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Julia Taubitz - Fast immer mit einem Lächeln unterwegs: Julia Taubitz.

Foto: Imago Foto: Thomas Fritzsch

Rodeln: Auch wenn Kilos fehlen - Taubitz will zu Olympia rodeln

Julia Taubitz hat ihre Startleistungen verbessert, Erfahrungen gesammelt, sich in der Rodelweltspitze etabliert. Aber ein Handicap gegenüber den Konkurrentinnen wird die Annabergerin auch im Olympiawinter nicht los.

Von Thomas Scholze
erschienen am 29.11.2017

Altenberg. Es ist ein Hauen und ein Stechen. Und ein Pokerspiel. Wenn die weltbesten Rodler am Wochenende im Altenberger Kohlgrund um Siege und Platzierungen im Weltcup fahren, dann geht es um viel mehr - um die Fahrkarten zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang. Ein solches Ticket möchte Julia Taubitz haben. Kein Luftschloss, ein realistisches Ziel. Aber auch ein steiniger Weg.

Die Konkurrenz ist groß, vor allem im eigenen Lager. Vier - rechnet man auch schon Juniorenweltmeisterin Jessica Tiebel hinzu fünf - deutsche Damen gehören zur Weltspitze, nur drei dürfen nach Korea. Mit den erfahrenen Olympiasiegerinnen Natalie Geisenberger (sie gewann 2014 in Sotschi) und Tatjana Hüfner (Gold 2010 in Vancouver) dürften zwei die Reise sicher haben. Für Julia Taubitz heißt das: Sie muss sich mit der Ilmenauerin Dajana Eitberger ein Duell um den letzten freien Platz liefern. "Wir können trotzdem noch ganz entspannt miteinander umgehen, es gibt keinen Stress", verrät die 21 Jahre alte Erzgebirgerin. "Nur nach den Rennen ist die eine oder anderen ein bisschen geknickt. Je nach Ausgang."

Gar nicht geknickt, sondern mit strahlendem Lächeln war Julia Taubitz im März anzutreffen. Beim letzten Weltcup der Vorsaison hatte sie mit Platz drei ihre erste Podestplatzierung im Weltcup eingefahren. Ausgerechnet auf der kommenden Olympiabahn in Südkorea. "Dieser Erfolg hat mir eine Menge Motivation gegeben. Die Anlage in Pyeongchang liegt mir. Ich mag sie", sagt die Sportsoldatin. Ob sie die Bahn im Februar wiedersieht, ist noch offen. Das Rennen zwischen ihr und Eitberger steht Spitz auf Knopf. Trainer Torsten Görlitzer erläutert das Prinzip: "Wir haben uns ein Punktesystem einfallen lassen. In die Wertung kommen die beiden internen Qualifikationsrennen, die wir im Oktober in Pyeongchang durchgeführt haben, sowie die ersten fünf Weltcups der Saison, wobei jeder ein Resultat streichen darf. Wer am Ende die meisten Punkte hat, löst die Olympiafahrkarte: drei Damen, drei Herren und nur zwei Doppel." Das ist hart. Das ist gerecht.

Julia Taubitz - Rodlerin vom WSC Oberwiesenthal

Foto: Thomas Fritzsch

Bei den Läufen in Korea war Julia Taubitz Dritte und Vierte, in der Gesamtwertung hinter Eitberger nur Vierte. Bei den bislang ausgetragenen drei Weltcuprennen (zwei reguläre und ein Sprintwettbewerb) kam die Sächsin dreimal auf Rang fünf, ihre Konkurrentin aus Thüringen wurde Zweite, Elfte und Neunte.

Nun also Altenberg: Julia Taubitz' Heimbahn, aber keineswegs ihre Lieblingsbahn: "Der untere Teil ist okay, aber mit dem obereren Abschnitt habe ich so meine Probleme." Am Start - das bestätigt ihr Trainer - hat sie gegenüber dem Vorjahr deutlich zugelegt, eine hervorragende Fahrlage und Fahrlinie sind ohnehin zwei ihrer Markenzeichen.

Nicht zugelegt hat Julia Taubitz an Gewicht. Worüber andere Frauen jubeln würden, ist für sie ein Problem. "Im Sommer hatte ich Muskelmasse gewonnen, bin auf 65, 66 Kilogramm gekommen. Doch jetzt, wo die anstrengende Wettkampfsaison läuft, purzeln die Kilos wieder." Kein Hurra. Kilos sind für Rodlerinnen Medaillen wert. Bis zu zehn Kilogramm kann sie mit einer Bleiweste ausgleichen, zu "besser gebauten" Konkurrentinnen fehlen ihr dann aber immer noch zehn oder mehr. Ein Handicap, das Julia Taubitz wohl bleiben wird. Kein Handicap hat sie in Sachen Material. Mit Freund und Doppelpilot Toni Eggert sowie dessen Partner Sascha Benecken und auch Tatjana Hüfner hat sich ein Quartett gefunden, das im gemeinsam genutzten Transporter an Schlitten und Kufen bastelt. Geschützt vor den Blicken der Konkurrenz, vor allem der aus Bayern. "Wir klappen die Tür zu und sind für uns. Und keiner weiß, ob wir tatsächlich am Schlitten tüfteln oder einfach nur Kaffee trinken", erzählt Eggert.

Für Julia Taubitz die Daumen drücken werden am Samstag vor Ort in Altenberg Freunde und Familie. "Auf jeden Fall erneut unter die ersten sechs fahren", lautet ihr Ziel für dieses Rennen. Und am besten schneller als Dajana Eitberger sein. Dann stiegen Chancen und Zuversicht. Bis zum vierten Advent soll das deutsche Rodelteam für Olympia feststehen. Was das schönste Weihnachtsgeschenk für Julia Taubitz wäre, ist jetzt schon klar: ein Ticket für Olympia.

Zeitplan, Tickets, Parkmöglichkeiten

Zeitplan - Freitag, 9.30 Uhr: Nationencup (Herren, Damen, Doppelsitzer); 14.30 Uhr: Trainingslauf der für den Weltcup gesetzten Sportler.

Samstag, 9.10 Uhr: Weltcuprennen Doppelsitzer (zwei Läufe); 11.55 Uhr: Weltcuprennen Herren (zwei Läufe).

Sonntag, 10 Uhr: Weltcuprennen Damen (zwei Läufe); 13.10 Uhr: Weltcup Teamstaffel (ein Lauf).

Tickets - Tageskarten für Samstag und Sonntag gibt es für 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Das Kombiticket für beide Tage kostet 15 Euro und ist nur im Online-Vorverkauf erhältlich.

Anfahrt - Über die A 4 und die B 170 oder über Freiberg, Frauenstein, Rehefeld. Parkplätze sind ausgeschildert, die Kapazität ist begrenzt. (ts)

 
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