir aber an der Neiße wieder aufholen."

Die zwölf Teilnehmer der Lauf-Kultour wollen in 16 Tagen Deutschland einmal nonstop zu Fuß umrunden. Dabei ist immer ein Sportler für eine Stunde auf der Strecke, danach wird gewechselt. Auf ihrer Tour machen die Sportler nicht nur Werbung für ihre Stadt und ihre Uni, sondern sammeln auch Spenden: dieses Mal für den Verein Benni und Co., der sich um Kinder kümmert, die an Duchenne-Muskeldystrophie leiden. Bundesweit sind annähernd 3000 Kinder von der unheilbaren Muskel-Krankheit betroffen, die nur beim männlichen Geschlecht auftritt.

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