Letztes Viertel kostet Niners den Aufstieg

Die Chemnitzer Basketballer haben es nicht geschafft, eine starke Saison mit dem Aufstieg in die Bundesliga zu krönen. Gegen die Gotha Rockets verlor die Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore am Mittwochabend mit 67:70. Drei Viertel waren gut, das letzte nicht mehr.

Chemnitz. Zehn Minuten zum Vergessen haben den Niners den Aufstieg in die Bundesliga gekostet. Die Chemnitzer verloren am Mittwochabend 67:70 (36:27) gegen die Gotha Rockets und damit auch die Halbfinalserie mit 2:3. Die Rockets feierten in der Hartmannhalle den Aufstieg und den Finaleinzug, wo nun der Mitteldeutsche BC auf die Thüringer wartet.

"Ich bin extrem enttäuscht", sagte Joe Lawson. Der US-Amerikaner, der von den eigenen Fans zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt wurde und in der vorigen Saison noch bei den Rockets unter Vertrag, beließ es nach der so knappen Pleite bei wenigen Worten: "Sie haben drei Punkte mehr gemacht. Sie haben am Ende besser geworfen. So ist das eben beim Basketball."

In der Anfangsphase prägten gute Defensive und fehlendes Wurfglück auf beiden Seiten das Geschehen. Im zweiten Viertel waren es die jungen Eigengewächse der Niners, die mit ihren Aktionen den ersten Vorsprung herausholten. Richter verwandelte einen Dreier und zwei Freiwürfe, Daniel Mixich setzte noch einen Dreipunktewurf hintendrauf. Als Craig Bradshaw den 11:0-Lauf der Gastgeber krönte und auf 22:11 erhöhte, nahm Gothas Trainer Ivan Pavic seine erste Auszeit. Der Gäste-Coach fand offensichtlich die richtigen Worte, denn sein Team konnte wieder auf drei Punkte herankommen.

Die Niners verloren aber nicht den Faden. Die Höhepunkte setzte Chris Carter. Dem Amerikaner gelang nicht nur eine Wurfquote von 100 Prozent, sondern auch drei Assists - mit einem Alley-Oop zu Martin Seiferth setzte er ein spektakuläres Ausrufezeichen. Bei einem Alley-Oop wird ein Mitspieler im Sprung so bedient, dass er die Kugel direkt durch den Ring stopfen kann. Am Ende war Carter gemeinsam mit Virgil Matthews (je 13 Zähler) bester Werfer der Gastgeber.

Chemnitz ging verdient mit einem Neun-Punkte-Vorsprung in die Pause. Vor allem die Ballverluste, bisher der Schwachpunkt in der Halbfinalserie, hielten sich mit fünf Turnovern in Grenzen. Nach dem Seitenwechsel konnten die Niners die Rockets weiter auf Distanz halten, weil deren Leistungsträger in Schach gehalten werden konnte, ohne zu viele Fouls zu begehen: Der routinierte US-Amerikaner Darrel Mitchell schaffte über 30 Minuten nur sieben Punkte. Chemnitz nahm ein 48:41 mit in das Schlussviertel. Dort drehte Mitchell jedoch auf. Die Rockets zogen vorbei und lagen 60 Sekunden vor der Schlusssirene mit drei Punkten vorne.

Dann wurde es dramatisch: Virgil Matthews glich mit einem Dreier aus, Mitchell antwortete prompt - 64:67. Joe Lawson verwarf und so mussten die Niners bei noch 6,5 Sekunden Restspielzeit foulen, um die Uhr zu stoppen. An der Freiwurflinie behielt Robert Oehle die Nerven, machte beide Versuche rein - 64:69 bei nur noch 1,5 Sekunden auf der Uhr. Virgil Matthews traf zwar noch einen Dreier und Gothas Maximilian wurde gefoult. Aber bei noch 0,6 Sekunden Spielzeit war es egal, dass der Aufbauspieler der Rockets nur einen Freiwurf zum 67:70-Endstand verwandelte.

"Wir sind im letzten Viertel eingebrochen, haben 29 Punkte kassiert", sagte Richter. "Wir waren physisch nicht in der Lage, bis zum Schluss konsequent dagegenzuhalten", meinte der 18-jährige gebürtige Chemnitzer. Malte Ziegenhagen machte vor allem ein Problem bei den Rebounds aus: "Wenn wir schlechte Würfe erzwungen haben, konnten wir den Ball danach nicht einsammeln." Der eigene Anhang ließ sich nicht unterkriegen, bejubelte die eigene Mannschaft auf der Ehrenrunde, klopfte Schultern, spendete Trost. "Großes Dankeschön an die Fans", erklärte der gebürtige Chemnitzer in den Reihen der Niners, Richter. "Bitter, dass wir jetzt nicht mit unseren Fans jetzt den Aufstieg feiern können. Wir hatten drei Matchbälle und konnten keinen nutzen."

Mit 2:0 Siegen hatten die Niners die Halbfinalserie angeführt, doch die Rockets kämpften sich zurück und erreichten mit ihrem Erfolg das Ziel, das sie sich vor der Saison gestellt, aber an das sie nach einer schwachen regulären Saison schon den Glauben verloren hatten. Für die Niners war bereits mit dem Playoff-Einzug die Vorgabe erreicht. Weil der Traum vom Aufstieg so nah war, konnte das am Mittwoch so recht keinen trösten.

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