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Abschied vom Schlitten: Vivian Bierbaum im DKB-Eiskanal in Altenberg.

Foto: Kristian Hahn

Bob-Talent zieht Schlussstrich

Die Marbacherin Vivian Bierbaum beendet ihre kurze Karriere im Eiskanal. Sie drückt nun wieder die Schulbank.

Von Stephan Klingbeil
erschienen am 14.02.2018

Marbach. Studium statt Schlitten: Nachwuchshoffnung Vivian Bierbaum vom BSC Sachsen Oberbärenburg hat sich vom Bobsport verabschiedet. "Sie hat ihre Laufbahn beendet", bestätigte Stützpunkttrainer Andreas Zschocke. Nachdem die junge Sportlerin aus Marbach im Vorjahr in Altenberg ihr Abitur gemacht hatte, gab es mehrere Gespräche mit der heute 20-Jährigen über die sportliche Zukunft. "Fahrerisch hat sich Vivian wirklich gut entwickelt, aber am Start haperte es bis zuletzt bei der Erfüllung der geforderten Norm", erklärte Zschocke. "Daran hat sie sich leider die Zähne ausgebissen." Die ehemalige Leichtathletin hört somit nach nur drei Jahren mit dem Bobsport auf und konzentriert sich stattdessen auf ihr Medizinstudium in Halle.

"Ich war mit manchen Sachen einfach nicht mehr einverstanden. Zumal ich viel Zeit in den Sport investiert habe", sagt die Studentin, ohne ins Detail gehen zu wollen. "Manchmal muss man im Leben entscheiden, was wichtiger ist, einen weiter bringt und wie die eigene Zukunft aussehen soll", sagt Vivian Bierbaum. Deswegen habe sie sich für ihr Studium entschieden. "Denn so einen Platz an der Uni bekommt man sehr schwer", weiß die junge Dame aus Mittelsachsen, die ihr Abitur an der Eliteschule des Sports mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abgelegt hatte. Nun trainiere sie drei bis viermal pro Woche nebenbei ab. "Einen anderen Sport auf Leistungsebene wird es für mich nicht mehr geben."

Dennoch sei es eine unheimlich prägende Zeit gewesen. "Ich bin durch Europa gereist, habe viel erlebt." Nebenbei lief auch noch erfolgreich die Schule. Die Marbacherin war einst über ein Casting im Altenberger Eiskanal zum Bobsport gekommen. Im Mai 2014 hatte der Rennrodel-, Bob- und Skeletonverband Sachsen diese Offensive gestartet, um Talente für Olympia 2018 in Pyeongchang zu finden. Nach dem Rücktritt von Cathleen Martini, der Oberbärenburger Ex-Weltmeisterin, gab es kein deutsches Frauenteam im Bobsport, das international mithalten konnte.

Der Traum von Olympia bleibt Vivian Bierbaum nun verwehrt. Beim Casting schnitt die Leichtathletin vom LV Erzgebirge damals am besten ab und wechselte auf das Internat in Altenberg. Bereits im zweiten Winter stellten sich erste Erfolge ein. Im Monobob packte sie 2015/16 unter anderem mit einem 1. Platz in Innsbruck-Igls die Qualifikation für die Youth Olympic Games im norwegischen Lillehammer. Bei diesen Nachwuchs-Winterspielen machte die Marbacherin ebenfalls nachdrücklich auf sich aufmerksam und fuhr auf Rang 6. Weitere Erfolge blieben allerdings aus.

 
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