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Foto: (Symbolbild) Patrick Pleul/dpa

Erdgasantrieb eine Alternative für VW

Der Druck der EU mit strengeren Abgaswerten fördert die Aktivitäten der Autohersteller für den Antrieb mit Gas. Ob die Kunden da mitspielen?

Von Hubert Kemper
erschienen am 17.05.2018

Wolfsburg. Der Dieselabsatz ist eingebrochen, für den schnellen Umstieg auf Elektroantrieb fehlen Lade-Infrastruktur und passende Angebote. Die Autoindustrie steckt in der Klemme, denn ab 2020 gelten strenge Abgaswerte in der EU, die mit schweren, Benzin schluckenden SUV kaum einzuhalten sind. Da könnte eine Technologie zur Hilfe kommen, die bisher nur einen Nischenplatz einnimmt: CNG, komprimiertes Erdgas.

CNG stößt im Vergleich zu anderen Verbrennungsmotoren bis zu 25 Prozent weniger CO2 und bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide aus. Gegenüber einem Dieselmotor setzt der gasbetriebene Motor 99 Prozent weniger Rußpartikel frei. Die EU-6-Abgasnorm wird damit spielend leicht erreicht. Der Motor entspricht einem herkömmlichen Ottomotor. Anstatt eines Benzin-Luft-Gemisches wird ein aufbereitetes Erdgas-Luft-Gemisch in den Zylindern verbrannt, die Fahrzeuge verfügen somit über eine alternative Antriebstechnik. Das benötigte Erdgas kommt aus dem bestehenden Erdgasnetz und wird an den Tankstellen komprimiert.

"CNG ist mehr als eine Brückentechnologie, sondern eine langfristige Alternative", schwärmt Seat-Chef Lucca de Meo. Im Volkswagenkonzern, der angesichts des immer noch hohen Diesel-Anteils unter besonderem Druck steht, ist Seat zum Technologieführer in Sachen CNG aufgestiegen. Bisher kamen die Angebote bei den Kunden gut an. Von den neu geworbenen Kunden entschieden sich zuletzt 22 Prozent für CNG-Antrieb. Verkaufsrenner im Geschäft mit Erdgas-Fahrzeugen ist mit großem Abstand der Seat Leon vor dem Skoda Octavia, dem VW Golf und dem Caddy von Volkswagen.

Ein bisher noch zu grobmaschig geknüpftes Tankstellennetz, das CNG anbieten kann, liefert Argumente gegen den Umstieg auf Erdgas. Die Industrie kontert mit Hinweis auf inzwischen 900 Stationen in Deutschland. Im Vergleich zu Diesel und Benzin sind die Kraftstoffkosten 38 Prozent günstiger, zudem ist die Kfz-Steuer noch bis 2026 subventioniert. Moderne Fahrzeuge wie der A3 G-Tron oder der Leon TGI sind mit einem 50-Liter-Tank und zusätzlich zwei Gasflaschen mit 15 Kilogramm Inhalt ausgerüstet. Das erlaubt Reichweiten bis 1300 Kilometer. Die Gasflaschen schränken allerdings das Kofferraumvolumen ein. (mit cul)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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  • 17.05.2018
    10:19 Uhr

    cn3boj00: Der herr kemper wieder mal. Hat die FP niemanden, der etwas mehr technisches Verständnis hat und die Sachverhalte etwas klarer formulieren kann? Wovon sprechen wir denn eigentlich? Sprechen wir von den neuen Flottenzielen für CO2, die von 130 auf 95g gesenkt werden sollen? Dafür ist CNG wohl nicht die Wunderwaffe. Aber wir sprechen ja von den Abgaswerten, also vor allem den Schadstoffen NOx und Ruß, "die mit schweren, Benzin schluckenden SUV kaum einzuhalten sind". Was will uns Herr Kemper damit sagen? Was hat das mit Benzin zu tun? Grundsätzlich sind schwere SUV weder gut für den CO2-Ausstoß, noch für Schadstoffe. Denn je schwerer ein Auto, desto mehr PS braucht es, und desto mehr verbraucht es. Egal ob mit Benzin, Diesel oder CNG. Und Herr Kemper, "Diesel schluckende SUV" tun sich da noch deutlich schwerer als die mit Benzin! Aber das negiert die FP ja schon ewig, weshalb sie auf der Autoratgeberseite weiter vor allem für schwere Diesel Pkw Werbung macht, statt die Leute über Alternativen aufzuklären. Eine solche wäre z.B. leichtere Autos, die weniger als eine Tonne wiegen, und die Vollhybride, die ganz ohne Steckdose auskommen und trotzdem weniger als 5L Benzin verbrauchen und die Abgaswerte spielend einhalten. Leider haben die europäischen Autobauer das total verschlafen, weshalb diese Technik hier lieber totgeschwiegen wird.
    Da kommt man jetzt mit CNG. Das gab es vor 10 Jahren schon, auch LPG, doch wurde die Technik in Europa eingestampft, als der Diesel-Boom begann. Jetzt tut man so, als hätte man eine große Erfindung gemacht? Ich warte immer noch sehnsüchtig auf den ersten deutschen Vollhybrid, der ein kleines, leichtes Auto antreibt und nicht mehr kostet wie ein Diesel.

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