Weltmeister mit dem Klapprad

Die Vogtländer mischen wirklich überall mit. Als jetzt in Berlin die World-Klapp-WM ausgetragen wurde, gehörte mit Marko Thoß ein Auerbacher Radsportler zum siegreichen Team. Der 35-Jährige will nun auch bei ernsthaften Rennen wieder angreifen.

Auerbach.

Das bisher verrückteste Mannschaftszeitfahren seiner Laufbahn ist für Marko Thoß aus Auerbach mit einem einmaligen Triumph zu Ende gegangen. Er holte mit dem Berliner Team Madkinxx den Titel bei der Klapprad-Weltmeisterschaft "World Klapp". Dabei hing die Teilnahme lange am seidenen Faden. "Es war eine spontane Idee, uns für einen der 40 Startplätze zu bewerben. Wir haben dann als eines der letzten Teams die Zusage erhalten und es nicht bereut. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Es war natürlich das Tüpfelchen auf dem i, dass es zum Sieg gereicht hat", erzählt Marko Thoß.

Ganz von ungefähr kam der Erfolg von Madkinxx indes nicht. Hinter dem kleinen Team verbergen sich eine Reihe ehemals aktiver Radfahrer, die nach ein paar Jahren Pause wieder kräftig in die Pedale treten. "Wir sind dabei, uns wieder reinzufitzen und wollen nächstes Jahr bei Amateurrennen angreifen", erklärt Marko Thoß. Der 35-jährige Auer-bacher hatte einst in Falkenstein mit dem Triathlon begonnen und später als Radfahrer unter anderem die Slowakei- und die Holland-Rundfahrt bestritten. Zu seinen größten Erfolgen gehörte bis zum Titelgewinn beim "World Klapp" der neunte Platz bei den Weltspielen der uniformierten Berufe 1999 in Stockholm.

Bei der Klapprad-WM in Berlin machten ausschließlich ehemalige Radsportler den Sieg unter sich aus. "Die gute Hälfte der Teams nimmt es richtig ernst ", sagt der Vogtländer, der mit seinen Jungs "einen 45-er Schnitt" fuhr. Solche Geschwindigkeiten sind mit herkömmlichen Klappfahrrädern nur bedingt möglich. Bei den schnellsten Teams war daher vor dem Treten das Basteln angesagt. "Es war nicht leicht die richtige Übersetzung zu finden, da keine Gangschaltung erlaubt ist", berichtet Marko Thoß.

Außerdem durfte am Rahmen, an der Größe der Räder, an der Sattelstütze sowie am Lenker nichts verändert werden. Ganz wichtig: Das Rad musste nach wie vor zu klappen gehen. Und der Gepäckträger durfte nicht fehlen. Die 5,8 Kilometer auf dem Rundkurs nahe des Brandenburger Tores wurden dennoch zu einem Abenteuer. "Wenn du richtig reintrittst oder auch in der Kurve wird so ein Klappfahrrad sehr instabil. Da ist es fast schon eine Kunst, als Team zu funktionieren", sagt Marko Thoß.

Umso größer war der Jubel, als Madkinxx in 5:18 Minuten die lange in Führung liegenden Teams "Feuer.Wasser.Blitz" aus Kulmbach und "Klapp Sabath" aus RheinlandPfalz auf die Plätze 2 und 3 verwies. So erinnern jetzt ein goldener Siegerkranz und ein Pokal den Inhaber eines Hausmeisterservice an den ersten Klapprad-WM-Titel eines Vogtländers.

Für Marko Thoß steht längst schon wieder die Vorbereitung auf die nächsten Wettkämpfe im Mittelpunkt. Er trainiert 300 bis 350 Kilometer in der Woche und ist dabei oft in Richtung oberes Vogtland und Tschechien unterwegs. Demnächst stehen auch Bahnrennen an. Der Plan für 2015 ist fest abgesteckt: "Ich will wieder eine Lizenz lösen und Amateurrennen fahren."

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