"Wir waren seit wenigen Tagen verlobt"

Wir waren im Urlaub an der Ostsee in Timmendorf auf der Insel Poel. Unser winziges Zimmer befand sich auf dem Dachboden eines alten Fischerhauses direkt am Hafen - ohne Wasser mit Trockenklo im Hof. Unsere Wirtsleute: Er, ein alter Seebär, war jahrelang auf einem Lotsenboot gefahren, sie konnte die besten Flundern braten. Und wir waren seit wenigen Tagen verlobt, also im Paradies, in dem winzigen Zimmer auf dem Dachboden. Den Moment werden wir nie vergessen, als wir nach einem sonnigen Strandtag in unser kleines Zimmer kamen, das Radio einschalteten und kurz darauf diese Meldung hörten: "Hier ist der Rundfunk der Deutschen Demokratischen Republik." Vor allem mein Mann dachte an Schlimmes, zum Beispiel Mobilmachung oder Ähnliches. Mit großem Interesse hörten wir weiter zu und erfuhren von Sigmund Jähns Reise ins All. Leider hatten wir im Vorfeld nichts über diese wichtige Mission mitbekommen, aber sie begleitet uns bis heute auf besondere Art und Weise. Durch zwei unserer Söhne haben wir einen guten Draht zum und großes Interesse am Kosmonautenzentrum in Chemnitz. Unser Sohn Mario hat dort viele Jahre in Kindheit und Jugend als Stammbesatzungsmitglied mitgearbeitet und konnte in diesem Rahmen Sigmund Jähn persönlich in Moskau treffen. Ja und wir als Eltern, jetzt auch Großeltern, sind immer wieder begeistert von diesem Mann, den wir in Chemnitz auch kennenlernen durften, von seinem Wissen, seiner Bodenständigkeit, seiner Vitalität und seinem Humor. In diesem Sinne wünschen wir Sigmund Jähn alles Gute.

Steffi und Rolf Kaiser, Chemnitz

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