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Edeka-Markt in Köln.

Foto: Federico Gambarini

Edeka: Verhandlungen mit Nestlé gehen weiter

Bessere Einkaufskonditionen fordert Edeka von Nestlé und verbannt einige Produkte des Konzerns aus den Regalen. Gibt es bald eine Einigung? Hoffnung macht dem Lebensmittelhändler auch die eigene Drogeriemarkt-Kette.

erschienen am 17.04.2018

Hamburg (dpa) - Der Streit um Rabatte und Konditionen zwischen Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka und dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé geht weiter.

«Wir sind in der letzten Woche vorangekommen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel», sagte Edeka-Vorstandschef Markus Mosa in Hamburg. «Wir kommen voran und wir wollen auch den Streit beilegen, haben aber noch keine Einigkeit erzielt.» Es gebe ein Angebot von Nestlé, aber das sei in dieser Form nicht akzeptabel.

Edeka verspüre keinen Druck - auch nicht von Kundenseite. Nestlé sei nicht der einzige, mit dem sich Edeka nicht auf Anhieb einigen konnte. «Das ist ein ganz normaler Prozess, manchmal dauert es halt ein bisschen länger», sagte Mosa.

So habe sich Edeka in der Vergangenheit auch mal mit Pepsi, Mars und L'Oréal angelegt. «Wenn wir von unseren Verhandlungszielen überzeugt sind, sind wir auch bereit, etwas länger zu verhandeln.»

Deutschlands größter Lebensmittelhändler hatte sich mit europäischen Partnern wie Intermarché, Coop Schweiz oder Colruyt verbündet, um Nestlé zu Zugeständnissen bei Preisen und Konditionen zu zwingen und so seine Kosten im Einkauf zu senken.

Zusammen wickeln die Mitglieder der Einkaufsallianz rund zwei Milliarden Euro Umsatz mit Nestlé ab, das sind 2,6 Prozent vom Nestlé-Umsatz (2016), Edeka trägt einen Anteil von 0,8 Prozent. Zu den bekanntesten Marken des Unternehmens gehören Nescafé, Maggi, Thomy, Wagner Pizza und Vittel.

Als Erfolg wertete Vorstandschef Mosa die Allianz mit der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky. Nachdem das Warengeschäft bereits integriert wurde, soll am 1. Mai das neue Gemeinschaftsunternehmen beider Partner an den Start gehen.

«Wir wollen noch in diesem Jahr die ersten Märkte eröffnen», sagte Mosa. Dabei handele es sich um separate Läden, nicht um Shops in den Edeka-Märkten, die unter dem Namen Budnikowsky laufen sollen. Ziel sei es, rund 50 Märkte pro Jahr zu eröffnen, den Anfang mache die Region Hannover. Damit wolle man den Platzhirschen Rossmann und dm Konkurrenz machen.

Der genossenschaftliche Edeka-Verbund steigerte 2017 seine Erlöse weiter. Der Gesamtumsatz kletterte um 5,4 Prozent und durchbrach mit 51,9 Milliarden Euro erstmals in der Unternehmensgeschichte die 50-Milliarden-Euro-Marke. Gut die Hälfte davon entfällt auf 3800 selbstständige Kaufleute mit 5800 Märkten, die um 4,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro zulegten. Die Discount-Tochter Netto erreichte ein Plus von 3,1 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro.

Zusätzlichen Rückenwind habe dem Verbund die erfolgreiche Integration von 338 Filialen der zerschlagenen Handelskette Kaiser's Tengelmann beschert, hieß es weiter. Seit der Umstellung verzeichneten demnach zahlreiche Filialen in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen zweistellige Umsatzzuwächse. Der Konzern-Jahresüberschuss - ohne die selbstständigen Einzelhändler - sank leicht auf 328,2 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um rund 17.700 auf insgesamt 369.300 Mitarbeiter an.

 
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