Teilnahme an Europameisterschaft zum Greifen nah

Gleich drei Chemnitzer Rollhockey-Talente haben die Chance, für die U-17-EM in Spanien nominiert zu werden.

Die Halle ist mit mehr als 1000 Besuchern gefüllt. Es wird getobt und geschrien, gelungene Spielzüge werden bejubelt. Nein, die Rede ist nicht von Basketball, Volleyball oder Handball. Es geht um Roll- hockey. Solch eine Atmosphäre ist in wenigen Wochen im spanischen Alcobendas zu erwarten, wo die Europameisterschaft der Alters- klasse U 17 ausgetragen wird. Und gleich drei Talente des Roll- und Schlittschuh-Clubs (RSC) Chemnitz haben die Chance, dabei zu sein.

Während Lennart Lederer und Jan Klotzbücher bereits 2012 in Frankreich EM-Luft schnuppern durften, wäre es für Thomas Köhler eine Premiere. Der 15-Jährige ist erstmals für den erweiterten Kader des deutschen Teams nominiert worden - und stolz wie Bolle. "Ich habe an mehreren Trainingswochenenden in den Altbundesländern teilgenommen. Anfangs waren wir 25 Spieler, und jedes Mal sind ein paar aussortiert worden", berichtet Thomas, Sohn des RSC-Vorsitzenden Mario Köhler. Meist hieß es, samstags mit den Hühnern aufzustehen, denn die Fahrten waren weit. Doch es hat sich gelohnt. Thomas Köhler zählt nach wie vor zu den EM-Kandidaten.

Ab Donnerstag fällt in einem viertägigen Trainingslager in Herringen/Nordrhein-Westfalen die Entscheidung, ob er mit in die Rollhockey-Hochburg Spanien reisen darf. An Selbstvertrauen fehlt es dem Schüler nicht. "Ich kann mit Schnelligkeit und guter Stocktechnik punkten", sagt Thomas. Eine seiner Schwächen sei die Abgeklärtheit vorm Tor. "Da fehlt es an Erfahrung. Hier im Osten gibt es nicht so einen Ligabetrieb wie im Westen", erklärt der 15-Jährige. In seiner Altersklasse würden gar keine Punktspiele ausgetragen. So hat er sich bereits den RSC-Männern angeschlossen, die in der 2. Bundesliga beziehungsweise Regionalliga spielen.

Dort ist auch Lennart Lederer mittendrin statt nur dabei. Mit seinen 16 Jahren hat er schon deutlich mehr Erfahrung als Teamkollege Köhler. Dennoch war die EM für Lennart schon in weite Ferne gerückt. "Ich bin dieses Jahr lange ausgefallen, musste an der Leiste operiert werden", erzählt Lennart. Gerade rechtzeitig habe er wieder Anschluss gefunden und hofft nun auf seine zweite EM-Teilnahme. "Im Vorjahr sind wir unter acht Mannschaften Siebenter geworden, doch wir hätten deutlich weiter vorn landen können. Im Viertelfinale gegen den klaren Favoriten Portugal haben wir kurz vor Schluss nur 1:2 zurückgelegen", berichtet der 16-Jährige. Dann habe man alles oder nichts gespielt und noch drei Kontertore kassiert. Wie Thomas Köhler ist auch Lennart Lederer Feldspieler. "Wir sind Stürmer und Defensivkräfte zugleich. Im Rollhockey, wo ein Team nur aus vier Feldspielern besteht, stürmt und verteidigt eine Mannschaft gemeinsam."

Besonders gefordert sind die Torhüter, so auch Jan Klotzbücher. "Man muss schnell sein und eine sehr gute Reaktionsfähigkeit haben, denn die Bälle fliegen schon mal mit 100 Sachen Richtung Tor", erklärt der 16-Jährige. Trotz Schutzausrüstung kann es richtig wehtun, von so einem Geschoss getroffen zu werden. "Aber der Körper gewöhnt sich dran", bemerkt Jan Klotzbücher. Die drei jungen Chemnitzer sind sich einig: Ihre Sportart, Hockey auf Rollschuhen, verdient das Prädikat "mega-geil". Jetzt muss es nur noch mit der EM-Teilnahme Anfang September in Spanien klappen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...