RB Leipzig: Zweite Halbzeit taugt als Mutmacher

RB Leipzig bezahlt bei 0:2-Schlappe in Istanbul für Unerfahrenheit

Leipzig.

Am Mittwoch bleibt es ruhig auf dem Trainingsgelände von RB Leipzig. Trainer Ralph Hasenhüttl hat seiner Mannschaft eine Pause verordnet. "Das ist der erste freie Tag nach dreieinhalb Wochen. Wir müssen mal wieder Frische bekommen, vor allem im Kopf", begründete der Österreicher seine Entscheidung.

Am Dienstag hatte seine Mannschaft im Champions-League-Spiel bei Besiktas Istanbul diesen frischen Kopf vermissen lassen. Vor allem in der ersten Halbzeit wirkten die Leipziger sehr beeindruckt von Atmosphäre und Gegner. Besser wurde es nach der Pause. Da war es allerdings schon zu spät, die Türken hatten bereits zweimal getroffen. Bis zum Schluss blieb es beim 0:2 aus RB-Sicht. So fuhren die Leipziger mit einer Menge neuer Erfahrungen, aber eben ohne Punkte heim. Die Umstände waren neu für die Sachsen. Zum einen war es im Stadion extrem laut. "Eine normale Kommunikation war über zwei, drei Meter nicht möglich", meinte Hasenhüttl. Diese Lautstärke trug ihren Teil dazu bei, dass Toptorjäger Timo Werner zeitig ausgewechselt werden musste. Er hatte sich immer wieder die Ohren zugehalten, später Stöpsel bekommen. Trotzdem bekam er Atem- und Kreislaufprobleme. Sein Einsatz am Sonntag beim Spiel in Köln ist fraglich. Dann ging in Istanbul genau in der Drangphase der Leipziger ein Teil der Fluchtlichter aus, das Spiel musste für elf Minuten unterbrochen werden.

"Das ist internationale Härte. Da gehört alles dazu", ordnete Hasenhüttl das Spiel ein, sagte aber auch klar: "Die Ausrede zählt in Zukunft nicht mehr." Aus den jetzt gemachten Erfahrungen soll die Mannschaft lernen und ihre Schlüsse ziehen; erkennen, was zum internationalen Level noch fehlt. So abgeklärt die Leipziger in der Bundesliga spielen, so nervös wirken sie in der Königsklasse. Jetzt brauchen sie im Heimspiel gegen Porto in drei Wochen fast schon einen Sieg, damit die Expedition Europa nicht schon sehr früh aussichtslos wird.

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