Letten halten Chemnitzer Team weiter die Treue

Beim internationalen Gewichtheberturnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen sorgte Rebeka Koha für ein Novum.

Meißen.

Ihr galten besondere Ovationen der Zuschauer in der proppenvollen neuen Halle von Meißen: Rebeka Koha durfte bei der Siegerehrung bereits zum dritten Mal die wertvolle Porzellanvase in Empfang nehmen. Die junge Lettin, die in der Bundesliga für den Chemnitzer AC hebt, sorgte damit für ein Novum. Denn ein Hattrick gelang noch keiner Frau in der Geschichte des Traditionsturniers um den Pokal der Blauen Schwerter, das nach knapp 18 Jahren Pause seit 2012 wieder stattfindet. Auch bei den Männern schaffte diese außergewöhnliche Serie bei der stets hochkarätig besetzten Veranstaltung - Heber aus neun Ländern - noch kein Teilnehmer. Einzig Max Lang trug sich bisher dreimal in die Siegerliste (2102, 2013, 2017) ein, aber nicht in Folge.

Rebeka Koha, die als aktuelle Europameisterin anreiste, zeigte zuvor erneut einen Superwettkampf. Nach sechs blitzsauberen Versuchen kam die 19-Jährige auf starke 169 Relativpunkte, die außergewöhnlich für eine Frau sind. In der separaten Wertung besaß sie 24 Zähler Vorsprung. Lange führte sie auch das Gesamtranking an, ehe sich noch ein renommiertes Männerquartett knapp vorbeischob. Dabei verlief die Entscheidung spannend bis zum allerletzten Versuch. Europameister Arkadiusz Michalski aus Polen ließ eine Steigerung von zehn Kilogramm auflegen, meisterte diese mit großem Kampfgeist und gewann so mit 185 Punkten erstmals die Trophäe. Ritvars Suharevs, Trainingsgefährte von Rebeka Koha und ebenso für den CAC startend, hatte mit nur einem Zähler das Nachsehen. Nach kurzen Momenten der Enttäuschung überwog auch beim 19-Jährigen die Freude, zumal er sich gegenüber der EM Anfang April sogar steigern konnte.

"Es war alles okay. Beide haben auch mit Blick auf die Junioren-WM wieder starke Leistungen gezeigt", resümierte ihr Trainer Eduards Andruškevics deshalb zufrieden. Sehr interessiert verfolgte der lettische Nationalcoach dabei auch die Auftritte von Julian Pianski, den er von den CAC-Bundesliga-Auftritten kennt, gab zusätzliche Tipps, fachsimpelte mit dessen Trainer Petr Hruby. Der 19-Jährige selbst konnte sich bei der internationalen Bewährungsprobe den größten Wunsch für diese Saison erfüllen: Mit 228 Kilogramm (148; 180) steigerte er nicht nur seine persönlichen Rekorde, sondern bewältigte gleichzeitig die Norm für die Junioren-WM. "Natürlich freue ich mich riesig, dass ich das geschafft habe. Aber meine Gefühle sind auch gemischt, weil die anderen Versuche leider nicht klappten. Das war schon ärgerlich", meinte Julian Pianski, für den nach den Trainingsleistungen mehr drin war. Bis zu seinem Topereignis will der Schüler am Sportgymnasium, der mehrfacher Deutscher Meister ist und zweimal an der Jugend-EM (5.; 6.) teilnahm, nun weiter zulegen.

Bei den Titelkämpfen Anfang Juli in Taschkent trifft er so auch wieder seine Teamgefährten aus Lettland, über deren Stärke er voller Hochachtung spricht. "Das ist schon erstaunlich, was sie bewältigen", wertete der Torgauer. Auch er ist deshalb sehr froh, dass die Heber aus dem Baltikum weiterhin die CAC-Mannschaft verstärken. In Meißen erhielt Coach Andreas Rehwagen die definitive Zusage für die nächste Serie.

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