Kleinneuschönberg 1968 - 2018 - Die Panzer im Erzgebirge und ihr Fotograf

Die Panzer im Erzgebirge und ihr Fotograf: 50 Jahre trennen diese beiden Aufnahmen aus Kleinneuschönberg, einem Ortsteil der Stadt Olbernhau. Am 25. August 1968 hörte hier Wilfried Neuber Motorenlärm, nahm seine stets bereitliegende Exakta Varex, bestückt mit einem Farbdiafilm, und drückte ab. Direkt vor seinem Haus, in dem er noch heute lebt, fuhr an diesem Sonntag eine Kolonne sowjetischer Panzer vorbei, die zuvor in den Wäldern der Umgebung gestanden hatten. Mit einem 135-Millimeter-Teleobjektiv gelangen Neuber drei seltene Farbaufnahmen von nachrückenden Truppen in die Tschechoslowakei. Im Hintergrund sieht man die damalige Rundstabfabrik Gebrüder Herold, heute Sitz einer Industrietechnikfirma. "Es war ein schwüler Tag", erinnert sich Neuber. Zunächst glaubte er, dass Mähdrescher im Anmarsch sind, dann sah er die Kanonenrohre. "Ein historischer Augenblick", so dachte er damals. Und: "Jetzt muss ich das Risiko eingehen." Die Soldaten hatten ihn beim Fotografieren im Blick, ließen ihn aber gewähren.

 

Dieser Beitrag erschien im Wochenendmagazin der "Freien Presse".

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