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Die Nummer der Olympischen Spiele von Grenoble hat Eberhard Riedel noch - und einen Packen an Erinnerungen. Denn seine erfolgreichste Zeit fällt mit der traurigsten zusammen.

Foto: Thomas Fritzsch

Slowenien bleibt noch immer Riedels Bastion

Eberhard Riedel wird heute 80 Jahre alt - und denkt an Olympia vor 50 Jahren in Grenoble. Die Erinnerungen sind nicht nur gute.

Von Thomas Schmidt
erschienen am 14.02.2018

Oberwiesenthal. Heute wird gefeiert. Der 80. Geburtstag eines Alpinskisportlers, der auf etwas stolz sein darf, was seither kein anderer Deutscher geschafft hat: den Riesenslalom im slowenischen Kranjska Gora zu gewinnen. "Diesen Erfolg 1967 - und den Sieg in Adelboden 1961 - betrachte ich wie Medaillen", sagt Eberhard Riedel angesichts der laufenden Olympischen Spiele. An die vor 50 Jahren, als er als "Wunder vom Fichtelberg" in Grenoble am Start stand, erinnert er sich mit gemischten Gefühlen.

Riedel galt als Aushängeschild des ostdeutschen Skisports in den 1950er- und 1960er-Jahren. Der wohl prominenteste Skirennläufer der DDR, in Lauter geboren, war dreifacher Olympia- und zweifacher WM-Teilnehmer. Für den Sieg beim Riesentorlauf in Adelboden, seinem Karriere-Höhepunkt, durfte er 2004 seine Abdrücke auf dem "Place of Fame" hinterlassen. Erst Felix Neureuther schaffte es als nächster Deutscher, in Adelboden zu triumphieren - 53 Jahre nach dem Sieg von Riedel, der mit Hannelore verheiratet und Vater von zwei Söhnen ist.

"Ich habe viel erlebt, durfte als DDR-Bürger im Zeichen des Sports ins Ausland, kam bis nach Südamerika. Ich bin dankbar und glücklich", sagt der Jubilar. Nach seiner Aktivenlaufbahn arbeitete er als Sportwissenschaftler und Trainer im Fußball, im Alpinski und im Skispringen. Selbst Jens Weißflog zählte einst zu seinen Schützlingen.

Seit 1952 lebt Eberhard Riedel in Oberwiesenthal. "Dem Erzgebirge bin ich immer treu geblieben", sagt der 80-Jährige. Vor 50 Jahren fiel das nicht leicht. Für das Ski-Ass brach die schwierigste Zeit als Sportler an. Eine, über die er selten geredet hat. "Wir haben 1968 etwa vier Wochen vor Olympia erfahren, dass unsere Sportart wegrationalisiert wird", sagt er mit Bitterkeit in der Stimme. Denn alles, was Tendenz zum Profisport hatte, war nicht mehr gern gesehen in der DDR. Riedel selbst ist sich sicher, dass er deshalb in Grenoble sogar bewusst ausgebremst wurde. "Unseren Betreuern wurden vor der Abfahrt die Funkgeräte abgenommen. Wahrscheinlich, weil es schwierig geworden wäre, uns im Falle eines Erfolgs abzuwickeln", glaubt der einst aussichtsreiche Athlet. "Doch ohne Informationen, dazu bei viel Neuschnee und viel Sturm, waren wir zum Scheitern verurteilt", erinnert sich Riedel. "Anfangs hatte ich die zweitschnellste Zwischenzeit, dann bin ich schwer gestürzt und ausgeschieden", erzählt er. Platz 13 im Slalom und der 43. Rang im Riesenslalom, mit Sturz und Aufrappeln im ersten Durchgang, blieben so seine letzten Olympiaplatzierungen. Deshalb denkt Eberhard Riedel lieber an "Plaketten" von Kranjska Gora und Adelboden. Heute wird er seinen Gästen davon zu erzählen haben.

 
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