RUSADA-Chef fordert Zugang zum Moskauer Anti-Doping-Labor

Der Generaldirektor der Russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Juri Ganus, hat das zuständige Untersuchungskomitee aufgefordert, das Moskauer Anti-Doping-Labor für Inspektoren der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zu öffnen.

"Wir haben schon lange lediglich eingeschränkten Zugang zum Moskauer Labor", sagte Ganus am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion in St. Petersburg: "Damit verstoßen wir gegen die Regeln der WADA. Diese hat das Recht, zusätzliche Inspektionen durchzuführen." Er verstehe nicht, "warum wir ihnen keinen Zugang zu den Proben garantieren können."

Wegen massiver Verfehlungen im Zuge der Staatsdoping-Enthüllungen war die RUSADA im November 2015 von der WADA als "non-compliant" (nicht regelkonform) eingestuft worden. Die WADA hatte als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme unter anderem eine öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports, der Russland ein institutionalisiertes Dopingsystem attestierte, sowie den Zugang zu weiteren Dopingproben im Moskauer Labor gefordert.

Seit Januar 2016 wird die Dopingkontrolle im russischen Sport unter strenger Aufsicht der britischen Anti-Doping-Agentur (UKAD) ausgeübt. Seit dem vergangenen Juni ist es der RUSADA zumindest wieder erlaubt, unter der Aufsicht internationaler Experten und der UKAD Dopingtests zu koordinieren und durchzuführen.

Die große Mehrheit russischer Leichtathleten wurde von den Olympischen Spielen 2016 und den Weltmeisterschaften 2017 ausgeschlossen. Das Land wurde auch formell von der Teilnahme an den diesjährigen Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. Allerdings durften 168 Athleten, die als "sauber" eingestuft wurden, als neutrale Athleten in Pyeongchang antreten.

In knapp einem Monat beginnt in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli).

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