Anwalt: Whistleblower Rodtschenkow sagt trotz Morddrohungen aus

Whistleblower Grigorij Rodtschenkow wird trotz Morddrohungen bei den Verhandlungen der 42 russischen Sportler, die vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen ihre lebenslangen Olympiasperren vorgehen, aussagen. Dies gelte auch für die Anhörung des ebenfalls lebenslang für alle olympischen Funktionen gesperrten russischen Vizepremiers Witali Mutko, teilte Rodtschenkows Anwalt Jim Walden der BBC mit.

Rodtschenkow hatte als ehemaliger Leiter des Moskauer Dopinglabors mit seinen Aussagen maßgeblich zur Aufdeckung des staatlich gelenkten Dopingsystems Russlands beigetragen. Er wird vermutlich per Video zugeschaltet. Der Kronzeuge lebt im Zeugenschutzprogramm des FBI, er fürchtet wegen seiner folgenschweren Enthüllungen um sein Leben.

"Wir wissen, dass Dr. Rodtschenkow an der Spitze einer Liste der meistgehassten Personen in Russland steht. Sein Leben sei "ernsthaft in Gefahr", sagte Jim Walden, "wir wissen auch, dass mindestens ein Offizieller zur Exekution von Dr. Rodtschenkow aufgerufen hat." Bei dem angesprochenen Funktionär handelt es sich um den NOK-Ehrenvorsitzenden Leonid Tjagatschew, der im vergangenen November für Rodtschenkow eine solche Stalin-Methode vorgeschlagen hatte.

Jim Walden erklärte weiter, sein Mandant bereite sich auf die beiden Anhörungen vor, er sei sehr fokussiert. "Wenn alles vorbei ist, müssen wir sicherstellen, dass er in Sicherheit ist", sagte Walden.

Die Verhandlungen über die Einsprüche der 42 Sportler vor dem CAS beginnen am 21. Januar. Urteile soll es bis zum 31. Januar geben. Dies hatte der CAS mitgeteilt. Am 9. Februar beginnen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

Die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte nach Abschluss der Ermittlungen zu den umfangreichen Manipulationen während der Winterspiele 2014 in Sotschi neben Witali Mutko 43 russische Sportler lebenslang von Olympia ausgeschlossen. Zu diesen gehörten auch die Sotschi-Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Alexander Tretjakow (Skeleton) und Alexander Legkow (Skilanglauf). 42 Betroffene legten dagegen vor dem CAS Einspruch ein.

Die russischen Sportler, die nachweislich nicht Teil des Betrugssystems waren, dürfen in Pyeongchang an den Start gehen, allerdings nicht unter der russischen Flagge und ohne Hymne. Die Sportler treten als "Olympic Athletes from Russia" an.

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