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Das Management spricht von einer existenzbedrohenden Situation für die Airline.

Foto: Roland Weihrauch

Air Berlin hofft auf stabilen Flugbetrieb am Donnerstag

Wieder Ausfälle, wieder unzufriedene Passagiere. Doch Air Berlin verkündet am Mittwoch: Die Piloten kommen zurück. Ob es genug sind, ist jedoch noch offen.

Von Christian Ebner und Burkhard Fraune, dpa
erschienen am 13.09.2017

Berlin (dpa) - Nach zahlreichen Flugausfällen können sich Passagiere der Air Berlin an diesem Donnerstag wieder auf einen normalen Betrieb der insolventen Airline einstellen.

Am Dienstag und Mittwoch waren rund 200 Flüge ausgefallen, weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten. Gegen Mittag gab es dann die Entwarnung, dass viele Crews an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Die Beschäftigten fürchten um ihre Einkommen und Arbeitsplätze, wenn Air Berlin wie geplant zerschlagen wird. Vorstandschef Thomas Winkelmann appellierte am Mittwoch an die Piloten: «Meldet Euch aus dem Off freiwillig zurück.» Auch die Bundesregierung redete den Piloten ins Gewissen. Von Arbeitgeberseite kam Kritik am «wilden Streik».

Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Airlines über einen Verkauf von Unternehmensteilen. An diesem Freitag endet die Bieterfrist.

Am Montag waren Gespräche gescheitert, in denen die Arbeitnehmerseite einen Sozialplan erreichen wollte. Das Management will erst verhandeln, wenn konkrete Kaufangebote vorliegen.

«Es ist durchaus ein riskantes Manöver, was da von einigen Piloten ganz offensichtlich versucht wird», kritisierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Krankmeldungen. «Ich kann deshalb an alle nur appellieren, Vernunft wieder einkehren zu lassen.»

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte vor «Störfeuer» - «von welchen Seiten auch immer». Ziel sei es, «möglichst viel von den Werten von Air Berlin tatsächlich noch zu retten und gegebenenfalls zu verkaufen», sagte Zypries. «Insbesondere geht es uns auch darum, dass die Arbeitsplätze für die Beschäftigten möglichst vollständig erhalten bleiben.»

Im Bieterrennen um Teile der von Air Berlin hat sich derweil offenbar eine neue Allianz gebildet. Einem Bericht der österreichischen Tageszeitung «Kurier» zufolge will der frühere Rennfahrer Niki Lauda gemeinsam mit der Fluggesellschaft Condor für 38 Maschinen der Air Berlin und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben.

Die Offerte in noch ungenannter Höhe werde am Freitag beim Insolvenzverwalter abgegeben, kündigte Lauda im Gespräch mit der Zeitung an. Der Gründer und frühere Besitzer der Niki will 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook sorgen.

Ein Condor-Sprecher dementierte die Meldung nicht. Man stehe weiterhin bereit, eine aktive Rolle bei der Restrukturierung der Air Berlin und der Niki zu spielen, erklärte er in Frankfurt. Dabei werde man alle Optionen prüfen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt mit dem Primus Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf von Unternehmensteilen. An diesem Freitag endet die Bieterfrist.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 15.09.2017
    10:22 Uhr

    Zeitungss: @Hinterfragt: Aus Sicht der Kunden kann ich Ihren Frust nachvollziehen, daurauf waren auch die Fernsehbeitäge aufgebaut. Beschäftigte, welche die Folgen der Führungsriege ausbaden müssen, sind naturgemäß für den Kunden nicht von Bedeutung, hatten wir bei der Bahn auch schon. Weselsky war damals Staatsfeind Nr.1, er hat sich allerdings nicht besülzen lassen , wie es bei Arbeitnehmervertretungen gelegentlich vorkommt. Wenn Sie nun die Meinung vertreten, dass für Fehlentscheidungen in den oberen Etagen die Beschäftigten es ausbaden dürfen und auch müssen, kann ich mich NICHT anschließen und dabei wird es auch bleiben, auch wenn ich die Auswirkungen solcher Aktionen gelegentlich selbst zu spüren bekomme. Alles eine Sache des Standpunktes.

    1 1
     
  • 13.09.2017
    19:59 Uhr

    Hinterfragt: @Zeitungss; "...Ich nehme an , Sie gehören einer Führungsriege an..."
    Nö!

    Der Erste Absatz mit den Ärzten ist meine Einschätzung.

    Der rest ist die kurze Zusammefassung eines Beitrags von gestern Abend im Fernsehen, wo auch einer von cockpit zu wort kam!

    2 2
     
  • 13.09.2017
    19:27 Uhr

    Zeitungss: @Hinterfragt: Ich nehme an , Sie gehören einer Führungsriege an, welche für Realität keinen Sinn mehr hat. Die Ergebnisse werden auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen mit all seinen Nebenwirkungen. Winterkorn ist, wie es anders geht, mal ein kleines Beispiel, was Sie sicherlich anders sehen. Wie wäre es denn, wenn die Führungsriege von Air Berlin sich mal selbst ans Ruder setzt ????. Der Bezahlung nach dürfte es absolut kein Problem sein, in der Realität sind es blutige Laien. Z.B. Mehdorn war bei der Bahn schon ein hochbezahlter Blindgänger, er durfte allerdings bei Air Berlin wieder und hat sich zeitig genug aus dem Staub gemacht. Wenn sich die eigentlichen Leistungserbringer etwas einfallen lassen, DANN MEINE HOCHACHTUNG. Meine große Hoffnung ist, dass es Schule macht und die Verursacher ohne Wasser in die Wüste geschickt werden. Letzteres bleibt in diesem Land auch in Zukunft Wunschdenken, die Zeichen zeigen leider in diese Richtung. Ich bin auch Kunde, allerdings mit Verständnis für die Ursachen, was uns vermutlich grundlegend unterscheidet.

    3 2
     
  • 13.09.2017
    10:35 Uhr

    Hinterfragt: Krankmeldungen, ha ha.
    Den Ärzten, die die Krankenscheine ausgestellt haben sollte man die Zulasung entziehen und die Piloten entlassen.

    Da werden 150 Millionen Steuergelder in die Airline gepumpt um das Überleben bis zum Verkauf zu sichern und die Piloten haben nichts besseres zu tun als diese Millionen zu verbrennen mit einem illegalen Streik (das der Streik illegal ist, räumt sogar Cockpit ein).

    Mit dieser Aktion haben die Piloten den Ruf von Air Berlin endgültig ruiniert

    3 2
     
  • 13.09.2017
    10:11 Uhr

    Zeitungss: Der Kunde jammert wie immer, was verständlich ist, war auch schon bei der Bahn so. Die Ursachen für diesen Zustand stammen nicht von den Beschäftigten, sondern sind die Früchte der Arbeit in den unterbezahlten Führungsetagen, kennen wir schon von der Bahn.
    Die eigentlichen Verursacher tauchen ab oder halten sich im Hintergrund, sie haben schließlich ALLES richtig gemacht. Der Kunde ist nur sauer und sucht die Schuld bei den Beschäftigten, was zu kurz gesprungen ist. Mein Glückwunsch, wenn man diese Führungsriege auflaufen lässt, es sollte Schule machen, auch wenn es mich als Kunden betrifft.

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