Putzteufel rücken im CFC-Stadion ein

In der Chemnitzer Fußballarena findet eine Messe für Reinigungsroboter und andere Innovationen statt. Bei der Vorstellung des Programms gab es eine Panne.

Nach dem Abschluss der Drittligasaison könnte beim Chemnitzer FC nun ein verspäteter Frühjahrsputz anstehen. Die Community4you-Arena jedenfalls wird in der kommenden Woche Austragungsort einer Fachmesse, auf der unter anderem Reinigungsroboter vorgestellt werden. Gestern wurden bei einem Pressegespräch schon einmal vier versprochen. "Mit den Geräten lässt sich ein Ergebnis erzielen, das kein Mensch so leisten kann. Das wird den Markt revolutionieren", sagte Michael Rohr von der Firma Diversy, die solche Geräte herstellt. Doch die Revolution muss warten. Ein selbstfahrender Roboter, der als ein Höhepunkt angekündigt wurde und vorgeführt werden sollte, kam aufgrund von Versandschwierigkeiten nicht rechtzeitig zum Pressegespräch in Chemnitz an.

Bis zum 24. Mai sollte die Lieferung aber eingetroffen sein. Dann werden die Ausstellungsbesucher erwartet. "Das ist aber keine Messe für die normale Hausfrau", schränkte Jens Vogt vom Veranstalter Igefa ein. Stattdessen richtet sich das Angebot an Geschäftskunden. Die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen.

Das CFC-Stadion sei ausgewählt worden, weil es "charmant und professionell betrieben ist und uns die Fläche bietet, die wir brauchen", sagte Vogt. "Außerdem wird es das schönste Stadion der vierten Liga sein", fügte Peter Dyroff von der Firma Meeco Communication-Services, die ebenfalls an der Organisation beteiligt ist, an. Den Messegästen soll auch eine Stadionführung angeboten werden. "Schließlich werden unter den Besuchern auch viele Fußballfans sein", sagte Vogt.

Die Unternehmer haben sich vorgenommen, den CFC selbst als möglichen Kunden anzusprechen. "Die großen Flächen zum Beispiel im VIP-Bereich sind ein typischer möglicher Einsatzort", sagte Michael Rohr. Marko Hache von der Firma Kenter Müller, die als Aussteller erwartet wird, führte sein mitgebrachtes Modell gestern direkt in der Mixed-Zone vor. Dort, wo normalerweise Fußballer nach dem Spiel interviewt werden, schob der Unternehmer das "i-Mop" genannte Gerät leichten Schrittes über den himmelblauen Kunststoffboden. Es könne zwar nicht autonom fahren, sei aber enorm effizient: Mit nur vier Litern Wasser ließe sich eine Fläche von 1200 Quadratmetern reinigen.

"Die Maschinen sind kostengünstiger, ressourcenschonender und schneller als Menschen. Und sie erledigen die Arbeit mit einer klaren Qualitätssteigerung", fasste Rohr zusammen. Er geht davon aus, dass die Technik klassische Reinigungskräfte in wenigen Jahren verdrängt haben wird. "Für die wird es dann aber andere Einsatzgebiete geben", glaubt er. Der Platzwart des CFC muss indes vorerst nicht um seinen Job fürchten: Selbstfahrende Rasenmäherroboter sind zwar auf dem Markt, die Messeanbieter haben sie aber nicht in ihrem Portfolio.

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