Höffner kauft Möbel-Mahler in Siebenlehn

Das Einrichtungshaus soll weiter unter dem jetzigen Namen firmieren. Mahler will sich indes auf seine Häuser in Süddeutschland konzentrieren.

Siebenlehn/Bopfingen. Überraschender Eigentümerwechsel in Siebenlehn: Möbel Mahler verkauft sein an der A 4 gelegenes Einrichtungshaus. Wie das Handelsunternehmen mit Sitz in Bopfingen (Baden-Württemberg) gestern auf Anfrage von "Freie Presse" bestätigte, wird das Haus zum 1. Januar abgegeben. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht. Die neue Eigentümerin heißt Sonja Krieger. Hintergrund: Die Berliner Unternehmerfamilie steht hinter der Höffner-Gruppe. Sonja Kriegers Vater Kurt hatte einst die Namensrechte von Höffner erworben und die Firma bundesweit ausgebaut.

Das Einrichtungshaus in Siebenlehn (Mittelsachsen) soll aber auch künftig unter dem bisherigen Namen firmieren, erklärte Marktleiter Swen Thiessenhusen. Ein Szenario, wonach das Haus in Möbel-Kraft - die Kette gehört auch zur Höffner-Gruppe - umbenannt wird und zugleich der Möbel-Kraft-Markt in Dresden geschlossen wird, wollte Thiessenhusen nicht bestätigen. Das seien nur Gerüchte, hieß es.

Krieger habe die Namensrechte für den Standort miterworben. "Alles bleibt so, wie es ist. Wir wollen auch weiterhin Sachsens größte Auswahl an Wohn-, Schlaf- und Küchenmöbeln bieten. Der Kunde wird von dem Verkauf gar nichts merken", meinte der Manager. Die Beschäftigten vermutlich schon, das glaubt jedenfalls die Gewerkschaft Verdi. Sie befürchtet, dass den Mitarbeitern neue Arbeitsverträge vorgelegt würden, die "jenseits von Gut und Böse sind", wie Verdi-Sekretär Dirk Rindler sagte. Die Gewerkschaft befürchtet zudem, dass der neue Besitzer sich von dem Logistikbereich in Siebenlehn trennen wird. In einem Flugblatt warnt Verdi die Mitarbeiter, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben oder abzuschließen. Denn laut Gesetz gebe es ein Jahr Bestandsschutz für die bisherigen Arbeitsverträge.

Thiessenhusen versicherte, man wolle keine Arbeitsplätze abbauen. Nach Firmenangaben sind in Siebenlehn über 450 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Jobabbau sei nicht geplant, allerdings werde im Logistikbereich nicht jede Stelle in der jetzigen Form und vor Ort erhalten bleiben. Denn künftig kommt demnach ein großer Teil der Ware aus Günthersdorf bei Leipzig - dort hat die Höffner-Gruppe ein Logistikzentrum. Höffner betreibt zudem zwei Möbelhäuser in Chemnitz und Dresden. Gerüchte, dass der Standort Chemnitz im Zuge der Übernahme zur Disposition gestellt wird, wollte Thiessenhusen nicht bestätigen. In der Berliner Höffner-Zentrale stand gestern niemand für eine Auskunft zur Verfügung. Das 34.000 Quadratmeter große Haus in Siebenlehn war 2009 eröffnet worden, ein Jahr später erfolgte eine Erweiterung. 25 Millionen Euro wurden investiert. "Wir werden uns auf unsere süddeutschen Standorte konzentrieren, begründete Ronald Kegel, Vertriebschef in Bopfingen, den Rückzug aus Sachsen. Mahler betreibt neben Bopfingen noch Häuser in Wolfratshausen und Neu-Ulm. Es gebe viele Synergieeffekte nur an den drei Standorten.

 

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1Kommentare
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    1
    1212178
    24.07.2018

    Das Zitat des Managers stammt von 2014.



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