Fremd im eigenen Land

Arzt und Filmemacher Klaus-Gregor Eichhorn zur Entladung gesellschaftlicher Widersprüche

28Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    1
    aussaugerges
    23.07.2016

    Sowie sie den Pöbel in der UA mit kleinen Dollatscheinen gekauft haben.
    So wurde das in der DDR mit den Kohlschen verblühenden und Landschaften gemacht.

    Nur O,07 wollten nach den Westen,aber die Milliarden für die Propaganda
    haben eben gewirkt.

    26 Jahre Krieg in Europa und in Nahost tolle Leistung.

  • 0
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    HamburgerJung
    23.07.2016

    @Hainichner. Ich denke, dass es zu beiden Aschnitten der Geschichte Parallelen gibt. Es geht um Auflösungserscheinungen einer Gesellschaft. Eichhorns Vergleich beschreibt einfach den Mechanismus, dass der Großteil der Gesellschaft den "Status quo" bejubelt, weil einfach die Vorstellungskraft für die Gesellschaft nach der "Gesellschaft" bzw. was davon noch übrig ist. Es ist die Angst vor den Umwälzungen, die uns bevorstehen. Wo diese Umwälzungen herkommen, sind ja von Eichhorn gut beschrieben. Aber auch zur Weimarer Republik erkennt man Ähnlichkeiten.
    Unserer Gesellschaft wurde indoktriniert, immer weiter und maßloser zu wachsen. Jeder Statiker, den ich nach einem unendlich hohen Gebäude fragte, würde wahrscheinlich aus Sorge um meinen Gemütszustand den Krankenwagen rufen.
    Kein Wachstum ist grenzenlos. Diese natürlcihen Grenzen wurden dann mit unlauteren / für die Gesellschaft bedrohlichen Mitteln überschritten (ebenfalls von Eichhorn beschrieben). Dass das nicht lange gut gehen kann, ist klar.
    Die Folge: Finanzkrisen. Wie in den 20er Jahren wurde die ganze Welt davon erschüttert. Und am meisten natürlich die Teile der Gesellschaft, die aktiv am wenigsten für diesen Schaden angerichtet haben.
    Zu diesem Zeitpunkt ist die Bevölkerung verletzlich, manipulierbar und hilflos, weil ihr das Steuer aus der Hand genommen wurde. Die demokratische Macht geht nicht mehr vorrangig vom Volke aus. Durchaus kann aber von der desorientierten Gesellschaft eine demokratische Entscheidung erfolgen, die uns in das vierte Reich führt, weil diese Schwäche extrem ausgenutzt wird von Populisten - vor allem aus dem rechten Spektrum. Warum ist das so? Unzufriedenheit, die man schwer rational nachvollziehen, geschweige denn erklären kann, führt tendenziell eher zu rechtpopulistischen Ansichten. Man verliert den Überblick für das große Ganze und versucht, die Schuld an irgendwelchen Gruppen festzumachen.

    Um einen Abschluss zu finden: Ja, unsere Gesellschaft befindet sich in der Auflösung und im Wandel. Die Geschichte wiederholt sich. In den seltensten Fällen wird zu einem solchen Zeitpunkt das Rad neu erfunden. Ja, es wird hässlich werden, weil die friedliche Gesinnung aus dem Großteil der Menschen (auch in Deutschland) herausoperiert wurde.
    Und all dies hat - mit unterschiedlichen Resultaten - sowohl in der Weimarer Repulik stattgefunden, aus der das NS-Regime hervorging als auch in der späten DDR, dessen Zerfall eigentlcih noch sensationell friedlich vonstatten ging.

    Und in der Loge sitzen die Superreichen und schauen sich ihr selbstgeschriebenes Theaterstück an...

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    Hainichner
    03.06.2016

    Was hat das alles mit der DDR zu tun? Vielmehr sehe ich Parallelen zu der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Für die Unzulänglichkeiten und die Unzufriedenheit wird ein Sündenbock gesucht. Damals waren es die Juden. Das Ende dieser tragischen Episode der deutschen Geschichte sollte bekannt sein.
    Die heutigen angeblichen Sündenböcke müssen wir nicht mehr ermorden, obwohl manche deutsche das mit Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime immer wieder versuchen. Sie ertrinken freiwillig vor unseren Urlaubsküsten im Mittelmeer, nachdem sie den Schleppern in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihr letztes Geld gegeben haben. Gerade heute wurden vor der lybischen Küste über 100 Leichen angeschwemmt. Auch vor Kreta ist ein Boot mit ca. 700 Menschen gekentert. Etwa 300 konnten gerettet werden. Mütter, Väter und Kinder! Menschen.
    Wenn ich manche Kommentare hier lese schäme ich mich ein Sachse, ein Deutscher, ein Europäer zu sein.
    Dann fühle ich mich fremd im eigenen Land!

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    TheBeastFromTheEast
    31.05.2016

    Ok, die DDR war überhaupt das Allerbeste - dummerweise ist sie wie vieles aus der jüngeren und älteren Geschichte - Geschichte. Und wenn sich der Autor des Artikel nicht mehr "Fremd im eigenen Land" fühlen möchte, sollten wir an die Lösung der aktuellen Probleme gehen. Dafür taugt das Beispiel "DDR" nur äußerst bedingt. Sag ich jetzt einmal, und berufe mich auf die Lebenserfahrung der Menschen, die ´89 bei der Wende mitgemacht, danach zusammen mit "ein paar" anderen Ostdeutschland auf den Stand gebracht haben, auf dem wir heute sind, und bis heute weder AfD wählen, noch einem rechtskräftig zu einer nicht bewährungsfähigen Freiheitsstrafe verurteilten Drogen-Maniac nachlaufen. Und an den Stand, auf dem die ostdeutsche Wirtschaft, die Infrastruktur, die Einkommen, Renten, sogar die HQ-Bildung ist, war vor 25 Jahren nicht zu denken. "Fremd im eigenen Land" fühle ich mich, wenn ich hier den Lobpreis auf ein wirtschaftlich, sozial und menschlich abgewirtschaftetes System lesen muß - was von Pegida war eigentlich nicht Staatsraison der DDR ?

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    aussaugerges
    30.05.2016

    Nach der Wende kamen die Kältefachleute aus den Westen und haben
    BAUKLÖTZER gestaunt wie Kälteanlagen Computer gesteuert wurden.
    Und das von Lehrlingen in der Ausbildung.(Ilka Zell)

    Die waren
    Baff.
    Da haben sie festgestellt das die in Springe noch bei der Blechbearbeitung waren. (Ein Gelächter unter den Wessis)
    Deswegen ist in Reichenbach die modernste Kältefachschule Deutschlands.

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    DerWundePunkt
    30.05.2016

    @TheRestFromTheWest Schön, wie Sie hier Ihr umfassendes Wissen zur DDR darstellen. Da Sie ja in der DDR gelebt haben ist ihr Wissen auch sehr fundiert und bildet sicher die Grundlage für Ihre Entscheidungen im Verwaltungsrecht. Solche wie Sie brauchen wir hier noch mehr....

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    TheBeastFromTheEast
    30.05.2016

    @voigtsberger: Die DDR hatte tatsächlich Vorteile - es gab weder internet, PC´s oder Smartphones. Wenn´s internet gegeben hätte, wären die "Endgeräte" nicht im Konsum zu haben gewesen. Und - ganz wichtig: Keine Macht den Drogen *rofl* !

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    1466398
    30.05.2016

    Ein wirklich bemerkenswerter Beitrag - chapeau

  • 2
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    voigtsberger
    30.05.2016

    Einige die hier über Kommentare der Kritiker dieser Sozial- u. Asylpolitik herfallen, ist schon grenzwertig und da frag ich, was hier die Regeln beim Online-Team sind, denn beim beschreiben der Realität im Lande, werden Kommentare der Kritiker schon bei nicht politisch korrekter Analysen, nicht freigeschaltet.
    Nun noch ein paar Worte zu den Unwissenden über das Leben in der DDR; Es war nicht viel anders als Heute die in den Betrieben sich körperlich kaputt geschuftet haben hatten genug zum Leben und die das Volk bestohlen haben und von der Politikern gedeckt wurden, weil sie diese mit dem Gütern versorgten und in die eigene Tasche steckten, konnten sich mehr leisten, Auslandsurlaub, Auto zu überhöhten Preisen und auch ein Eigenheim. Aber man konnte es den Typen offen ins Gesicht sagen, was man von ihnen hält und man wurden nicht gleich mit dem Anwalt gedroht, denn da gab es einen "kleinen Gedankenanstoß mit der Rechten und wenn es nicht half, auch noch einen Linken" und so brauchte man keine Anwälte und die Kleinkriminellen erledigte der ABV und das war für viele der Begriff für Recht und Ordnung, dies ging aber mit der Wende den Bach runder und man musste sich hüten etwas in der Öffentlichkeit oder im Betrieb zu sagen und das nennen nun einige Zugereiste Freiheit, die aber nur wieder die haben, die wir schon aus DDR-Zeiten kennen, da diese sich zuerst an das neue System angebiedert haben und mit den alten Seilschaften, schon "wieder auf der Suppe" geschwommen sind und noch schwimmen, nur mit dem Unterschied, jetzt kann man sich nicht mehr äußern, da hat man schnell eine Klage am Hals und das soll Freiheit sein, doch für wem? Auch hätte man in die Bevölkerung, im Osten soviel investiert , wie jetzt in jeden Flüchtling investiert wird, was hätten wir für blühende Landschaften und zufriedene Menschen, doch es wurden zu viele "abgehängt" und die große Masse hat geschwiegen, um nicht selbst zu den Verlierern und Opfern zu gehören. Aber jetzt haben ja die Kirchen im Osten die Menschlichkeit und Würde der Asylbewerber für sich entdeckt, was will man da mit Atheisten der eigenen Bevölkerung, die noch peinliche Fragen stellen.

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    aussaugerges
    29.05.2016

    Tausende bereuen es heute da in der Massenpsychose mitgemacht zu haben.
    Es wurde doch ekelhaft und pervers ausgenutzt.

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    TheBeastFromTheEast
    29.05.2016

    Klar, crashy9708, weil die DDR so viele Möglichkeiten zur (öffentlichen) freien Meinungsäußerung geboten hat, waren die vielen Leserbriefspalten in der FP bis 89 auch randvoll mit Äußerungen, in denen die Politiker und Manager in toto als korrupt und unfähig beschrieben wurden, wem´s paßt, als "Volksverräter" - und, wenn statt wie bei Pegida grade noch mal 2-3.000 demonstrieren, und nicht 100.000 wie in Leipzig, und gleichzeitig 100.000e aus dem Land und den Betrieben verschwunden wären ("Republikflucht" war das doch, und als solche strafbar ?) - was wäre passiert ?
    Sie dürfen sich engagieren, mit ihren Gesinnungsgenossen für Ihre Vprstellungen eintreten, schauen, was dabei rauskommt (schließlich gibt es 80 Mio. Deutsche, die vielleicht überhaupt nicht Ihrer Meinung sind!) - und dann schaun wir mal. Aber - da geb´ ich Ihnen Recht - : Alles andere ist natürlich bequemer ....

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    gelöschter Nutzer
    29.05.2016

    "Sie können heute Ihre Meinung äussern..."

    Selten so gelacht, denn auch in der DDR konnte man den Mund aufmachen, ohne gleich "abgeschossen" zu werden, nur dass dies in den Betrieben eher möglich war als in den Parteien und Massenorganisationen.

    Heute mache mal im Betrieb das Maul auf und du endest so, wie mancher Gewerkschafter im Manroland in Treuen - vorerst auf der Straße und wenn der sich dann erfolgreich zurückgeklagt hat, dann wird der solaqnge gemobbt, bis er von selber kündigt und keiner der AN, für die ers ich einsetzte, der wird ihm helfen und hinterher gehen!

    Denn die sind alle froh, im Vogtland überhaupt nocheinen Job zu bekommen.

    http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/zukunftsatlas-2016-berlin-fuehrt-die-wirtschaftsaufsteiger-an-24130696

    Im Gegensatz vom Erzgebirge kommt hier zwar das Vogtland etwas besser weg, aber wer sich hier seine Häusle auf Pump nach der Wende gebaut hat, der ist froh auch hier arbeiten zu dürfen.

    Mich hatte man zu Ost-Zeiten auch "abgeschossen, aber bis zur Wende verdiente ich das gleiche Geld wieder wie vorher - Fachkräfte waren auch in der DDR gefragt.

    Heute holt man die ja aus dem Ausland, damit die später wieder Beelitzer Spargel vor den Baumärkten verkaufen.

    Habe heute gerade mit einem Maschinenbau-Ing. aus Bulgarien gesprochen, der nach Deutschland kam und sehr gutes Deutsch spricht, aber keinen neuen Job entsprechend seiner Qualifikation bekommt.

    Scheiße - ist man erst einmal über die "50"!

  • 2
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    Interessierte
    29.05.2016

    Das Problem ist nicht die "Nationalität" des Bettlers - sondern, dass wir ihm nichts geben wollen.

    ( darüber habe ich auch schon oft nachgedacht und diskutiert , aber ist es nicht , dass die von unserem Staat versorgt werden , und das ist doch auch schon ´unser` Steuergeld , warum soll man da nun nochmals etwas geben ?

    Und was heißt eigentlich ?wollen? ???
    Wir geben doch schon , ob wir wollen oder nicht !!!

  • 3
    10
    Interessierte
    29.05.2016

    Und was die Überschrift betrifft , so wird es bald werden , denn so , wie sich das hier sukzessive entwickelt , ist doch der Deutsche kaum noch etwas Wert , geschaukelt und gefördert werden doch unsere Gäste ...

    Wenn der Westen so viel Aufwand ggü. den Ostdeutschen gezeigt hätte und die Kirche so viel Barmherzigkeit ggü. den HartzIV-Empfängern , Tafelgängern , Straßenkindern , Obdachlosen , dann sehe es heute vielleicht anders aus ?
    ( hat die Kirche sich da überhaupt schon mal drum gekümmert ?

    Und wenn ER die Erfahrungen unter den Mitmenschen so gemacht hat wie im ersten Absatz , dann sollte ´man` sich wohl mal ernsthaft Gedanken machen ...

  • 4
    7
    sebbi
    29.05.2016

    Ich kanns nicht mehr hören oder lesen.
    Ich will nur noch wählen.

  • 6
    4
    TheBeastFromTheEast
    29.05.2016

    Mein Gott, Herr Eichhorn: Sie müssen heutzutage "jubeln und klatschen", wie sintemalen ihre Vorfahren in der DDR. Das ist - Entschuldigung- barer Unsinn. Sie können heute Ihre Meinung äußern, sie veröffentlichen - in der DDR soll das anders gewesen sein. Sie können sich allein oder gemeinsam mit Gleichgesinnten für egal welche politische Meinung engagieren, andere davon zu überzeugen suchen - und dann wird man sehen, was dabei herauskommt. Daß unsere Systeme von "Natur aus" so wären, unumstößlich gleichsam, kann nicht ernsthaft behauptet werden - daß sie stabil sind, sehr wohl. "Miteinander-Füreinander" gibt es nicht mehr ? Was sind denn all die Hilfsinitiativen, Vereine, Interessensgruppen, Kirchengemeinden anderes ? Oder zählt es nur, wenn eine solche Gruppe staatliche Anerkennung erfährt ? Und wenn´s das "Miteinander" nicht mehr gäbe - an wem soll das liegen, wenn nicht an den Menschen selber ? Auf der einen Seite wollen wir möglichst viel Freiheit - auf der anderen Seite erwarten wir vom Staat ein "Rund-um-sorglos"-Paket für alle Lebenslagen, in dem wir Leistungen gleich welcher Art am besten per app abrufen, ohne selbst irgendwas bei zu tragen - außer im schlimmsten Fall Steuern zu zahlen ? Genau diese Einstellung - daß wir nämlich von der Allgemeinheit, dem Staat etwas zu bekommen haben, statt etwas für die Allgemeinheit, für den Staat leisten zu wollen - scheint mir das Problem zu sein. Was wir persönlich bekommen, ist a. selbstverständlich und unser gutes Recht, und b. viel zu wenig, oder ? Oder: Wir kennen jemanden, der findet, er bekäme selbstverständlich viel zu wenig ......

  • 4
    1
    Stefan1
    29.05.2016

    So hat sich die Welt gewandelt, aber glauben sie mir, es hilft nicht, die Dinge nur anzusprechen, sondern man muss für eine bessere Welt auch was tun. Vielleicht wäre es für sie gut, mal über einen Auslandsjob bei Ärzte ohne Grenzen nachzudenken. Es brauch eben nicht nur Denker, sondern auch Macher.

  • 1
    4
    voigtsberger
    29.05.2016

    Ob jemand fremd im eigenen Land ist, dass liegt an jeden selbst. Aber will ein jeder Bürger unseres Landes, dass sich dieses Land in kürzester Zeit, so verändern wird, das wir es nicht wiedererkennen werden, was auch von Politikern aller Couleur offen angesprochen wird. Deshalb sollten doch solche Begriffe wie Asyl und Einwanderung, nicht alle unter der Bezeichnung Flüchtlinge fallen und der Status der jeweiligen Gründe und deren Voraussetzungen für eine Bleiberecht mit Integration, müssten doch einmal getrennt werden um endlich mal die Zahlen der Personen zu erfahren, wer wirklich in Zukunft unser Land bereichert und wer alles in absehbarer Zeit wieder gehen muss und ist da Integration der richtige Weg oder werden damit zu viele Bleibeanreize geschaffen, die unsere Gesellschaft am Ende immer mehr entzweit? Da ist unser neues Integrationsgesetz, auch nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" und kein "Meilenstein", wie von einigen Politikern behauptet, denn auch Gesetze müssen durchgesetzt werden und da scheitern in letzter Zeit so einige Gesetze, da hilft auch erst mal kein Neues, wenn alles nur Makulatur bleibt.

  • 1
    6
    Nikalx
    29.05.2016

    Gähn, typischer weltfremder "Kopf in den Sand Artikel" der von Denkfehlern nur so strotzt. Leider nur vergeude Lesezeit.

  • 3
    2
    Nixnuzz
    29.05.2016

    crashy9708: Kann Ihnen als auch dem Autor weitestgehend zustimmen. Die "Unmenschlichkeit" begann meiner Meinung nach irgendwann in den 60er Jahren statt, als "Westgermany" aus alliierter Zwangsbeherrschung dem Weltmarkt überantwortet wurde. Eine dieser Folgen war u.a. der Zugang zu amerik. Universitäten und Wirtschaftsstrukturen. Während die "Alten" die Gemeinsamkeiten des gemeinsamen Studiums als auch Schützengrabens und der gegenseitigen Abhängigkeit erlebt hatten, kamen deren Kinder "amerikanisiert" vom Wirtschaftsstudium zurück und begannen die Hierachien zu verschlanken. Es begann die sozial-liberale Wirtschaftspolitik. Erste Rationalisierungseffekte inklusive Abteilungs- und Werksteilschliessungen begannen. Fiel dank sich öffnender Grenzen und steigendem Export kaum auf. Letztendlich sind wir heute in der Situation, das der (vermeintlich) Stärkere den Schwächeren gnadenlos platt macht. Dazu braucht es Menschen die "funktionieren". Mir blieb ein Satz aus meiner Probezeit in den 74er Jahren im Kopf hängen: "Haben Sie die Lösung oder sind Sie das Problem?". Es werden/wurden kurzzeitig umsatzträchtig-wirkende Entscheidungen gefällt, deren Negativ-Ergebnis der jeweiligen Firmeneigenen Rechtsabteilung überantwortet wurden. Nachdenkenden Mitarbeitern wurde angedeutet, das auf dem freien Markt billigere Personen gleicher Qualifikation und jünger zur Verfügung ständen. "Firmen-Familien-Denken" der Firmengründer und deren Mitarbeiter wurde durch neue, von extern hereingenommenen Leitungspersonen (Manager), aufgekündigt. Umsatzoptimierung wurde knallhart durchgesetzt. Nach mehreren Aufsichtsratsvorsitzenden bzw. Vorstandsvorsitzenden wird ein Unternehmen nach "Bank-Aktien-Richtlinien" geführt. Mitarbeiter müssen so geführt werden, das ein "störungsfreier" Betrieb ohne bestreikbaren Schlüsselpositionen möglich ist. Als ich in der Firma anfing war das Verhältnis Export/Inland ca. 30:60, als ich ging war es umgekehrt. (War ich nicht in Schuld..) Allerdings waren zwischenzeitlich Produktionen geschlossen bzw. im Ausland aufgebaut worden. Modernisierungen und Automation haben ihr übriges dazu beigetragen. Das soetwas Auswirkungen auf die Mitmenschlichkeit bis in das soziale Umfeld hat, sollte niemanden wundern. Da selber Baujahr 1949 bin, werd ich mich nicht mehr um die ultimative Lösung dieser explosiven Fragestellung widmen....

  • 7
    4
    DerWundePunkt
    29.05.2016

    Der Beitrag ist schon eine relativ genaue Beschreibung des Zustandes in diesem korrupten Gebilde BRD. Wenn die Verantwortlichen in Politik, Kirche, Wirtschaft nur noch darauf schauen, dass sich einige wenige die Taschen immer ungenierter füllen können und die große Masse der Bevölkerung immer ärmer wird (und das nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch bezüglich der Bildung, Kultur und Gesundheit), dann ist dieser Zustand einer Gesellschaft aber die logische Konsequenz.

    Und ja, die "Flüchtlinge", "Willkommenen", "Migranten" oder wie diese Menschen auch sonst noch bezeichnet werden, haben durchaus als Katalysator zur Offenlegung dieser Zustände beigetragen. Ganz offen sollten heir wieder die "Bedürnisse" der Wirtschaft nach billigen Arbeitskräften befriedigt werden. Scheiß egal was die Masse der Bevölkerung davon hält und mit welche Probleme daraus entstehen. Leider ist auch dieser Versuch an der Unwissenheit der Verantwortlichen gescheidert. Es läßt sich eben aus einem Araber oder Nordafrikaner nicht mit einem Federstrich ein dummer deutscher Untertan machen, der für 8,50 Euro Mindestlohn 12 Stunden den Reichtum von Schaeffler, Reiman, Schwarz erhöhen und sich dabei noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld anrechnen lassen darf (Sofern er so etwas überhaupt schon mal gesehen hat) und diese Sauerei auch noch höchtsarbeitsrichterlich abgesegnet wird.

    Auch ich fühle mich in diesem Land nur noch verarscht und habe deshalb für die sogenannten "Volksvertreter" aus den Parteien aller Coleur ebenfalls nur noch Verachtung übrig. Übrigens gilt diese Verachtung auch für das kapitaltreue Rechtssystem inklusive seiner Marionetten.

  • 11
    2
    gelöschter Nutzer
    29.05.2016

    Dieser Beitrag ist die Erklärung fafür, was heute unsere politischen und gesellschaftlichen Landschaft widerspiegelt.

    Ich bin Jahrgang 1959 und empfinde genau so!

    Mit der DDR gingen nicht nur die SED, die Stasi und die marode Planwirtschaft unter, sondern auch das Miteinander - Füreinander in Form der Menschlichkeit.

    Gerade diese Menschlichkeit, beruhend auf den Grundlagen der häuslichen Erziehung und der Mangelwirtschaft, wird uns seit Jahren durch die Medien (West) abgesprochen.

    Man hackt immer nur auf dem herum, was wir Ostdeutschen doch schon immer wussten und wer das gesellschaftliche Leben in der DDR immer nur auf SED- und Stasi-Niveaau reduziert, der ist eher zu schwach, seine eigenen Misstände zu erkennen und was dabei herauskommt:

    Wir sehen es an der derzeitigen politischen Entwicklung in diesem Land, das einmal die Heimat vieler Menschen war:

    Heimat

    a) Geburtsland, Geburtsort, Heimatland;

    (geh., oft emotional): Vaterland;

    (geh., oft iron.): Scholle;

    (scherzh.): heimatliche Gefilde.

    b) Herkunftsland, Herkunftsort, Ursprungsgebiet, Ursprungsland.

    © Duden - Das Synonymwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2010 [CD-ROM]

    Nun, mein Ursprungsland war die DDR und nicht Deutschland, aber auch nicht Sachsen, sondern der Bezirk Karl-Marx-Stadt.

    Eigentlich bin ich auch ein Vertriebener:

    Suchte ich doch Arbeit, Wohnung und Wohlstand am Anfang der 80-er in Berlin, weil es im Vogtland vorher doch eh kaum vernünftigen Wohnraum und hochwertige materielle Güter gab.

    Heute bin ich integrierter Bestandteil dieser Multi-Kulti-Stadt, ohne mich und meinen Dialekt je aufgegeben zu haben.
    Sogar nach der Öffnung der Grenzen hatte ich damit kein einziges Problem!

    ...und ich stehe auch dazu, ein "Ossi" zu sein!

  • 7
    2
    olib
    29.05.2016

    Erklärungen, Weltverbesserer und heile Welt hin oder her. Ich weiß nur, dass ich und viele meiner Freunde zumindest diesen Satz aus dem Artikel - unabhängig vom Reizthema "Flüchtlinge" - voll und ganz unterschreiben können:

    "Ich merke, im Beruf wie im Privaten, dass das Klima rauer wird, dass Menschen grob, verletzend, rücksichts- und teilnahmslos werden?"

    Und das mindert meine Lebensqualität enorm, da allein schon ein Gang zum Supermarkt das ganze Ausmass zeigt. Insofern kann ich die ersten 3 Absätze für mich als sehr gelungen bezeichnen.

  • 9
    12
    Freibeuter
    29.05.2016

    Bis zum dritten Abschnitt hatte ich das Gefühl einen sehr fundierten Beitrag zu lesen. Danach wurde mir erklärt warum unsere Gesellschaft auseinanderdriftet. Genau wegen diesen naiven Weltverbesserern wird das noch befördert. Ab in die Runde Ablage!

  • 18
    15
    Hübnererich
    29.05.2016

    In der Silvesternacht wurden hunderte deutsche Frauen von Migranten vergewaltigt,begrapscht, sexuell belästigt, bestohlen und alle schauen zu.Was ist mit uns passiert,was hat uns so hilflos gemacht, warum sind wir so naiv um zu blöd uns zu wehren?

  • 14
    7
    Ekim
    28.05.2016

    @Mabel: Ihr Kommentar kommt aus Ihrer eigenen Welt, wie jeder seine eigene haben darf.
    Ich fühle mich als Leser mit "man" durchaus angesprochen und vielleicht bringt der Beitrag von Klaus-Gregor Eichhorn mehr als Denkbar.

  • 18
    15
    Hainichner
    28.05.2016

    Vielen Dank, Herr Eichhorn!
    Sie sprechen genau das aus, was auch ich empfinde! Sicher gibt es in Erstaufnahmeeinrichtungen viele große Probleme, die meisten hausgemacht.
    In meiner Heimatstadt mit ca. 10.000 Einwohnern gibt es im Schnitt 200 Neuankömmlinge, die meisten aus Syrien und dem Irak. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt in Sachsen.
    Seit es hier Flüchtlinge gibt, sind auch die Spielplätze wieder bevölkert- mit syrischen Vätern, die mit ihren Kindern Ball spielen. Ein erfreulicher Anblick, den es hier schon lange nicht mehr oder nur höchst selten gab. Deutsche Väter haben viel zu tun, da sie nichts geschenkt bekommen.
    Je geringer der Flüchtlingsanteil, desto mehr Angst vor dem Fremden und Unbekannten wird geschürt. Im tiefen Westen ist das schon lange kein Thema mehr.
    Zum vorhergehenden Kommentar folgendes: Bismarck war ohne Zweifel ein großer Staatsmann mit vielen Verdiensten, jedoch gibt es "kritische Stimmen, die Bismarck für das Scheitern der Demokratie in Deutschland verantwortlich machten" [Wikipedia]. Und politisch wäre weit mehr möglich gewesen, als die "Flüchtlingskrise", die überhaupt keine Krise ist, an die weit entfernte Außengrenze Europas und der Türkei zu verschieben! Nur war es so der bequemste Weg und der Mob ist beruhigt.
    Weniger Flüchtlinge sind es nicht geworden und sie ersaufen nach wie vor im Mittelmeer. Aber das ist ja nicht die Ostsee und weit weg...

  • 10
    18
    Mabel
    28.05.2016

    Der Herr lebt in seiner eigenen Welt. Er war mir schon mit seinen Absonderungen zum Thema Leben in der Innenstadt aufgefallen. Für Politik interessiert er sich nicht, Parteien verachtet er. Mit allem ist er unzufrieden. Man müsste es ändern, sagt er. Aber wer ist "man"? Dazu schweigt er sich aus. Das ist insgesamt eine pubertäre Weltsicht. Werden Sie erwachsen, Herr Eichhorn! Politik ist die Kunst des Möglichen, sagte Bismarck. Und das gilt heute noch. Des Möglichen, nicht des Denkbaren!



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