Verborgene Welt

Eine Einladung der besonderen Art: Reisen Sie mit uns zum Mars. Zu weit weg, zu teuer?

Liebe Leserin, lieber Leser, dürfen wir Sie auf eine außergewöhnliche Reise mitnehmen? Steigen Sie ein, nehmen Sie sich etwas Zeit: Denn das Ziel ist weit entfernt! Es ist der Mars, unser Nachbarplanet. Zugegeben, das ist nicht wirklich ein Ort, an dem man seine Ferien verbringen möchte; und die Raumfahrt ist auch noch nicht so weit, tatsächlich Menschen dorthin schicken zu können. Es ist auf dem Mars kalt, trocken und öde. Es gibt keine Wiesen, Wälder und Flüsse, Sandstürme sorgen für mieses Wetter - und selbst die Luft zum Atmen müssten wir noch mitbringen.

Aber wir versprechen Ihnen: Das wird eine spannende Reise zu einer bizarren Welt voller Überraschungen! Lange bevor das Teleskop erfunden wurde, war dieser orangerote "Stern" für unsere Vorfahren voller Rätsel. Astronomen haben beim Blick durch ihre Fernrohre in den vergangenen drei Jahrhunderten einige wichtige Dinge erkannt: Der Mars ist ein Planet mit einer festen Oberfläche aus Gestein, wie auch der Mond, die Venus und der Merkur. Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind Gasplaneten ohne feste Oberfläche.

Gerade der Mars scheint der Erde in vielerlei Hinsicht ähnlich zu sein. Diese Ähnlichkeit macht ihn zu einem der wichtigsten Forschungsobjekte im Sonnensystem. Heute haben wir Raumsonden, mit denen wir unsere kosmische Nachbarschaft besuchen können. Die Namen der Missionen sind Legende: Apollo, Venera, Voyager, Pioneer - und Viking: die erste Landung auf dem Mars, aber auch Mars Express, Curiosity und viele mehr.

Heute ist der Mars ein arktischer Wüstenplanet. Aber das Klima muss früher moderater gewesen sein, denn einst floss dort Wasser. Täler, ausgetrocknete Seen, Deltas und Ablagerungen aus feinem Material belegen dies überall. Wasser... Leben? Damit sind wir bei der wichtigsten Frage der Planetenforschung angelangt: Könnte es dort, wo es Wasser gab, auch Leben gegeben haben? Also auch auf dem Mars? Gibt es dort vielleicht sogar noch heute Leben? Wir Wissenschaftler sind uns einig: Auf dem Mars hätten in früher Zeit einfachste Lebensformen existieren können. Auch heute noch? Natürlich suchen wir nicht nach hoch entwickelten Lebewesen; aber von der Erde wissen wir, dass primitive Mikroorganismen noch an den extremsten Orten überleben, warum also nicht auch auf dem Mars?

Dieses Thema ist es, welches die Marsforschung so spannend macht. Seit 40 Jahren versuchen Wissenschaftler, mit Raumsonden dem Mars seine Geheimnisse zu entlocken. Die Suche nach den Spuren von Wasser ist auch eines der ehrgeizigsten Ziele der ersten europäischen interplanetaren Mission: Mars Express. Damit ist der europäischen Weltraumorganisation Esa ein großer Schritt bei der Erforschung unserer kosmischen Nachbarschaft gelungen. Seit 2004 liefert der europäische Marsorbiter zuverlässig Messdaten und hochgenaue dreidimensionale Bilder. Die Datengrundlage und der Wissensstand über den Mars wurden dadurch fundamental erweitert. Und die Mission wird noch bis Ende 2018 weitergeführt, um auch den letzten Winkel der Oberfläche zu untersuchen!

Ausstellung in Chemnitz: Das neue Bild vom Nachbarn Mars

Eines der wichtigsten Instrumente an Bord von Mars Express ist die hoch auflösende Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera). Diese am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte Kamera kartiert den Mars hochgenau und in Farbe. Und sie erfasst auch die dritte Dimension. Damit lassen sich topografische Bildkarten errechnen, die es erlauben, auf dem Mars virtuell spazieren zu gehen, was unser Bild von der geologischen Entwicklung des Roten Planeten massiv verändert hat.

Auch künftige Missionen werden auf den Ergebnissen von Mars Express aufbauen. Mit dieser Ausstellung wollen wir Sie an unserer Faszination für den Mars teilhaben lassen. Mit großformatigen 3D-Bildern können Sie die Marsoberfläche erleben - eben fast wie auf einer Reise dorthin. Die gewaltigen Strukturen erscheinen beinahe zum Greifen nah.

Mehr als zwei Millionen Besucher haben "Das neue Bild vom Nachbarn Mars" bereits gesehen. Wir wünschen auch Ihnen dabei viel Vergnügen!

 

Seit zwölf Jahren umkreist die Sonde Mars Express der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA den Planeten. Mit an Bord ist eine vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene Kamera. Deren Aufnahmen geben einen faszinierenden Einblick in die Geologie des Erdnachbarn.

Die spannendsten Bilder zeigt die 3-D-Ausstellung "Das neue Bild vom Nachbarn Mars". Sie ist vom 23. Februar bis 15. März in der zweiten Etage der Galerie Roter Turm, Theaterstraße 7 in Chemnitz, zu sehen, und zwar montags bis samstags von 9.30 bis 20 Uhr.

3-D-Brillen liegen dieser Ausgabe bei und sind in den "Freie Presse"-Shops in Ihrer Nähe sowie in der Ausstellung erhältlich.
Mit den Spezialbrillen öffnen sich metertiefe Schluchten und wachsen Vulkane empor. Jene Kräfte, die den Roten Planeten geformt und verändert haben, werden auf 18 mehrere Meter großen Bildern in faszinierender Räumlichkeit erlebbar. Gezeigt werden auch Regionen, in denen es einst große Wassermengen auf der Oberfläche gab. Der Eintritt ist frei. Das DLR veranstaltet die Ausstellung in Kooperation mit der "Freien Presse" und mit Unterstützung der Galerie Roter Turm.

Am Donnerstag, dem 25. Februar beginnt um 18.30 Uhr eine Eröffnungsveranstaltung für die Leser der "Freien Presse". Einlass ist ab 18 Uhr. Prof. Dr. Tilman Spohn, Leiter des Instituts für Planetenforschung am DLR, wird einen Vortrag halten und mit den Lesern durch die Ausstellung gehen. Da die Plätze begrenzt sind, werden Interessenten an diesem Tag nur mit Reservierung eingelassen.  Anmeldung unter Telefon 0800 80 80 123

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