Rasmussen von der Tour ausgeschlossen

Team Radobank zieht Radprofi zurück

Paris. Die Tour de France hat am späten Mittwochabend ihren Tiefpunkt erreicht. Der unter Dopingverdacht stehende Gesamterste Michael Rasmussen ist von der 94. Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen worden. Das Rabobank-Team hat den Dänen am Mittwochabend entlassen. Der niederländische Rennstall begründete seine Entscheidung damit, dass Rasmussen dem Team mehrmals falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort in der Trainingsphase gemacht habe. Rasmussen steht bereits seit Tagen unter Doping-Verdacht, da er sich allein in den vergangenen 15 Wochen dreimal den Kontrollen entzogen hatte.

Noch am Mittwoch hatte Rasmussen die Königsetappe zum Col d'Aubisque hinauf gewonnen und mit seinem zweiten Tagessieg das Gelbe Trikot gefestigt. Der Tour-Sieg schien ihm angesichts von einem Vorsprung von 2:23 Minuten auf den Spanier Alberto Contador kaum mehr zu nehmen sein.

Rabobank "schockiert und enttäuscht"

Nun zog also Rabobank die Reißleine, nachdem in den vergangenen Tagen harsche Kritik am Team wegen des Festhaltens an Rasmussen laut geworden war. "Rabobank ist schockiert und enttäuscht, dass Rasmussen bezüglich seiner Aufenthaltsorte gelogen hat", ließ der Rennstall nun in einer Pressemitteilung verlauten.
Ob der Rest des Teams am Donnerstag noch bei der 17. Etappe von Pau nach Castelsarrasin an den Start geht, ist offen.

"Mehrmals hat er uns Aufenthaltsorte im Training genannt. Es ist aber bewiesen, dass diese Angaben falsch sind", sagte Sportdirektor Theo de Rooy. Der Sponsor Rabobank begrüßt und unterstützt diese Entscheidung. "Dies ist eine Verletzung der Regeln und inakzeptabel", hieß es in einem Statement.

Kleiner Triumph für Prudhomme

Tour-Chef Christian Prudhomme war angesichts des Ausschlusses von Rasmussen erleichtert: "Das Wichtigste ist nicht, dass er entlassen ist, sondern dass er am Donnerstag nicht an den Start geht." Bereits seit Tagen ist der Däne von den Organisatoren zur unerwünschten Person erklärt worden. Allerdings scheuten sich die Veranstalter, wohl auch aus rechtlichen Gründen, den zweimaligen Bergkönig aus dem Feld zu nehmen. Präsident Pat McQuaid vom Radsport-Weltverband (UCI) zeigte sich überrascht, "dass die Entscheidung nicht mit der UCI besprochen wurde".

Am Ruhetag am Dienstag hatte Rasmussen in einer bizarren Pressekonferenz noch versucht, Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit auszuräumen. So gab er zu, in seinen Ausführungen bezüglich einer Verwarnung der UCI vom vergangenen Jahr falsche Angaben gemacht zu haben. "Da habe ich einfach Namen und Daten verwechselt", behauptete der schmächtige Radprofi und verwies gebetsmühlenartig auf die 14 negativen Doping-Proben, die er während der letzten drei Wochen abgegeben hatte. (sid)

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