Ärztehaus statt Gardeko-Werk: neue Idee für Brachfläche

Der Abriss des ehemaligen Industrie-Gebäudes war spektakulär. Doch seit Jahren ist unklar, wie es mit dem Gelände weitergeht. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Zwickau.

Seit Frühjahr 2012 entsteht an der Werdauer Straße auf rund 5000 Quadratmetern zwischen Betonresten eine Art Grünfläche - wenn auch nicht unbedingt gewollt. Seit dem spektakulären Abriss des ehemaligen Gardeko-Werkes im Jahr 2011 wuchern auf dem einstigen Industrie-Areal Pflanzen wild durcheinander. Nachnutzung der Fläche? Nicht in Sicht. Jetzt jedoch soll das frühere Firmengelände mit dem vom Stadtrat beschlossenen Integrierten Handlungskonzept, das bis an die Werdauer Straße reicht, eine Renaissance erleben.

Demnach sollen in zwei Abschnitten eine Grünanlage in Form eines Atriums und ein Innenhof gestaltet werden. Dazu müssen zunächst die Bitumenflächen sowie die Grundmauer, die beim Abriss stehen geblieben war, entfernt werden. Noch wichtiger dürfte die Entsorgung des kontaminierten Materials sein, das der Industriebetrieb einst vermutlich hinterlassen hatte.

"Die Planungen, das Grundstück aufzuarbeiten und für eine Bebauung vorzubereiten, sind mit dem Eigentümer abgestimmt", sagte Rathaussprecher Mathias Merz. Dass der Besitzer, eine Immobilienfirma mit Sitz im bayerischen Rott am Inn, sich auch an den Kosten beteiligt, davon war allerdings bisher nichts hören - der Eigentümer war für eine Nachfrage nicht erreichbar.

295.000 Euro sind im Handlungskonzept für das Areal vorgesehen, 236.000 Euro davon kommen als Fördermittel von der Europäischen Union. Es soll freilich nicht bei einer Grünfläche bleiben. Die Pläne gelten als erster Schritt für eine spätere Neubebauung, die im Handlungskonzept offiziell noch keine Rolle spielt. "Ein Neubau auf dem Gelände war nicht förderfähig", so Merz. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Ideen für die spätere Nutzung des Areals gibt: Unter anderem könnten dort ein Hospiz sowie ein Ärztehaus entstehen - auf den Grafiken im Handlungskonzept sind sie vorsorglich schon einmal eingezeichnet.


Werk 1884 gegründet

Das Unternehmen an der Werdauer Straße wurde im Jahr 1884 als Gardinenfabrik Lieder & Fischer gegründet.

Um 1900 war es eine von drei Gardinenwebereien in Zwickau. Nach der Enteignung 1945 wurde das Werk als volkseigener Betrieb weitergeführt. Zu DDR-Zeiten waren dort bis zu 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gardeko-Werk war schließlich ein Teilbetrieb des VEB Plauener Spitze. Nach der Wende wurde es privatisiert, jedoch 1992 trotz guter Auftragslage liquidiert. Ein Verkauf und ein Umbau in ein Wohn- und Geschäftshaus scheiterte 1992. (nkd)

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