Aus dem Ruhrpott ins Vogtland

Die Soletherme in Bad Elster bringt dem vogtländischen Kurort viele neue Besucher. Silvia Sommer sorgt dafür, dass sie zufrieden sind.

Bad Elster.

Wenn Silvia Sommer auf dem Parkplatz des Albert-Bads ein Kennzeichen aus dem Ruhrgebiet entdeckt, freut sie sich besonders. Vor sieben Jahren kam sie selbst aus dem "Pott" nach Bad Elster, um die Leitung der Abteilung Therapie und Gesundheitsprävention der Sächsischen Staatsbäder zu übernehmen. "Arbeiten wo andere Urlaub machen" stand in der Stellenanzeige. Der vogtländische Kurort überzeugte die heute 57-Jährige sofort. "Ich hätte nie erwartet, in dieser Region so ein Kleinod zu finden."

Als sie im Sommer 2010 ihren Job antrat, hatte man gerade erst den Schatz entdeckt, der seit Jahrmillionen im Elstertal schlummerte: eine Quelle, 1200 Meter unter der Erde, mit einem Salzgehalt von 22 Prozent. Seit zwei Jahren können Besucher des Kurorts in diesem besonderen Wasser baden. Oder vielmehr schweben, wie Sommer sagt. Denn die Erfahrung erinnert an ein Bad im Toten Meer. Der Salzgehalt ist zwar nicht ganz so hoch. Doch das hat einen entscheidenden Vorteil: "Im Toten Meer guckt der Körper zu großen Teilen raus. Das kühlt ihn aus. Bei uns kann man dagegen richtig schön einsinken." Deswegen verdünnen die Staatsbäder das Quellwasser sogar. Die drei Solebecken haben einen Salzgehalt von 15, zwölf und sechs Prozent. Das Schweben in der Sole wirkt vor allem entspannend. "Viele schlafen sogar ein. Untergehen und ertrinken kann man ja nicht", sagt Sommer. Die waagerechte Lage entlastet zudem die Muskulatur und das Herz. Die Sole steigert den Stoffwechsel.

Silvia Sommer ist gelernte Physiotherapeutin und studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Für ihren Beruf sei diese Kombination ideal, sagt sie. Denn nicht nur die Qualität der Behandlungen liegt in ihrer Verantwortung, auch die Zufriedenheit der Badegäste. Sommer nennt sich selbst eine Anpackerin. Die Stelle in Bad Elster habe sie auch deshalb gereizt, weil sie eine Herausforderung suchte. Die hat sie gefunden: Durch die Therme hat der kleine Kurort nach Angaben der Staatsbäder allein im letzten Jahr 100.000 zusätzliche Gäste gewonnen. Manche kommen sogar extra aus dem Ruhrgebiet.

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