Besuch im Schlosspark und bei der Gartenschau

Künstlerin Christel Lechner stellt ihre Alltagsmenschen nicht nur in Lichtenwalde auf, sondern auch in Frankenberg

Bis zum 3. November stehen sie wieder im Barockgarten des Schlosses Lichtenwalde: die Alltagsmenschen. Mehr als 70 Skulpturen hat die Wittener Künstlerin Christel Lechner diesmal mitgebracht. Doch die leicht überlebensgroßen "Alltagsmenschen" stehen nicht nur in Lichtenwalde. Sie sind nun auch in Frankenberg angekommen und sollen die Besucher der Landesgartenschau auch für den barocken Garten im benachbarten Lichtenwalde begeistern.

Doch wer sind die Alltagsmenschen? Geht es nach Christel Lechner, die die Figuren erschuf, stehen sie beispielhaft für den Menschen in seiner individuellen Alltäglichkeit. "Statt ständiger Selbstoptimierung spiegeln sie eine gewisse selbstbewusste Gelassenheit", sagt Christel Lechner. "Sie wirken erfahren und doch irgendwie alterslos, glücklich und heiter." Mit ihren Figuren will Lechner den Balanceakt zwischen dem Respekt vor dem Individuum und der humorvollen Ironisierung des Banalen wagen. Und deshalb sind die Skulpturen nun auch an anderer Stelle als nur im Schlosspark zu sehen. "Wir sind erstmals Kooperationen eingegangen, die die Möglichkeit eröffnen, die Alltagsmenschen an drei Open-Air-Stationen außerhalb des Parks zu präsentieren", sagt die Geschäftsführerin der Schlossbetriebe gGmbH, Patrizia Meyn. Einzelfiguren und ganze Figurengruppen sind auf der Schlossallee in Lichtenwalde zu sehen, auf dem Dammplatz in Frankenberg im Rahmen der sächsischen Landesgartenschau und auf dem Chemnitzer Rosenhof im Rahmen der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025. "Kunst soll und muss polarisieren. Das kann sie aber nur, wenn sie wahrgenommen wird. Deshalb war es mir wichtig, dass einige Figuren frei zugänglich im öffentlichen Raum zu erleben sind", so Meyn.

Wer will, kann sich seinen Lieblings-Alltagsmenschen aussuchen. Christel Lechner selbst mag sie alle. "Das sieht man hoffentlich auch in meiner Ausstellung im Schlosspark Lichtenwalde. Dort sind viele neue Inszenierungen zu sehen." Besucher dürfen sich aus der Distanz freuen oder ganz nahe und gemeinsam mit den Figuren lachen. Anfassen ist erlaubt. "Aber mit Respekt, bitte", sagt Christel Lechner. Besucher dürfen und sollen sich mit den Skulpturen fotografieren (lassen).

Sie ermöglichen so aktiv Erinnerungen an einen unvergesslichen Tag fernab der Alltäglichkeit und sorgen im besten Fall für den einen oder anderen Denkanstoß zum Leben. Der gräfliche Barockpark bildet dabei einen wunderbaren Gegensatz zu den typenhaften Alltagsmenschen.

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