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Mitarbeiter Gero Gärtner richtet die Antenne für eine Prüfung in der Teil-Absorberhalle des Prüfinstituts ein. Mit dieser Vorrichtung werden elektromagnetische Felder gemessen, auch von Kühlschränken.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 2

Millionen-Investition in Hartmannsdorf

Ein Familienunternehmen baut für 6,5 Millionen Euro eine neue Halle im Gewerbegebiet. Dort sollen spezielle Tests stattfinden, die in jedem Haushalt von Interesse sind.

Von Bettina Junge
erschienen am 17.05.2018

Hartmannsdorf. Der alte Kühlschrank ist kaputt. Ein Neukauf wird notwendig. Welches Gerät ist für mich das Beste? Diese Frage hat sich bestimmt schon jeder gestellt. Deshalb schaut man ins Internet nach Bewertungen und Tests. Ein Gerät wird auf verschiedene Eigenschaften geprüft: Es wird beispielsweise die Zeit ermittelt, wie lange ein Lebensmittel von 25 auf 8 Grad abkühlt und kontrolliert dabei die Erwärmung des vorhandenen Kühlguts. Weitere Tests betreffen Stromverbrauch, Handhabung, das Verhalten bei Störungen, Geräusche und Vibrationen. In der Hartmannsdorfer SLG-Prüf- und Zertifizierungs-Gesellschaft finden diese Energieeffizienz- und Ökodesignprüfungen an Haushaltgeräten regelmäßig statt.

"Der Bedarf steigt", sagt Geschäftsführer Thomas Frank. Deshalb hatte das Familienunternehmen beschlossen, die Büro- und Laborfläche zu vergrößern. Seit Sommer 2017 wird für 6,5 Millionen Euro eine neue Halle mit einer Fläche von 3500 Quadratmetern errichtet. Zurzeit wird das Dach gebaut, der Innenausbau hat begonnen. Im Sommer, also im dritten Quartal, soll das neue Gebäude bezogen werden, erläutert Frank.

Zurzeit verfügt das Unternehmen über eine Büro- und Lagerfläche von 8200 Quadratmetern. In über 80 Normungsgremien arbeitet die SLG mit. Jährlich werde ein Umsatz von 13,7 Millionen Euro erzielt, sagt Unternehmenssprecherin Claudia Schubert. Das Familienunternehmen mit drei Gesellschaftern wachse durch die Erweiterungsbauten kontinuierlich. Zurzeit sind 160 Mitarbeiter beschäftigt. Im vorigen Jahr seien 17 neue Fachkräfte eingestellt worden, sagt Frank. Das sei bereits im Hinblick auf den Hallen-Neubau erfolgt. Das Personal werde bereits eingearbeitet.

Die Ingenieure, Techniker und Mechaniker prüfen unter anderem Sicherheit und elektromagnetische Verträglichkeit von Maschinen, Komponenten, Geräten, Medizinprodukten und Spielzeug, untersuchen bestimmte Gebrauchswerte von Produkten, messen Geräuschbelastungen, führen chemische Analysen durch und kalibrieren elektrische Messegeräte. Kalibrieren bedeutet im Allgemeinen, Geräte oder eine Software genauer einzustellen. Dabei wird oft ein Messgerät auf einen Ausgangswert eingerichtet. Dafür wird eine Messung durchgeführt, um die Abweichung zum richtigen Wert zu erkennen und zu dokumentieren.

Das heißt: Bevor bundesweit wieder ein neuer Kühlschrank auf den Markt kommt, wird das Gerät auf Herz und Nieren geprüft. So wird bei mittleren Temperaturen von 4 Grad Celsius im Kühlteil jeweils bei einer Raumtemperatur von 10, 25 und 32 Grad der Stromverbrauch gemessen. Zuvor waren die Ablagen und Körbe wie beim Normalfall beladen worden. Bewertet wird der spezifische Stromverbrauch pro 100 Liter Gebrauchsvolumen. Aber auch wenn ein neues Medizingerät, eine industrielle Steuerung oder eine Heckenschere auf den Markt kommt, muss es getestet werden, sagt Sprecherin Schubert. In dem neuen Gebäude sollen laut Frank 14 Prüfräume mit Präzisionsklima entstehen. Jeweils zehn Kühlgeräte könnten dann dort geprüft werden, so Frank. Bisher seien die Tests bereits in den Hallen 1 und 2 erfolgt. Dort findet auch weiterhin die Warenprüfung an Haushaltgeräten statt.

"Das Aufgabenfeld wächst", sagt Geschäftsführer Frank. Zurzeit werden Rasenmähroboter getestet. Neuentwicklungen und neue Prüfanforderungen gebe es zum Beispiel in den Bereichen Smart Home, Energiespeichersystem und E-Mobilität.

Einen Einblick davon bekam gestern auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf seiner Tour durch den Landkreis Mittelsachsen. Bei einem Rundgang durch verschiedene Prüflabore machte er sich ein Bild von den aktuellen Verfahren für Produkttests und Zertifizierungen für Energiespeicher, Medizintechnik oder Kinderspielzeug. "Wir haben noch Reserveflächen auf unserem Grundstück", sagt Frank. Ein Erweiterungsbau sei also später jederzeit möglich.

 
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