"Der Titel ist für die Ewigkeit"

Bergakademie-Professor Helmuth Albrecht ist der Motor der Bewerbung

Freiberg.

Der Erzgebirge ist Welterbe, jetzt muss es darum gehen, den Titel für die Region gewinnbringend zu nutzen. Darüber herrscht bei allen Beteiligten Konsens. Kein Wunder also, dass einige Leute unruhig werden und endlich loslegen wollen. Helmuth Albrecht warnt deshalb vor Schnellschüssen. "Der Welterbetitel ist für die Ewigkeit, da bringt es nichts, voreilige Entscheidungen zu treffen", sagt der 64-Jährige.

Der gebürtige Niedersachse ist Inhaber des Lehrstuhls für Technikgeschichte und Industriearchäologie an der TU Bergakademie Freiberg und gewissermaßen der Motor hinter der Bewerbung um den Welterbetitel. Als vor fast 20 Jahren erstmals die Idee im Raum stand, griff er diese sofort auf. "Ich bin 1996 nach Sachsen gekommen und habe sofort das gewaltige Potenzial gesehen, das in der Montanregion steckte", erzählt der Professor. Sechs, sieben Jahre nach der Wende hatten die Menschen hierzulande freilich andere Sorgen, als sich um die industrielle Vergangenheit zu kümmern. Mittlerweile ändert sich das wieder, was auch ein Verdienst von Helmuth Albrecht und seinem Team ist. "Zehn Jahre lang haben wir daran gearbeitet, die Industriekultur in Sachsen aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Jetzt sind wir endlich auf einem guten Weg", sagt der Professor. Er ist sich ganz sicher, dass die Region vom Welterbetitel profitieren wird, weil das Erzgebirge positiver wahrgenommen werden wird. Er hofft, dass damit auch das Selbstvertrauen der Menschen, die mitunter vergessen, was hier in der Vergangenheit vollbracht wurde, steigen werde. Helmuth Albrecht sagt deshalb ganz deutlich: "Die Dresdner Kunstschätze gäbe es nicht ohne die Bergleute im Erzgebirge."

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