Die "Freie Presse" von 1989 - eine neue "Zeitzeugen"-Ausgabe

Wie die "Freie Presse"1989 vom Fall der Mauer berichtete, das können Sie ab sofort in drei originalgetreuen Reprints nachlesen. Die dritte Nummer der "Zeitzeugen" widmet sich der Grenzöffnung vom 9. November, mit der die Friedliche Revolution ihren Höhepunkt erlebte.

Nachgedruckte Originalausgaben bieten eine Zeitreise in die DDR und vermitteln einen Eindruck davon, wie schwer sich die "Freie Presse" damals tat, der neuen Zeit gerecht zu werden. Das Paket enthält drei komplette Ausgaben der "Freien Presse" Karl-Marx-Stadt vom 10., 11. und 13. November sowie sämtliche Lokalseiten von Freiberg bis Plauen vom 11. November 1989.

Die Sonderausgabe zum Preis von 3,50 Euro kann unter der kostenfreien Telefonnummer0800/8080123 bestellt werden und wird dann versandkostenfrei zugeschickt. Bestellungen sind zudem unter  www.freiepresse.de/zeitzeugen möglich. Zudem gibt es den Sonderdruck in den "Freie Presse"-Geschäftsstellen als auch bei ausgewählten Zeitungshändlern, Supermärkten und Tankstellen. (fp)

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Ein historisches Ereignis kann ganz banal klingen: "Ab sofort Auslandsreisen für alle Bürger möglich". So las sich der Fall der Mauer auf der Titelseite der "Freien Presse"  in der Ausgabe vom 10. November 1989. Es war nicht der Hauptbeitrag auf Seite 1, sondern ein kleiner zweispaltiger Text darunter, verfasst von der amtlichen DDR-Nachrichtenagentur ADN. Den "Mauerfall", diese Formulierung findet man auch in den nächsten Tagen nicht in der "Freien Presse", damals eine Zeitung im Auftrag der SED, der herrschenden Partei, deren Führungsanspruch mittlerweile offen auf den Straßen und in zahlreichen Diskussionsrunden widersprochen  wurde und der bald passé  war. Die Zeitung tat sich noch schwer, der neuen Zeit gerecht zu werden. Davon zeugen die Ausgaben, die wir Ihnen mit der dritten Ausgabe unserer "Zeitzeugen"-Serie als originalgetreue Nachdrucke anbieten. Sie zeigen aber auch, dass  die alte Zeit bereits vorbei war.

Wahrscheinlich waren Zeitungen selten so spannend wie in jenen Tagen. Vor allen in den Lokalteilen herrschte große Offenheit, zugleich aber auch große Unsicherheit. Zahlreiche Beiträge sind reine Wiedergaben von Erklärungen, teilweise von der SED oder staatlichen Institutionen, teilweise schon vom Neuen Forum und anderen Bürgerrechtlern, mitunter von einzelnen Personen. Die Grenzen zwischen Leserbriefen und Berichterstattung verschwimmen.

Zeitungen wie die "Freie Presse" waren in der DDR PR-Instrumente der SED. Weil der gelernte DDR-Bürger das wusste, fand er darin trotzdem einige Informationen über das Geschriebene hinaus. "Wenn die Partei ‚Eier sind gesund‘ rief, wusste man, dass die Kühlhäuser voll sind",  schrieb der in Leipzig studierte und heute in München lehrende Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen einmal in einem Gastbeitrag für die "Freie Presse". "Die Zeitungen informierten zudem über die aktuell gültige Lesart der Ideologie - über das, was man tun und sagen konnte, ohne anzuecken", so Meyen, der umfangreich zu den DDR-Medien geforscht hat.

Über die Lesart des Mauerfalls hatten die DDR-Medien nichts mehr zu bestimmen. Die friedliche Revolution vom Herbst 89 erlebte am Abend des 9. Novembers ihren Höhepunkt, die Ereignisse überschlugen sich. Deutschland strebte fortan der Wiedervereinigung entgegen, Europa schien als gemeinsames Haus all seiner Nationen möglich.

Die "Freie Presse" bietet Ihnen in diesem Heft drei komplette Zeitungen der Ausgabe Karl-Marx-Stadt vom 10., 11. und 13. November 1989 sowie alle weiteren Lokalseiten von Freiberg bis Plauen vom 11. November. Zusätzlich zu den Originalausgaben blicken unsere Autoren auf vier Seiten mit dem Wissen von heute auf das Geschehen von damals zurück.

Die "Freie Presse"-Zeitzeugen sind ein Paket Zeitgeschichte, wie es Seltenheitswert hat. Zum Nachlesen und Nachdenken.

Ihr Torsten Kleditzsch

Chefredakteur "Freie Presse"

 

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