Die Debatte um den Umgang mit dem Raubtier

Wann darf der Wolf geschossen werden? Laut dem Bundesnaturschutzgesetz gilt er somit als "streng geschützte Art". Abschüsse sind deshalb nur in gesondert genehmigten Einzelfällen möglich. Über den Umgang mit dem Raubtier wird seit einigen Jahren debattiert, dabei überschneiden sich in mehreren Punkten die Forderungen der beteiligten Interessengruppen. Den zentralen Streitpunkt in der Debatte bildet jedoch die Voraussetzung für den Abschuss des Wolfes.


Zu den Vertretern einer restriktiven Line im Umgang mit ihm gehören unter anderem der Deutsche und der Sächsische Jagdverband. Daneben wendete sich der Sächsische Landesbauernverband einen öffentlichen Brief im Namen des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband, der Landesarbeitsgemeinschaft für Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer, der Sächsische Rinderzuchtverband, der Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen, der Landesverband Pferdesport Sachsen, der Alpaka- und Lama-Zuchtverband Mitteldeutschland, der Landesverband landwirtschaftlicher Wildhalter des Freistaates Sachsen und der Sächsische Landesbauernverband an die Politik.

 

Die fünf wichtigsten Forderungen des Sächsischen Landesbauernverbandes im Umgang mit dem Wolf:

 

  • Der Schutzstatus ist zu verringern, das Tier soll zudem in den Katalog der bejagbaren Tiere nach dem Bundesjagdgesetz aufgenommen werden.
  • Wolfshybride sind generell abzuschießen.
  • Aufbau eines wissenschaftlich belastbaren Wolf-Monitorings, dessen Ergebnisse unabhängig geprüft, national und international abgestimmt und allgemein zugänglich veröffentlicht werden.
  • Vollständige Kostenübernahme von Präventionsmaßnahmen und Wolfsschäden sowie eine Umkehr der Beweislast zugunsten der Züchter und Pächter.
  • Die Nachhaltigkeit der Rot-, Schalen- und Muffelwildbestände muss gewährleistet bleiben, Verluste müssen unbürokratisch ausgeglichen werden.

 

Zu den Vertretern einer liberaleren Linie im Umgang mit dem Wolf gehören unter anderem der Bundesverband der Berufsschäfer, der Deutsche Tierschutzbund, die Umweltverbände NABU, IFAW, WWF und BUND sowie der Deutsche Grünlandverband und der Ökologische Jagdverband. Auch diese Verbände veröffentlichten ein Grundsatzpapier.

 

Die fünf wichtigsten Forderungen der Tierschutz- und Umweltverbände im Umgang mit dem Wolf:

 

  • Der Abschuss von Wölfen ist nur als letztes Mittel zulässig, nachdem alle Alternativen ausgeschöpft worden sind.
  • Verluste der Weidetierhaltung durch den Wolf müssen schnell und unbürokratisch ersetzt werden.
  • Aufbau eines nationalen Zentrums für Herdenschutz. Damit sollen Erfahrungen zentral gebündelt und in die Wolfsmanagementpläne der Länder eingebracht werden.
  • Finanzielle Förderung von Herdenschutz, Schulung und Beratung.
  • Die Tierschutz-Hunde-Verordnung soll so angepasst werden, dass fachgerechte Herdenschutzhunde eingesetzt werden können.

Beide Interessengruppen versuchen Lösungsvorschläge im Umgang mit dem Wolf zu finden. Den konkreten Umgang in sachsen regelt nun die jüngst verabschiedete "Sächsische Wolfsmanagementordnung".

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...