CFC-Trainingslager: Duo auf besonderer Tour

Am Samstag wird noch einmal gegen ein chinesisches Team getestet, am Sonntag geht für den Chemnitzer FC das Trainingslager in Spanien zu Ende. Doch nicht alle aus dem Tross fliegen nach Hause.

Salou/Cambrils.

Ein Testspiel gegen einen chinesischen Erstligisten besitzt für den Chemnitzer FC sicherlich Seltenheitswert. Doch wenn das Team von Cheftrainer David Bergner am Samstag ab 11 Uhr im Rahmen des spanischen Trainingslagers auf Henan Jianye F.C. trifft, geht es weniger um die internationale Tragweite des Vergleichs. Vielmehr stellt das Spiel die Generalprobe für den scharfen Punktspielstart 2018 dar, der am 20. Januar zu Hause gegen den SC Paderborn vollzogen wird. "Jedes Testspiel ist ganz, ganz wichtig für die Sicherheit im Team. Ich kann in der Partie natürlich auch Schlüsse ziehen, wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, und so gegen Paderborn in der ersten Elf stehen wird", sagte Bergner.

Noch vor dem Anpfiff dieser Begegnung hat die medizinische Abteilung des CFC die erste Schicht hinter sich. In den vergangenen Tagen fand unter Federführung von Mannschaftsarzt Dr. Dirk Harlos sowie den Physiotherapeuten Olaf Renn, Sebastian Lange und Florian Braband, der zugleich auch als Athletiktrainer agiert, am Morgen täglich eine Visite statt. "Dort wurden die verletzten oder angeschlagenen Spieler noch einmal untersucht und danach abgesprochen, in welchem Umfang sie trainieren können. Dazu gab es je nach Bedarf kurz Behandlungen oder Präparationen", berichtete Renn, der einst selbst beim CFC spielte. Und der 48-Jährige fügte hinzu: "Natürlich wurde auch stets der Trainer über den aktuellen Stand unterrichtet."

Auch in der Mittagspause blieb das Behandlungsteam nicht untätig. Zwischen den Trainingseinheiten galt es, die Muskeln der Spieler mittels Massagen zu lockern. Nicht immer hatte bei den bisherigen Trainingslagern des CFC ein Arzt die Reise mitangetreten. Dass nun Orthopäde Harlos mit vor Ort ist, erweist sich als vorteilhaft. Aber der Mediziner musste bis Freitag nicht "das große Besteck" herausholen, um Hilfe zu leisten. Die Verletzungen bewegten sich ausnahmslos in einem überschaubaren Rahmen. Auch die zuletzt angeschlagenen Jannik Bachmann und Björn Kluft waren am Freitag wieder voll belastbar.

Nach dem offiziellen Trainingsende gab es für Harlos und seine Kollegen jedoch noch keinen Feierabend. Denn nach den Belastungen des Tages landeten die meisten Kicker noch auf der Massagebank. "In der Regel hatten wir täglich bis 21.30 Uhr zu tun", erzählte Olaf Renn. Doch die Herren vom Behandlungsteam schauten nicht nur zu, was die Profis auf dem Rasen so trieben. Vielmehr waren sie mehrfach selbst aktiv, absolvierten zum Beispiel die Erwärmung mit. Wenn am Sonntag der sächsische Drittligist seine Zelte in Spanien abbricht, steht Renn nun eine besondere Rückreise bevor. Denn wenn das Team am späten Nachmittag vom Flughafen Barcelona Richtung Deutschland abhebt, sitzt der Physiotherapeut und ehemalige Fußballprofi längst im Auto. Gemeinsam mit Torwarttrainer Holger Hiemann, der am Freitag seinen 50. Geburtstag feierte, hatte er ein bis unter das Dach bepacktes Fahrzeug ans Mittelmeer gelenkt. "Wir transportieren nicht nur die gesamte Ausstattung wie Bälle, Trikots, Hütchen und Hürden, sondern auch alle Medikamente, medizinischen Hilfsmittel und eine Behandlungsliege", zählt Renn auf. Er wird am Sonntag kurz nach dem Frühstück mit Hiemann aufbrechen. "Wenn alles nach Plan klappt, treffen wir zeitgleich mit der Mannschaft im Sportforum in Chemnitz ein", hofft der Physiotherapeut.

Doch da muss wirklich alles passen. Schließlich hat das CFC-Duo die Aufgabe, eine Entfernung von rund 1.750 Kilometern zu bewältigen. Auf der Hinfahrt hatte die Besatzung 17 Stunden gebraucht, um das Ziel zu erreichen. "Das Fahren bereitete relativ wenig Stress, wir haben uns regelmäßig abgewechselt", sagte Renn. Um nicht in die besonders in Frankreich häufig aufgestellten Radarfallen zu tappen, sei ständige Aufmerksamkeit gefragt.

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