Sachsen noch auf der digitalen Kriechspur?

Unternehmer diskutieren auf Fachforum die digitale Zukunft des Freistaates

Chemnitz.

Sachsen soll bis 2020 zu den zehn innovativsten Regionen Europas gehören. Dieses Ziel bekräftigte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag in Chemnitz auf dem Fachforum "Digitale Zukunft Sachsen" vor rund 250 Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik. Dazu gehöre auch, bei der Digitalisierung in den Unternehmen voranzukommen. Das ist vor allem bei der kleinteiligen Struktur der sächsischen Wirtschaft keine kleine Herausforderung. Zweifel äußerte Tillich daran, ob es die richtige Strategie ist, so viel staatliche Fördermittel in den Breitbandausbau zu stecken. "Deutschland fördert auf diese Weise mit Milliarden den Tiefbau, statt das Geld in Forschung und Entwicklung zu stecken, beispielsweise in den nächsten Mobilfunkstandard 5G", sagte der Regierungschef.

Zuvor hatte Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK), den Flickenteppich beim Breitbandausbau in Sachsen beklagt. "Dagegen müssen wir kämpfen, wir müssen raus aus der digitalen Kriechspur", forderte der IHK-Chef. Zudem sei in Deutschland eine Verbesserung der Daten- und Cybersicherheit sowie der Rechtssicherheit notwendig.

Bei der Diskussion auf dem Fachforum, das der Verlag "Der Tagesspiegel" organisiert hatte, waren sich die Teilnehmer einig, dass man nicht nur eine Industrie 4.0, sondern auch eine Politik 4.0 bräuchte. So seien die Rahmenbedingungen beispielsweise des neuen Arbeitszeitgesetzes nicht mit einer digitalen Zukunft kompatibel. Maschinenbau-Unternehmer Jens Kieselstein hielt es für unausweichlich, das Schulsystem in Deutschland zu reformieren. In der digitalen Zukunft müsse jeder etwas programmieren können, meinte Kieselstein.

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