Oberwiesenthalerin Julia Taubitz: Das war mega

Die deutschen Rennrodler haben mit durchwachsenen Ergebnissen die vorolympischen Tests in Südkorea abgeschlossen. Jubeln konnte vor allem eine Oberwiesenthalerin.

Pyeongchang/Chemnitz.

Die Siegerfaust hat sie schon einmal drauf. Als Julia Taubitz am Sonnabend nach dem zweiten Lauf beim Weltcup auf der Olympiabahn in Pyeongchang auf die Anzeigetafel blickte, kannte ihr Jubel keine Grenzen. Die 20-jährige Rennrodlerin vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal hatte gerade den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere eingefahren. Erstmals fuhr sie bei einem Weltcup auf das Podest. Nach zwei Läufen musste sie nur der Russin Tatjana Iwanowa und ihrer Teamkollegin Natalie Geisenberger den Vortritt lassen. Die Miesbacherin war bei der WM in Igls ohne Medaille geblieben, sicherte sich aber in Südkorea vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup. Mit dem fünften Erfolg in der Gesamtwertung zog Geisenberger mit den Rekordgewinnerinnen Silke Kraushaar-Pielach und Tatjana Hüfner gleich, die beide auch fünf Gesamtsiege feiern durften. Die Blankenburgerin kam in Pyeongchang nicht über den vierten Rang hinaus.

"Das ist meine erste Medaille im Weltcup. Und dabei war der zweite Lauf gar nicht so gut. Das ist einfach mega", strahlte die gebürtige Annabergerin, die nicht verhehlte, dass ihr das Layout der Eisrinne, auf der in einem Jahr die Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen ermittelt werden, gut liegt. "Ich habe hier ein gutes Gefühl. Außerdem gibt mir der Erfolg Rückenwind für Olympia", fügte Taubitz hinzu. Das Talent, das in der vergangenen Saison bereits als U-23-Weltmeisterin in Königssee auf sich aufmerksam gemacht hatte, verbesserte sich damit auf Rang zwölf im Weltcup. Das bedeutet, dass sie in Altenberg in der Gesetztengruppe an den Start geht.

"Julia hat ein Ausrufezeichen gesetzt. Sie kam von Anfang an gut mit der Bahn, die ein besonderes Lenkgefühl verlangt, gut zurecht", wertete Bundestrainer Torsten Görlitzer im Gespräch mit der "Freien Presse". Der Oberwiesenthaler lobte auch seinen Schützling Ralf Palik, der trotz seiner Schulterverletzung im Training und im Nationencup eine gute Figur abgegeben habe. Palik wird am Mittwoch im bayerischen Trostberg von einem Spezialisten an der Schulter operiert und dann in Chemnitz eine Reha absolvieren.

Jubeln konnte in Südkorea auch das Doppel Toni Eggert und Sascha Benecken. Mit ihrem Erfolg sicherten sie sich wie Natalie Geisenberger den Weltcup-Gesamtsieg. Die Weltmeister siegten vor ihren Landsleuten Tobias Wendl/Tobias Arlt und Robin Geueke/David Gamm.

Für Felix Loch dagegen setzte sich eine Saison, die für ihn außer dem Weltcupsieg in Oberhof insgesamt enttäuschend verlief, mit einem weiteren Rückschlag fort. Wegen eines grippalen Infekts konnte der Berchtesgadener in Pyeongchang nicht an den Start gehen. Damit verpasste er auch seine letzte Chance auf den Gesamtsieg. Die hätte sich für ihn sogar noch ergeben, da der der führende Russe Roman Repilow nicht über Rang 28 hinaus kam und dessen Landsmann Semen Pawlichenko nur 14. wurde. Als Überraschungssieger beim Olympiatest ging der Italiener Dominik Fischnaller hervor.

 Altenberg ruft zum Finale

Auf der Bahn im Kohlgrund findet am kommenden Wochenende das Weltcupfinale der Rennrodler statt. Während bei den Damen mit Natalie Geisenberger und dem Doppel Toni Eggert und Sascha Benecken die Gesamtsieger bereits feststehen, ist der Ausgang bei den Herren noch offen.

Die Wettbewerbe beginnen bereits am Freitag ab 8.30 Uhr mit dem Nationencup. Am Sonnabend stehen die Rennen der Doppelsitzer (10.05 Uhr) und Herren (12.50 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag runden die Rennen der Damen (9.30 Uhr) und der Teamstaffel (12.40 Uhr) das Weltcup-Wochenende ab.

Eine Startmöglichkeit erhalten in Altenberg der Zwickauer Chris Eißler und Junioren-Weltmeisterin Jessica Tiebel aus Altenberg. Beide sind am Freitag im Nationencup dabei.

Wer im Faschingskostüm am Sonnabend und Sonntag zu den Rennen an die Bahn kommt, erhält freien Eintritt. (sg)

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