Kündigungswelle bei Car Trim: Der Standort Plauen wackelt

Nach der Übernahme des Automobilzulieferers durch das Unternehmen Prevent im April trennt sich der Betrieb von vielen Mitarbeitern. Rätsel gibt eine ausgegliederte Firma auf.

Plauen.

20 Jahre war sie im Betrieb, hat im Schichtsystem gearbeitet, sich für den Betrieb aufgeopfert. Am Montag erhielt die Plauenerin (Name der Redaktion bekannt) eine betriebsbedingte Kündigung. "Ordnungsgemäß und fristgerecht zum 31. Dezember" heißt es im Schreiben, das "Freie Presse" vorliegt.

Nicht alle müssen gehen

Car Trim trennt sich von vielen Mitarbeitern - zum Beispiel aus den Bereichen Stoffzuschnitt, Polsterei, Nähsaal und Arbeitsvorbereitung. "Es wurde aber nicht allen gekündigt", war gestern von einer weiteren Informationsquelle zu erfahren. Von einer Standortschließung sei aber seitens der Verantwortlichen bereits gesprochen worden, sodass man weitere Kündigungen erwarte, hieß es.

Dem steht entgegen, dass einzelne Kollegen einen neuen Vertrag mit einer ausgegliederten Firma unterschreiben sollen. Dabei soll es sich um die am 6. Mai ins Handelsregister Chemnitz eingetragene Car Trim Aircraft GmbH handeln. Als deren Geschäftsführer fungiert Holger Hain, der vormals federführend bei Car Trim war. Offiziell gibt es dafür keine Bestätigung. Telefonisch erreichbar war Hain bisher nicht.

Wie etliche Male zuvor wollte sich auch gestern niemand von der Firmenleitung zum Thema äußern. Bei der Prevent-Group in Wolfsburg - das Unternehmen hatte Car Trim im April gekauft - verwies Sarah Riedel von der Personalabteilung auf Car Trims neuen Geschäftsführer Vahidin Feriz. Problem: Der Chef war gestern abermals nicht zu erreichen. Auch der Belegschaft habe er sich bisher nicht vorgestellt, heißt es aus Reihen der Mitarbeiter.

Wirtschaftsförderung sorgt sich

Der Plauener Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger sagt, auch er versuche, mit dem Car-Trim-Chef zur Umstrukturierung in Kontakt zu treten. Er wolle nicht locker lassen. "Ich möchte unbedingt mit Herrn Feriz sprechen, damit der Standort erhalten bleibt." Michael Barth, der Leiter der Industrie- und Handelskammer Vogtland, zeigte sich gestern von der Entwicklung nach der personellen Neuaufstellung der Firma im Jahr 2013 überrascht. "Eine Schließung wäre ein Tiefschlag für Plauen", so Barth.

Eine Kündigungswelle habe es bereits vor einem Jahr gegeben, wissen Mitarbeiter. Seither herrsche im Betrieb "Kuddelmuddel", sagen sie. Car Trim, der 1992 gegründete Spezialist für den Fahrzeuginnenraum, führte unter anderem Großaufträge von VW aus. An acht Niederlassungen zählt man bisher 1200 Mitarbeiter. 800 Beschäftigte hat das Hauptwerk im bosnischen Zepce.

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19Kommentare
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    kgruenler
    03.06.2016

    Mal ein Zitat zum nachdenken:

    "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle."
    ? Robert Bosch, Industrieller

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    Luzifer
    03.06.2016

    @anwe46
    Sie müssen sich nicht angegriffen fühlen. Ich weiß auch nicht in welchem Beruf sie tätig sind. Ich kann für meine Teil nur sagen, es gibt bei uns Leute aus dem Ausland und aus den alten Bundesländern die hier arbeiten weil der Lohn und die Aufgabe passt. Gute und qualifizierte Leute zu finden ist für uns in Plauen, als nicht Hochschulstandort, schwierig. Oft sind es Rückkehrer oder Leute die woanders studiert haben. Das Lohnniveau in Plauen ist geringer als in Leipzig oder Dresden, aus meiner Perspektive aber nicht soviel geringer im Vergleich mit anderen Provinzen in den Alt Bundesländern. Das A und O für ein gutes Einkommen ist eine gute Ausbildung. Mit der erhöht man gerade in strukturschwachen Gebieten die Chance einer guten Bezahlung.... zumindest in der freien Wirtschaft. Behörden und öffentliche Einrichtungen nehme ich bewusst aus dieser Betrachtung heraus.

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    anwe46
    03.06.2016

    @luzifer: hier wurde nix auf den Kopf gestellt. Seit 25 Jahren wird dem Osten gepredigt dass nur Minilöhne den Aufschwung bringen. Das provozierte die Frage warum boomt es in anderen Regionen obwohl dort hohe Löhne gezahlt werden. Und diese Frage habe ich beantwortet.
    Unternehmer die nicht bereit sind entsprechende Löhne für gute Arbeit zu zahlen, denen selbst noch der Mindestlohn von 8,50 zu hoch ist, müssen sich nicht wundern, wenn sie keine Fachkräfte finden. Niedriglöhne auf Dauer führen zur Stagnation, weil eben die entsprechende Kaufkraft fehlt um den notwendigen Bedarf für das weitere wirtschaftliche Wachstum zu generieren. Die Inflation führt noch dazu, dass die Kaufkraft sinkt, wenn die Löhne nicht entsprechend angepasst werden. Aber als Unternehmer kennen sie ja die allgemeine VWL und nicht nur BWL.

    Ich als Plauener arbeite seit über einem Jahr im Westen. Weil ich hier für meine Leistung den entsprechenden Gegenwert bekomme, ich habe hier wesentlich mehr NETTO als mir für den gleichen Beruf in Plauen BRUTTO geboten wurde. Ich freue mich für sie, wenn Ihre Firma läuft. Die Wirtschaft ist ein Kreislauf von gegenseitigen Nehmen und Geben, wenn eine Seite aber immer nur nimmt ohne Bereitschaft zu geben, dann wird der Kreislauf gestört und daran krankt die Wirtschaft.
    Und zu den Politikern bitte ich Sie einfach nur noch mal zu lesen was ich geschrieben habe, auch der Lokalpolitiker ist an Bedingungen gebunden. In einem gebe ich Ihnen recht, der eine kanns besser und der andere gar nicht.
    Was mir auf den Senkel geht, ist dieses allgemeine Gemecker ohne auf Hintergründe und Bedingungen zu achten, ohne sich zu informieren. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und wünsche Ihnen dass es auch noch in vielen Jahren Menschen gibt, die sich die Produkte, welche auf Grundlage oder mit Hilfe Ihrer technologischen Entwicklungen produziert werden, leisten können.

  • 5
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    Luzifer
    02.06.2016

    Unabhängig von den persönlichen Fehden hier kann bzw. muss man feststellen, dass in Plauen und dem Vogtland allgemein einiges nicht so funktioniert wie anderswo. Neben Seilschaften und regierender Bauernschläue hat man es vielfach verpasst Politik im Interesse der Wirtschaft zu machen. Wie sonst kann man die Katastrophe der Abwanderungen und Schließungen allein der letzten 10 Jahre erklären? Geheucheltes Interesse und volkswirtschaftliches Halbwissen sind schlechte Voraussetzungen. Ich bin Unternehmer, habe auch in Plauen eine Firma. Technologie ist unser Business. Herrn Sorger haben wir nur kennengelernt, wenn es ein Podium zum präsentieren gab. Einen Monat später wussten er bei einem vorgetragen Anliegen weder noch meinen Namen noch den unseres Unternehmens.
    Im übrigen noch ein Gesetzmäßigkeiten die am Anfang der Kommentare auf den Kopf gestellt wurde. Eine Region boomt nicht weil die Löhne hoch sind sondern umgekehrt. Weil es einer Region gut geht, sind die Löhne hoch, denn man muss mehr zahlen um gut ausgebildete und fähige Leute zu bekommen. Weil die Nachfrage hoch und das Angebot gering ist.
    Noch paar Vorschläge!
    Hebesatz unter das Niveau der Nachbarkreise, aber deutlich.
    Verkauf brachliegender und ungenutzter öffentlicher Immobilien zum Sachwert und nicht zum Buchwert (der nur die städtischen Bilanzen schönt).
    Verkehrskonzept ändern, mehr Zugang zur Innenstadt.
    Stadt an den Interessen der jugen Leute ausrichten und nicht an den Wählern die nur Kaffee und Kuchen sowie Schrebergärten im Sinn haben.
    Diversifikation bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.

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    kgruenler
    02.06.2016

    @Tauchsieder: Mein Versuch, mich dumm zu stellen scheint besser zu funktionieren, als Ihr Versuch, intelligent zu wirken. Bemühen Sie sich weiter, vielleicht klappt es ja noch.

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    Tauchsieder
    02.06.2016

    Ja mei der "kgruenler", ein Tausendsassa und Hans Dampf in allen Tassen. Ob WRRL, Naturschutz, Ichtiofauna oder hier die Arbeitswelt oder öffentl. Nahverkehr, der überall seinen S..f dazu gibt. Einer der glaubt von allem was zu wissen, aber eben nichts genaues.
    Man muss dem Wähler nicht versuchen das Unvermögen der Verwaltung und sein eigenes zu erklären.

  • 1
    1
    Seher
    02.06.2016

    @anwe46
    Möchte nicht behaupten, daß ich alles weiß. Aber sicher ist, daß auch Lokalpolitiker zum wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg Beiträgen.
    Dann können wir uns gleich die Politiker und deren überproportionale Gehälter sparen.

  • 4
    2
    anwe46
    02.06.2016

    @seher ... sie habens nicht verstanden. Der Konzern geht dahin wo es für ihn am billigsten ist, weil er so den kurzfristig höchsten Gewinn erreichen kann. Nachhaltigkeit und langfristige Entwicklung interessiert die nicht.

    und zum Thema Rahmenbedingungen: diese kann der Lokalpolitiker nur schaffen wenn er entsprechende Mittel zur Verfügung hat und die bekommt er von wo? Richtig entweder über die lokalen Steuern wie GEWERBEsteuer - ohne Gewerbe keine Steuern - oder als Zuweisung oder Fördermittel von der Landes-/Bundesregierung und wie sich die Landesregierung für das Vogtland interessiert, wissen zumindest diejenigen, die sich informieren, nämlich gar nicht. Die Zeiten wo eine Partei entschieden hat, der Betrieb geht dahin und der dahin, die sind mittlerweile vorbei.

    @DerWundePunkt wenn alle Ampeln Rot sind, dann fährt gar nichts mehr und kurz darauf schalten diese ab und dann gehts ohne Ampeln weiter, kann man jeden Abend an der Kreuzung Gottschaldstraße / Str. der Deutschen Einheit beobachten ... und sind mehrere Ampeln in einer Richtung rot so wie auf der Pausaer Str., so sind diese dann aber auch gleichzeitig grün das heißt dann Grüne Welle und der Verkehr fließt dann wesentlich flüssiger ...

    @theplauenobserver ... es gibt hier schlicht keine Messen wie die Vorea mehr, weil es keine Firmen gibt die sich dort präsentieren wollen, weil bei Messen auch Geschäfte gemacht werden sollen, aber ohne Geld keine Geschäfte ... ohne Geschäfte keine Messen

    @kgruenler: Danke für Ihre sachlichen Kommentare und Informationen. Leider gibt es viel zu wenige wie Sie, die sich Gedanken machen und informieren.

  • 3
    3
    kgruenler
    02.06.2016

    @ThePlauenObserver: Gerade mit der ÖPNV-Anbindung läuft bereits eine Umfrage durch die Stadt und den Verkehrsverbund Vogtland unter allen Firmen und Anliegern in den kommunalen Gewerbegebieten. Sobald diese Umfrage beendet ist, wird anhand der Auswertung der VVV versuchen eine zielgerichtete Verbesserung herbeizuführen. Allerdings dauert das alles seine Zeit und ist nicht binnen einer Woche oder eines Monats zu stemmen.
    Ebenso wurden die geplanten Gewerbegebiete bereits langfristig seit Jahren in allen Planungen berücksichtigt, von daher ist es nicht nachvollziehbar, warum die Landesregierung nun plötzlich diese Flächen aus den kommenden Plänen herausstreichen will. Der schwarze Peter liegt hier in den übergeordneten Behörden und nicht in Plauen oder beim Vogtlandkreis, hier wurde alles erdenkliche getan. Vielleicht sollten Sie es wie ich tun und mal zu den öffentlichen Sitzungen gehen und gut zuhören, was dort vorgetragen wird.
    Sicher läuft nicht alles ganz optimal, aber so einfach, wie Sie das vielleicht denken, ist es leider eben nicht, das zu regulieren. Hier gibt es unzählige Abhängigkeiten, welche das kompliziert machen. Kommen Sie zu den öffentlichen Ausschüssen, wenn diese Themen behandelt werden, suchen sie aktiv das Gespräch mit Herrn Hofmann bzw. Herrn Sorger, lassen Sie sich den Sachverhalt erläutern.
    Übrigens fände ich es nur fair, da Sie meinen Namen ungefragt hier nennen, dass Sie auch Ihren Namen ungefragt mitteilen. Sich hinter Pseudonymen verstecken finde ich nicht sehr glaubwürdig.

  • 1
    3
    aussaugerges
    02.06.2016

    Da wackelt schon alles im Vogtland.

  • 1
    3
    DerWundePunkt
    02.06.2016

    Im Rathaus stimmen ja auch die Gehälter, @...Observer, und das nicht nur beim OB. Wenn alle Steuergeldverbraucher endlich nach ihrer Leistung bezahlt würden, dann würde es bei vielen Gehaltsempfängern nur noch trockenes Brot geben. Gewerbegebiete ohne Nahverkehrsanbindung, Abkopplung vom Schienenverkehr, aber einen Haltpunkt für 12 Millionen (inkl. Brücke), ein LRA mitten in der Stadt ohne Parkmöglichkeiten, eine Straßenbahn, deren Betriebszeiten an den Tagesablauf der Rentner angepasst wurde, eine Verkehrsleitung, die in Deutschland ihresgleichen sucht (wo sind mehr Ampeln gleichzeitig rot). Welcher Investor soll sich denn hier ansiedeln? Die kommen einmal und ergreifen dann die Flucht. Und da ändern selbt die hier gezahlten Hungerlöhne nichts, denn 30 km weiter sind die Hungerlöhne noch niedriger (Tschechien).

    Aber wenn sich Gewerkschaften lieber dafür einsetzen, dass Millionen Asylanten in Deutschland willkommen sind und nicht für die gerechte Entlohnung ihrer Mitglieder, wenn eine Linke lieber Torten wirft und sich eine SPD zur besseren CDU wandelt dann wird es hier im Osten noch weiter bergab gehen. Und es geht noch weit runter....

  • 2
    2
    ThePlauenObserver
    02.06.2016

    Lieber Seher, bei Messen geht es ja schon weiter, derartigem verweigert sich die Stadt ja auch meisterhaft. Die Plauener Rathausführung ist beeindruckend gut darin immer schön zu sagen was denn alles nicht geht, anstatt Möglichkeiten zu suchen.

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    0
    Seher
    02.06.2016

    Sorry ... Observer, meinte anwe

  • 3
    2
    ThePlauenObserver
    02.06.2016

    Lieber Kai Grünler, da muss ich Ihnen leider widersprechen. Das was Sie hier aus Sicht der Verwaltung schildern, ist genau das was in Plauen falsch läuft. Produktives Abwarten, das ist das Credo der Verwaltung: "Wir können ja eh nix machen, also bleibt uns nichts anderes übrig als im stillen Kämmerlein zu warten." Wer so an die Sache heran geht hat schon verloren bevor er begonnen hat. Und gegen nicht vorhandene Freiflächen kann man frühzeitig etwas unternehmen. Wichtig ist, dass es die Beschäftigten mit guter Anbindung an den ÖPNV auch zum Betrieb schaffen und nicht kilometerweit laufen müssen, wenn sie kein Auto haben, was bei Azubis ja durchaus der Fall ist.

  • 1
    2
    Seher
    02.06.2016

    ...Observer: ist so nicht ganz richtig. Viele Betriebe sind im billigen Osteuropa.
    Die Lokalpolitiker haben natürlich Einfluss. Etwa Rahmenbedingungen und Gespräche auf Messen u.v..m
    In anderen Regionen gehts doch auch.
    Aber diese lokalen Kriecher, die sich in DD und anderswo nur unterordnen, können nichts bewirken.

  • 2
    3
    kgruenler
    02.06.2016

    Mit Klinken putzen allein ist es nicht getan. Es gehören ja immer zwei dazu. Wenn die Unternehmen sich nicht in der ländlichen Region in Sachsen ansiedeln möchten, weil die Voraussetzungen nicht stimmen (bald kaum noch Bahnanbindung, fast keine freien Flächen mehr in bestehenden Gewerbegebieten, geplante Gewerbegebietsflächen wie Kauschwitz oder Oberlosa werden durch die sächsischen Oberhäuptlinge aus den Planungen rausgenommen usw.), dann könnten hier Dutzende Wirtschaftsförderer vergeblich Klinken putzen. Außerdem planen große Unternehmen wie BMW, Porsche etc. in anderen Dimensionen und kommen nur von sich aus auf Kommunen zu, da hat man gar keine Chance, selber sein Anliegen vorzutragen. Genau das hatte Herr Hofmann aus der Stadtverwaltung in einem der letzten Ausschüsse ausführlichst plausibel erklärt. Hier kann man einfach nur versuchen, entsprechende Flächen mit Infrastrukturanbindung vorzuhalten und zu hoffen, dass solche Großindustrie auf Plauen aufmerksam wird.

  • 5
    2
    ThePlauenObserver
    02.06.2016

    Lieber Seher,

    "Und wenn ich als Verantwortlicher Klinken putze." Ich lache mich schlapp. Versuchen Sie mal diese Idee, die im übrigen nicht
    neu ist sondern schon von Stadträten gefordert wurde, dem OB Oberdorfer und seinem Wirtschaftsförderer näher zu bringen. Diese beiden Herren sind der festen Überzeugung, dass Klinkenputzen nichts bringt, die Lösung liegt im Dasitzen und Abwarten. Im Rathaus schläft man leider ganz entspannt vor sich hin...

  • 11
    2
    anwe46
    02.06.2016

    Die Lösung für Ihre Frage ist ganz einfach:
    Dort wo hohe Löhne gezahlt werden, ist auch wesentlich mehr Kaufkraft vorhanden. Der Bedarf an Waren, Dienstleistungen etc. steigt. Arbeitskräfte werden benötigt uswusf. Dort gibt es auch noch Strukturen der Arbeitnehmervertretungen die etwas bewirken können.
    Dort wo es nur Billiglöhne gibt,auf die ein gewisser Herr Dr. Lenk ja so stolz ist, ist die Kaufkraft so gering, dass nur der tägliche Bedarf abgedeckt werden kann, für zusätzlichen Konsum ist einfach kein Geld da, dass heißt es werden weniger Waren, Dienstleistungen etc. benötigt, es werden weniger Arbeitskräfte benötigt, Arbeitslosigkeit steigt Kaufkraft sinkt weiter ...

    Ein gewisser Herr Ford, Erfinder der Fließbandproduktion bei Autos wurde einmal gefragt, warum er seinen Arbeitern so hohe Löhne zahle, da verdiene er doch weniger. Seine Antwort war, wenn es niemanden gibt, der sich meine Autos leisten kann vediene ich gar nichts.

    In der jetzigen Wirtschaft spielt nur der kurzfristige Erfolg eine Rolle, langfristige Entwicklungen kommen bei den Unternehmen gar nicht mehr vor. Hohe Löhne bedeuten jetzt einen geringeren Gewinn aber auch Gewinn in der Zukunft, da auch später die Kaufkraft (über eine entsprechend höhere Rente) gesichert ist.

    In der Summe mehr Gewinn als wenn man heute kurzfristig hohen Gewinn auf Grundlage niedriger Löhne macht und dann nach wenigen Jahren die Fa. schließt weil keiner mehr sich auf Grund mangelnder Kaufkraft die Waren leisten kann.

    Was können Lokalpolitiker an der Denkweise der Unternehmer und Banken, welche nur auf den kurzfristigen Gewinn aus sind ändern? Richtig NICHTS. Die Lokalpolitiker können auf und nieder springen und veranstalten was sie wollen. Wenn der Unternehmer nicht will, dann will er nicht.

    Was heute fehlt ist die alte Denkweise "Wenn es meinen Angestellten gut geht, geht es auch mir gut."

  • 4
    5
    Seher
    02.06.2016

    Was läuft hier schief?!
    Ich komme viel herum und muß feststellen, daß ausgerechnet dort, wo die Löhne relativ hoch sind, dievWirtschaft brummt.
    Und bei uns? Die Politiker sollten endlich nach ihrer Leistung und den Ergebnissen für ihre Stadt, Land, etc. entlohnt werden.
    Man versteht die kranke Welt nicht mehr.
    Es muß doch einen Weg geben, Industrie anzusiedeln. Und wenn ich als Verantwortlicher Klinken putze.



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