Mauersberger im Stil von Mario Götze

Der Chemnitzer FC hat in der 3. Fußball-Liga wieder ein Lebenszeichen gesendet. Im Sachsenderby gegen RB Leipzig gab es einen 3:1-Sieg und erfrischenden Angriffsfußball.

Chemnitz.

Am Mittag vor dem Spiel hatte ihm Trainer Karsten Heine gesagt, dass er erstmals in einem Punktspiel von Anfang an ran darf, nach 73 Minuten in der Partie gegen RB Leipzig wurde er bei seiner Auswechslung von den Fans mit Ovationen überschüttet. Für den nur 1,70 Meter großen Christian Mauersberger ging damit ein großer Fußballtag zu Ende, an den er sicher noch lange zurückdenken wird.

"Es ist ein wunderbares Gefühl, für mich und natürlich auch für die Mannschaft, dass wir gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig nicht nur gewonnen, sondern auch den Fans wieder einmal ein gutes Spiel gezeigt haben", sagte der 18-Jährige nach dem Spiel und musste dabei immer wieder Glückwünsche entgegennehmen. Darunter von seiner Familie, die aus dem erzgebirgischen Steinbach angereist war. Schon bei seiner Auswechslung hatten Tino Semmer, der für ihn ins Spiel kam, und Co-Trainer Torsten Bittermann ihn in den Arm genommen. Von Trainer Karsten Heine bekam er einen freundschaftlichen Klaps.

Mauersberger, der in seiner Art Fußball zu spielen an Nationalspieler Mario Götze vom FC Bayern erinnert, hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Chemnitzer FC wieder für positive Schlagzeilen sorgt. Nach 17 Minuten stand das Talent, das beim VfB Annaberg das Fußball-Abc erlernte, goldrichtig. Als RB-Torhüter Coltorti einen Schuss von Ronny Garbuschewski nur abprallen konnte, verwandelte er aus Nahdistanz zum 1:0. Der Torvorbereiter selbst legte zwei Minuten zum 2:0 nach, als er nach einem tollen Solo Coltorti keine Chance ließ. "Wir haben uns am Mittwoch in der Mannschaft zusammengesetzt und uns verständigt, dass es nicht so weitergehen kann. In uns steckt mehr Potenzial, als wir es bisher gezeigt hatten. Ich denke, gegen RB haben wir es bewiesen", meinte Mauersberger.

Nicht nur der überraschende Einsatz eines 18-Jährigen schien die Leipziger im Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellen-16. überrascht zu haben. CFC-Trainer Heine stellte sein System um und agierte mit Fink nur als einziger Sturmspitze und einem kompakten Mittelfeld. Dadurch schufen die Himmelblauen immer wieder Überraschungsmomente im Spiel, sodass sich die Messestädter nach dem 0:2-Rückstand nach 20 Minuten überrascht die Augen rieben.

Auf die neue Spielweise der Chemnitzer kam nach der Partie auch Josef Cinar zurück. Der Abwehrrecke sorgte zwar mit einigen Querschlägern für kurzzeitige Verwirrung im CFC-Spiel, hatte aber insgesamt seine Nebenleute im Griff. "Es geht nur mit Engagement und hoher Laufbereitschaft, mit dem Kampf um jeden Ball. Sonst kannst du in der 3. Liga nichts gewinnen. Nicht gegen RB und auch nicht gegen jede andere Mannschaft", resümierte Cinar die Partie und fügte schmunzelnd hinzu: "Wir lagen am Boden. Jetzt sind wir wieder aufgestanden."

Bereits in seinem zweiten Spiel als CFC-Trainer ist augenscheinlich die Handschrift von Karsten Heine zu erkennen. Die Mannschaft spielt offensiveren Fußball, zeigte Biss und Einsatzbereitschaft, setzt immer wieder nach und gibt im Mittelfeld praktisch keinen Ball verloren. "Diese Art Pressing üben wir täglich im Training. Es trägt langsam Früchte", schätzte Heine ein.

Er freute sich besonders über seinen Glücksgriff mit Christian Mauersberger: "Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er ist ein guter Fußballer, hat in der Woche ordentlich trainiert und seine Aufgaben im Spiel erfüllt." Dass es nun in jedem Spiel optimal läuft, so blauäugig ist das Talent aus dem Erzgebirge nicht. "Ich verlange jetzt keinen Stammplatz. Der Trainer weiß aber, er kann sich auf mich verlassen", gab sich Mauersberger bescheiden. Karsten Heine wird es mit Wohlwollen registrieren. Im nächsten Auswärtsspiel am Sonnabend beim FC Rot-Weiß Erfurt hat er zumindest jetzt einige Alternativen.

Statistik: Chemnitz: Pentke - Bankert, Conrad (V), Cinar, Birk (V) - Hensel (63. Pusch), Stenzel - Garbuschewski, Mauersberger (73. Semmer), Pfeffer (78. Kegel) - Fink. Leipzig: Coltorti (V) - Heidinger, Franke, Hoheneder (V), Jung (22. Sebastian) - Kaiser, Ernst, Kimmich (V/61. Morys) - Kammlott (73. Röttger), Frahn, Thomalla. Schiedsrichter: Perl (Pullach), Tore: 1:0 Mauersberger (17.), 2:0 Garbuschewski (19.), 2:1 Thomalla (23.), 3:1 Semmer (87.), Zuschauer: 8305.

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