Lockvogel-Einsatz führt zu TV-Karriere

Was macht eigentlich ... Daniel Benetka? Der einstige Football-Profi ist in die Schauspielzunft gewechselt. Durch Zufall.

Zwickau/Berlin.

Er hätte der Dirk Nowitzki des American Football werden können. Zwischen 2000 und 2005 stand der Zwickauer fünfmal auf dem Sprung in die US-Profiliga NFL - bei den San Francisco 49ers, den Indianapolis Colts, den New England Patriots, den Kansas City Chiefs und den Atlanta Falcons.

Talentespähern war der 1,94 Meter große, durchtrainierte Modellathlet während seines Sportstudiums an der Universität von Idaho aufgefallen. Der Traum von einer Profi-Karriere in der nordamerikanischen Football-Liga erfüllte sich jedoch nicht. Beim letzten Anlauf bedeutete ein Bänderriss im Handgelenk das vorzeitige Aus. Dafür avancierte der Sachse in der NFL Europe zum Publikumsliebling bei Frankfurt Galaxy. Er war an den World-Bowl-Triumphen von 2003 und 2006 beteiligt. Als 2007 der Spielbetrieb eingestellt wurde, engagierte sich Daniel Benetka im neu gegründeten AFC Universe Frankfurt. "Den Klub gibt's noch. Der spielt in der 2.Liga, aber ich bin da nicht mehr involviert, nur noch als Mitglied", erzählt der 39-Jährige, der zwischenzeitlich auch im Trainerstab der Dresden Monarchs tätig war.

Daniel Benetka kehrte zurück nach Sachsen. "Ich habe in Leipzig eine Firma für Sportausstattung aufgemacht", schildert er seinen weiteren Werdegang. "Ich verkaufe Fitnessgeräte für Studios und Olympiastützpunkte." Nebenbei begann er vor drei Jahren ein bisschen mit Schauspielern. Los ging's als Komparse für "Verstehen Sie Spaß?". Durch einen Zufall. "Ich bin für einen Kumpel eingesprungen, der an dem Tag nicht konnte, und die fanden das richtig cool. So war ich mehrfach als Lockvogel im Einsatz", erzählt Benetka. "Durch diese Geschichte hat man mir geraten, ein Casting mitzumachen." Heraus sprangen einige kleinere Rollen.

Einem größeren Publikum ist er seit September vergangenen Jahres bekannt, als er in der RTL-2-Serie "Berlin - Tag & Nacht" (montags bis freitags, 19 Uhr) anfing. Dort verkörpert er Karl-Heinz "Kalle" Reinert. Für die Dreharbeiten ist er nach Berlin-Lichtenberg gezogen. "Die Serie soll wie im echten Leben rüberkommen", sagt der 39-Jährige. Über konkrete Inhalte darf er sich nicht äußern, doch er fühlt sich wohl und kommt gut aus mit den Kollegen. Früher genoss er als Football-Star in Frankfurt (Main) eine Riesenpopularität, heute wird er auf der Straße wegen seiner Rolle angesprochen. "Ich habe auch eine Seite bei Facebook, die schon über 36.000 Fans hat. Das ist Wahnsinn!"

Zum Ausgleich betreibt er Fitnesssport. Seine zwei Hunde - Tussi und Baby - halten ihn ebenfalls auf Trab. Gern denkt er an die alten Zeiten zurück. "Was mein Leben nachhaltig am meisten beeinflusst hat, war schon das Footballspiel, weil ich dort viele Leute kennengelernt habe und das auch vom Abenteuer-Faktor her am größten war", betont Benetka. "Aber menschlich geprägt worden bin ich vor allem durch die Leichtathletik. Trainer Dietrich Helaß ist stets ein Mentor für mich gewesen, und daraus ist eine richtige Freundschaft entstanden." Einmal im Monat kommt er nach Zwickau, um seine Eltern in Weißenborn zu besuchen. "Egal, was ich gemacht habe, sie standen immer hinter mir und haben mich unterstützt."

Neben seiner Mitarbeit an der Vorabend-Fernsehserie will sich Daniel Benetka auch sozial engagieren. "Deshalb habe ich ein Team Beneti-Spaghetti gegründet. Das will ich in Zukunft noch ausbauen und gemeinnützige Projekte starten."


Leichtathletik-Talent gehörte im Juniorenbereich zur deutschen Spitze im Diskuswurf

Geboren am 17. November 1974, begann Daniel Benetka seine sportliche Entwicklung 1981 als Judoka. 1990 sattelte er auf Leichtathletik um. Trainer Dietrich Helaß vom LV Olympia Zwickau führte seinen ehrgeizigen Schützling zu mehreren Sachsenmeistertiteln im Diskuswurf und Kugelstoßen. In beiden Disziplinen ist er immer noch Kreisrekordhalter. Der Bundes-B-Kader gehörte im Juniorenbereich zur deutschen Spitze im Diskuswurf. Im Training schaffte er Weiten über 64 Meter. Das große Ziel Olympia sollte sich jedoch nicht erfüllen. Beste Platzierung bei nationalen Titelkämpfen war ein vierter Rang bei den deutschen Juniorenmeisterschaften im August 1996 in Lübeck. Der süddeutsche Diskuswurf-Juniorenmeister des gleichen Jahres belegte bei der Zwickauer Sportlerumfrage der "Freien Presse" 1993 und 1996

jeweils den dritten Platz.

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