Laufbahn mit Titel beendet

Mit seiner achten Meisterschaft verabschiedet sich Johannes Kehrer in den Ruhestand. Dabei musste der Motorradrennfahrer aus Hohndorf beim Saisonfinale passen.

Hohndorf.

Der Titel-Traum war bereits zum Greifen nah - und stand zuletzt plötzlich doch auf der Kippe. Nun aber hat es trotz allem geklappt: Motorradrennfahrer Johannes Kehrer hat die Offene Tschechische Supermono-Meisterschaft gewonnen. Mit seinem insgesamt achten Titel beendet der 64-jährige Hohndorfer seine Laufbahn.

Der Erzgebirger, der 1967 bei einem Bergrennen in Stollberg sein Debüt feierte, wurde zuletzt vom Pech verfolgt. So stürzte Kehrer nur wenige Tage vor dem Finale der Internationalen Tschechischen Meisterschaft bei einer Trainingsfahrt in Most unverschuldet. Ein Kontrahent hatte sein Motorrad touchiert. Angesichts der Verletzungen - mehrere Knochenbrüche mussten operiert werden - war ein Start beim Saisonfinale in Radvanice unmöglich. Kehrer lag zwar in Führung, doch den Verfolgern bot sich die große Chance, vorbeizuziehen.

"Abrupt außer Gefecht gesetzt, habe ich die Meisterschaft schon davonschwimmen sehen", erzählt der 64-Jährige. "Im ungünstigsten Fall wäre ich Dritter geworden. Um auf Platz 1 zu bleiben, hätte schon ein Motordefekt oder eine ungünstige Platzierung beider Konkurrenten eintreten müssen. Oder aber ein Unwetter, wie es in der Vergangenheit schon stattgefunden hat", schildert Kehrer seine Gedanken vor dem letzten Rennen. Doch es kam anders. "Das wünscht man niemandem", sagt der Hohndorfer, der in einem Telefonat mit Rennfahrer Daniel Zörnweg erfuhr, dass das Supermono-Rennen aufgrund eines tödlichen Unfalls im vorherigen Supersport-Rennen kurzfristig vom Veranstalter abgesagt wurde.

Nur allzu gern hätte Johannes Kehrer den Erfolg auf der Rennpiste perfekt gemacht, doch auch so ist er stolz: "Nun bin ich am Ende meiner Karriere doch noch einmal Meister geworden." Es war sein fünfter Titelgewinn im Nachbarland. 1986 und 1990 war der Hohndorfer zudem in der 250er- beziehungsweise 500er-Klasse DDR-Meister geworden. Der für ihn wertvollste Titel ist jedoch der Sieg im Pokal der Sozialistischen Länder 1986, da die Serie einer Ostblock-Europameisterschaft gleichkam. In der nächsten Saison wird Johannes Kehrer mit Sohn Nico Kehrer die Rollen tauschen. Dann betreut der 64-Jährige den Junior, der nach einer Verletzungspause wieder angreifen will.

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