Olympiatagebuch: Teure Pause

Volles Programm am Morgen und am Abend - die Tage bei den Olympischen Spielen können ziemlich lang werden. Einige Wettbewerbe enden in Südkorea erst nach Mitternacht. Der Sieg von Skispringer Andreas Wellinger stand zum Beispiel erst um 0.20 Uhr Ortszeit fest. Die für Übertragungsrechte zahlenden Fernsehsender wollen möglichst viele Zuschauer. Um in Europa, wo die meisten Wintersportfans leben, die beste Quote zu erzielen, finden die Medaillenentscheidungen möglichst spät statt. Oder ganz früh, damit die Nordamerikaner auf ihre Kosten kommen.

In den Mittagsstunden in Pyeongchang entsteht dadurch Wartezeit. Die lässt sich herrlich in Olympia-Souvenirläden vertreiben. Der größte steht mitten zwischen den Eishallen in Gangneung, wo unter anderem Eishockey, Eiskunstlaufen, Curling und Eisschnelllaufen ausgetragen werden. Die Maskottchen Soohorang und Bandabi als Stofftiere, Schals, Decken, Wollmütze und Handschuhe. Soohorang und Bandabi gibt es auch aus Lego-ähnlichen Steinen zum Selbstbauen oder als 3-D-Modelle zum Bemalen. Im Grunde gibt es alles, was sich in Form der Maskottchen herstellen lässt oder worauf sich der Schwarzbär und der weiße Tiger draufdrucken lassen. Es geht aber auch teurer: Eine Olympia-Goldmünze, etwa so groß wie ein 2-Euro-Stück, kostet knapp drei Millionen Won, umgerechnet 2200 Euro. Der Verkaufsschlager ist jedoch ein extra für die Winterspiele aufgelegter Geldschein. Der Wert: 2000 Won (etwa 1,50 Euro), zu kaufen für 169.000 Won (126 Euro). Am fünften Tag der Winterspiele bereits ausverkauft.

Ich muss über die - teilweise doch sehr kitschigen - Artikel ein wenig schmunzeln. Als ich die rosafarbenen Haarreifen mit den Ohren des Tigers Soohorang, die dank LEDs auch noch rot blinken, sehe, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Was ich mir ebenfalls nicht verkneifen konnte: als werdender Vater selbst zuzuschlagen. Und wahrscheinlich musste jemand, der mich bei der Auswahl der kleinen Handschuhe beobachtete, lachen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...