"Meinen Glauben an das Gute im Menschen bewahren"

Sehr geehrter Herr Eumann, liebe Freie Presse,

danke für diese Aktion, denn an die guten Seiten in alten Zeiten zu erinnern, ist schon mal ein bisschen Balsam für die Seele, auch wenn ich somit als ostalgisch gelte.

Als Sigmund Jähn auf dem Weg zur Raumstation MIR war, stak früh eine unerwartete Sonntagszeitung im Briefkasten. Meine Familie war eine der ersten verwunderten, denn sie brachten mich (Abfahrt 6.00 Uhr) an diesem Tag von Thüringen nach Sachsen - es begann mein Studium in Zwickau, Pädagogische Hochschule. Meine Fachkombination "Pionierleiterin/ Staatsbürgerkunde" ist heute verpönt und nicht gerade vorstellbar. Aber mit den Helden meiner Kindheit und Jugend (Täve Schur, Walentina Tereschkova, Sigmund Jähn, Gojko Mitic, Hans-Dieter Fritzschler = "Der Erste" von Ihrem Kollegen Landolf Scherzer) konnte ich meinen Glauben an das Gute im Menschen und die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Mittun trotz aller Brüche und Wendungen bewahren. Die vier Studienjahre über waren wir eine gute Gemeinschaft "als Kosmonautengeneration", immer auch bereit, sich für unbequemere Wege zu entscheiden, Unwägbares zu wagen, Probleme anzupacken und zu lösen, statt sie zu ignorieren oder schlimmer zu machen. Darauf bin ich inzwischen auch stolz und glücklich, es erlebt und mitgestalten zu haben.

Voll Dankbarkeit über diese Anregung zum Erinnern und mit freundlichen Grüßen

Gabi Konrad

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