Spektakel der Extraklasse am Sachsenring

Mehr als 700 Fahrer sind am Wochenende bei der Sachsenring-Classic am Start. Die Fans können edle Technik und einen tollen Sound erleben.

Hohenstein-Ernstthal.

Das hat es in dieser Art noch nicht gegeben: Der sächsische ADAC präsentiert am kommenden Wochenende bei der "Sachsenring-Classic" weit über 700 Piloten mit der Original-Renntechnik aus der Historie des Sachsenrings bei Präsentationsläufen und Rennen in zwölf verschiedenen Motorrad- und sechs Automobil-Klassen. "Gefahren wird ohne Lärmbegrenzung. Die Motoren sind also im Originalsound zu hören", sagt Sportchef Michael Sachse. So können sich die Fans zum Beispiel bei den Motorrädern auf Rennmaschinen bis zum Baujahr 1955 mit legendären NSU, BMW, DKW, Norton, Mondial oder Moto Guzzi freuen.

50 MZ-Rennmaschinen dabei

An einer Stelle erhält das dreitägige Programm einen besonderen Höhepunkt. Rund 50 MZ-RE aus der Zschopauer Motorenschmiede werden auf dem Grand-Prix-Kurs und im Fahrerlager zu bestaunen sein. "Viele Leckerbissen sind dabei und ein Ohrenschmaus wird es ohnehin", verrät Rainer Pommer aus Aue, einer der Chef-Organisatoren und früher selbst erfolgreicher Rennfahrer. Von 1961 bis 1972 bestaunten am Sachsenring im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft rund drei Millionen Zuschauer die Maschinen aus Zschopau. Die damals schnellsten Renn-Zweitakter der Welt von 125, 250 und 300 ccm sind am Wochenende wieder zu sehen. An der Startlinie stehen unter anderem mit Heinz Rosner, Bernd Köhler, Dieter Krause, Frank Wendler, Siegfried Merkel, Hans-Joachim Schnürer, Günther Hilbig, Wolfram Trabitzsch und Rainer Pommer alte MZ-Haudegen. Der Traditionskurs wird so zum lebendigen MZ-Museum.

Superbiker erleben Renaissance

Die Pro-Superbike war einst die Vorzeigeklasse des deutschen Motorradrennsports. Von 1991 bis 2001 traten die besten Piloten aus Deutschland gegen namhafte ausländische Fahrer an. Die Teams von Ducati, Kawasaki, Suzuki, Honda und Yamaha nahmen Spitzenfahrer aus Deutschland und dem Ausland unter Vertrag und boten mit den 750 ccm großen und 150 PS starken Maschinen Motorsport von der besten Sorte. Viele Meister dieser Zeit sind am Wochenende wieder dabei: Christer Lindholm aus Schweden, Edwin Weibel, der Schweizer, Jochen Schmid, Manfred Fischer sowie Mario und Peter Rubatto. Die sächsischen Farben vertritt der Hohenstein-Ernstthaler André Friedrich, der damals auf einer Yamaha unterwegs war. Das Feld komplettieren der Australier Rob Phillis, Brian Morrison aus Großbritannien und Arpad Harmati aus Ungarn.

"Schnapsglasklasse" am Start

Mehr als 50 Piloten gehen zu Präsentationsläufen in der sogenannten Schnapsglasklasse an den Start. Es sind alles Rennmaschinen mit 50 ccm Hubraum, also so groß wie ein Schnapsglas. Bis 1988 wurden in dieser Klasse auf dem Sachsenring Rennen gefahren. Mit Jan de Vries aus den Niederlanden, dem zweifachen Weltmeister, und dessen Landsmann Aalt Toersen, zweifacher Vizeweltmeister, sind zwei Stars aus diese Szene am Sachsenring dabei.

Braun und Waldmann kommen

Legendäre Motorräder werden am Wochenende von berühmten Fahrern pilotiert. So fährt Vizeweltmeister Ralf Waldmann eine DKW SS 250 aus dem Jahr 1935, mit der Ewald Kluge aus dem Chemnitzer Ortsteil Adelsberg 1938 auf dem Sachsenring triumphierte. Weltmeister Dieter Braun, der mit seinem Sachsenring-Sieg 1971 Geschichte schrieb, bringt eine NSU-Rennmax 250 von 1954 an den Start. Es ist das Weltmeister-Motorrad, das früher von Werner Haas und H. P. Müller gefahren wurde. Hans Baltisberger, der später in Brünn tödlich verunglückte, gewann damit 1956 das Sachsenringrennen.

Wiedersehen mit Ellen Lohr

Am Sachsenring gibt es zu den Classics auch eine bunte Parade ehemaliger Automobile, die auf dem Traditionskurs Geschichte geschrieben haben. Am Start sind alle ehemaligen DDR-Meister der Trabantklasse wie Klaus Schumann, Steffen Nikoleit, Karl Hiemisch, Ralf Unbehaun und Hans-Dieter Kessler. Darüber hinaus können sich die Fans der Supertourenwagen und der DTM-Boliden aus den 90er-Jahren auf Publikumsliebling Roland Asch und Ellen Lohr freuen, die als einzige Frau bisher ein DTM-Rennen gewonnen hat. Wer noch einmal eine Armada der legendären Melkus-RS-1000-Rennwagen bestaunen will, kann dies im Fahrerlager unmittelbar an der Karthalle tun.

Korso, Rennen und Präventionsläufe über den alten Sachsenring

Korso über den alten Sachsenring am Freitag ab 17.30 Uhr. Rennen und Präventionsläufe täglich von 8 bis 19 Uhr.

Freitag: 16. Mai: Ein Oldtimerkorso auf einem Teilabschnitt des alten Sachsenrings bildet an diesem Tag einen Höhepunkt. Ab 17.30 Uhr bewegt sich das Fahrerfeld über die Friedrich-Engels-Straße in Hohenstein-Ernstthal Richtung Badberg und dann zum Altmarkt. Ab 19.15 Uhr geht es zurück ins Fahrerlager.

Samstag, 17. Mai: Ein wichtiger Anlaufpunkt für die MZ- und Pro-Superbike-Fans ist das Fahrerlager an der Boxengasse des Grand-Prix-Kurses. In den ersten acht Boxen können die Motorräder der MZ-RE-Klasse sowie die der Pro-Superbike-Motorräder bestaunt werden. Insbesondere in den Mittagstunden werden die Fahrer hier zu Interviews und Autogrammstunden anzutreffen sein. Ab 16 Uhr gibt es im Fanbereich hinter dem ADAC-Turm ein Treffen aller Teilnehmer der Classic-Veranstaltung.

Sonntag: 18. Mai: Auch an diesem Tag gibt es von 8 bis 19 Uhr Rennen und Präsentationsläufe der verschiedenen Klassen. Hier gibt es nochmals tolle und schnelle Runden aller Klassen. Am ADAC-Turm gibt es jeden Tag Siegerehrungen sowie Fan-Treffen. Ab 19 Uhr steigt hier täglich eine Oldie Party. Der Eintritt ist frei.

Karten für die Sachsenring-Classic und den Motorrad-Grand-Prix gibt es im Vorverkauf in allen "Freie Presse"-Shops. Für die Classics kostet ein Wochenendticket 25 Euro, das Tagesticket 20 Euro.

Der Ticketshop für den Motorrad-Grand-Prix im AWG-Zentrallager am Sachsenring hat während der Sachsenring Classic auch am Sonnabend und Sonntag (10 bis 14 Uhr) geöffnet. Am Freitag ist die Vorverkaufsstelle von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. (ww)

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