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Rahel Lenk (links) und Irene Gehrmann sortieren in Wiesenburg am Band beschädigte Kartoffeln und Fremdkörper von Hand aus, damit gute Qualität eingelagert und verkauft werden kann.

Foto: Andreas Wohland

Die neuen Kartoffeln kommen

Sie tragen so schöne Namen wie Milva, Laura oder Bernadette - die Erdäpfel, die derzeit im Landkreis geerntet werden. Verbraucher dürfen sich auf gute Qualität freuen.

Von Viola Martin
erschienen am 14.09.2017

Zwickau. Die Kartoffelernte im Landkreis Zwickau läuft auf vollen Touren. Der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Westsachsen, Rainer Stauch, will sich zwar noch nicht zu Ertrag und Qualität äußern. "Abgerechnet wird zum Schluss", sagt er. Landwirte der Region sprachen jedoch von durchschnittlichen Erträgen und - was besonders wichtig ist - von guter Qualität.

Wiesenburger Land eG: Die Genossenschaft baut am Rande des Erzgebirges auf 15 Hektar Fläche Kartoffeln an. Der Vorstandsvorsitzende Roland Teufel spricht von durchschnittlichen Erträgen. Man liege bei etwa 360 Dezitonnen pro Hektar. Die Knollen hätten eine gute Qualität. Die Palette reicht von der mehlig kochenden Karlena bis zur festkochenden Bernadette. Die Einkellerungsaktion laufe bei dem Direktvermarkter nach wie vor gut. "Wir beginnen am 25. September und beliefern Haushalte im südlichen Kreisgebiet, dem Vogtland und dem Erzgebirge", sagt Teufel. Außerdem bietet die Genossenschaft ihre Knollen in den Hofläden in Wiesenburg und Cunersdorf an. Größere Mengen und Futterware können auch im Kartoffellagerhaus, Gartenstraße 1 in Wiesenburg, gekauft werden.

Agrarhof Gospersgrün: Der Landwirtschaftsbetrieb ist ebenfalls Direktvermarkter. Patrick Sturm, Abteilungsleiter Kartoffeln, rechnet mit 350 bis 450 Dezitonnen je Hektar und bezeichnet das als "sehr zufriedenstellend". Es gebe viele große Kartoffeln, und bisher habe er noch keinen Schorf oder andere Qualitätsminderungen entdeckt. Das Angebot reicht von den mehlig kochenden Sorten Karlena und Afra über die vorwiegend festkochende rote Laura und die neu angebaute Julinka bis zu den festkochenden Sorten Isabelia sowie der noch aus DDR-Zeiten stammenden und weiter gefragten Linda. Außerdem warten die Gospersgrüner mit Exoten wie Bamberger Hörnchen, Rote Emmalie, Peach Bloom und Blue Salad Potato auf, die aber lediglich in kleinen Mengen angebaut wurden. Gekauft werden können diese nur im Hofladen, Schulstraße 1 in Gospersgrün, wo auch alle anderen Sorten im Angebot sind. Zudem gibt es Verkaufsstände in unterschiedlichen Orten des Landkreises, des Vogtlandes, des Erzgebirges und im östlichen Thüringen. Größere Mengen können in der Sortieranlage an der Schulstraße gekauft werden.

Friweika Weidensdorf: Für den Kartoffelverarbeiter bauen 23 Betriebe aus Sachsen und Thüringen in einer Erzeugergemeinschaft auf 1400 Hektar etwa 35 Sorten Kartoffeln an. Zwei Drittel davon sind festkochend oder vorwiegend festkochend. Die Erträge seien durchschnittlich, sagt der Vorstandsvorsitzende Andreas Kramer. Obwohl der Kartoffelkonsum in Deutschland zurückgeht, wachse der Umsatz in Weidensdorf. "Die Kunden schätzen zunehmend regionale Erzeugnisse. Das spüren wir beim Absatz", sagt Marko Wunderlich vom Vorstand. Außerdem seien Produkte aus der Knolle zunehmend gefragt.

Die Friweika verarbeitet Kartoffeln zu mehr als 80 Erzeugnissen. Seit Jahren ein Renner ist der Kloßteig. "Jetzt verkaufen wir auch geformte Klöße. Die können einzeln aus der Packung genommen werden und kommen bei Singles und Ehepaaren gut an. Um die Klöße noch mit gerösteten Semmelwürfeln füllen zu können, planen wir, eine neue Maschine anzuschaffen", sagt Wunderlich.

In den vergangenen Jahren habe man 12 Millionen Euro in Lagerung, Aufbereitung und eine Dampfschälanlage investiert. Wie groß das Interesse der Verbraucher an den Friweika-Erzeugnissen ist, zeigt sich immer beim Frühjahrs- und Herbstfest mit Bauernmarkt. Der Andrang bei den Betriebsführungen und an den Ständen, an denen Erzeugnisse probiert werden können, ist ungebrochen. Dieses Jahr lädt der Betrieb für den 14. Oktober zum Herbstfest ein.

 
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