Schlitten unterm Hintern, Kribbeln im Bauch

Zum letzten Mal in diesem Winter geht es für die Rodler um Weltcuppunkte. Ein Trio ist dabei am Wochenende in Altenberg ganz entspannt am Start.

Altenberg.

Mit breitem Grinsen laufen sie an der Bahn entlang: Schon vor dem Weltcupfinale der Rennrodler in Altenberg sind Julia Taubitz, Toni Eggert und Sascha Benecken mit der zu Ende gehenden Saison hochzufrieden. Die 20 Jahre alte Annabergerin, weil sie nach einigen Anlaufschwierigkeiten in diesem Winter nun doch noch ihren ersten Podestplatz in einem Weltcuprennen feiern konnte. Ausgerechnet auf der kommenden Olympiabahn in Pyeongchang fuhr Taubitz auf den dritten Platz. "Das gibt mir noch einmal einen Extraschub Motivation für den langen Trainingssommer", sagt sie. "Schon nach dem ersten Lauf, als ich Bahnrekord gefahren war und nur noch von Natalie Geisenberger um fünf Hundertstel abgefangen wurde, gingen mir staunend tausende Gedanken durch den Kopf. Als nach dem zweiten Lauf im Ziel die 2 aufleuchtete und klar war, dass ich zur Siegerehrung auf dem Podest stehen würde, waren das unbeschreibliche Glücksgefühle." Ihr Erfolgsgeheimnis auf der für alle neuen Bahn mit der so schwer zu beherrschenden Kurve 9: "Ich habe die Ratschläge meiner Trainer beherzigt, bin vor allem immer ruhig geblieben. Von Trainingslauf zu Trainingslauf habe ich diese Passage ein bisschen besser in den Griff bekommen. Das hat sich im Wettkampf fortgesetzt."

Ähnlich beurteilen Julias Freund Toni Eggert und sein Doppelpartner Sascha Benecken die Situation. "Wer diese Kurve meistert, hat bei Olympia gute Chancen", sagt Benecken. Die Thüringer werden im Februar 2018 neben dem bayerischen Duo Wendl/Arlt als große Favoriten nach Korea reisen. Favoriten sind beide auch jetzt in Altenberg. Zum einen, weil sie die Bahn im Osterzgebirge mögen, zum anderen, weil sie ohne Druck an den Start gehen können. "Wir haben in diesem Winter den Ruf, die ewigen Zweiten zu sein, abgelegt, sind Weltmeister geworden und haben den Gesamtweltcup schon sicher", meint Toni Eggert, "wir sind von allem Ballast befreit."

Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. "Wir sind nie zufrieden", erklärt Benecken. So wird auch in den nächsten Monaten fleißig an Schlitten "Hugo" oder dessen Nachfolger getüftelt und im Kraftraum geschwitzt. Die Konkurrenz - vor allem im eigenen Lager - schläft nicht. Und Eggerts Schlittenuntermann kennt noch einen Grund für die guten Resultate: das private Rodlerglück. Toni und Julia sieht man es an allen Stationen des Rodelwinters an, Benecken weiß es mit Freundin Romy und der im vergangenen Juli zur Welt gekommenen gemeinsamen Tochter Rosalie daheim in Suhl: "Der Sport ist eine wichtige Säule in unserem Leben. Aber eben nicht die einzige. Ein gutes Gefühl."

Finale in Altenberg

Morgen werden ab 9.30 Uhr im Nationencup die letzten Plätze für die Weltcuprennen vergeben. Dabei bekommen unter anderen auch Chris Eißler (Lok Zwickau) und die frischgebackene Junioren-Weltmeisterin Jessica Tiebel aus Geising eine Chance.

Die Weltcuprennen beginnen am Samstag (10.05 und 11.25 Uhr) mit den Doppelsitzern, gefolgt von den Herren (12.50 und 15.30 Uhr). Am Sonntag (9.30 und 10.50 Uhr) sind die Damen an der Reihe, den Abschluss bildet die Teamstaffel (12.40 Uhr). (fp)

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